Lektüren im Unterricht: Kleist - Michael Kohlhaas

Literatur fertig für den Unterricht aufbereitet

Blick ins Material

Lektüren im Unterricht: Kleist - Michael Kohlhaas

Literatur fertig für den Unterricht aufbereitet

Typ:
Arbeitsblätter / Unterrichtseinheit
Umfang:
71 Seiten (0,4 MB)
Verlag:
School-Scout
Auflage:
(2013)
Fächer:
Deutsch
Klassen:
11-13
Schultyp:
Gymnasium

“Lektüren im Unterricht” gibt Ihnen alle notwendigen Unterrichtshilfen und Arbeitsblätter an die Hand, um Heinrich von Kleists “Michael Kohlhaas” im Unterricht zu erarbeiten und Ihre Schülerinnen und Schüler so bestmöglich auf die zentralen Abiturprüfungen vorzubereiten. Im Fokus steht dabei die möglichst selbstorganisierte Erarbeitung der Lektüre.

Das Material bietet umfangreiche und didaktisch aufbereitete Arbeitsblätter sowie Kopiervorlagen für den direkten Einsatz in verschiedenen Phasen der Lektürearbeit. Ein strukturierter und differenzierter Leseprozess wird dadurch angeleitet, die weitere Bearbeitung im Unterricht maßgeblich erleichtert. Aufgaben zur Interpretation leiten gezielt bei der Erarbeitung des Werkes an, die durch eine genaue Inhaltsangabe sowie tiefergehende Charakterisierungen unterstützt wird. Arbeitsblätter zur Leistungsüberprüfung sowie eine abschließende Klausur mit Erwartungshorizont und ausführlicher Musterlösung können zur Klausurvorbereitung sowie zur Selbstüberprüfung herangezogen werden.

Heinrich von Kleists Werk “Michael Kohlhaas” ist eine Novelle über die Frage nach Recht und Gerechtigkeit. Sie behandelt die Frage, ob das brutale Verhalten des Protagonisten Kohlhaas aufgrund seiner eigenen Unrechtserfahrung gerechtfertigt werden kann oder ob seine Selbstjustiz in jedem Fall zu verurteilen ist. Zudem lässt sich in Kleists Novelle seine Kritik an der Willkür des damaligen Rechtssystems ablesen.

Inhalt:

  • Didaktische Hintergrundinformationen
  • Zusammenfassung, Textanalyse & Interpretation
  • Charakterisierung der Hauptpersonen (Michael Kohlhaas, Lisbeth Kohlhaas, Martin Luther, Junker von Tronka, Kurfürst von Sachsen, Die “Zigeunerin”)
  • Arbeitsblätter zur Erarbeitung der Lektüre im Unterricht (Die Gerechtigkeit in Heinrich von Kleists “Kohlhaas”)
  • Kompaktes Prüfungswissen in Frage und Antwort
  • Anregungen & Hinweise zur Erstellung von Klausuren
  • Direkt einsetzbare Klausur (Die erzählerische Gestaltung der Hauptfigur Michael Kohlhaas und ihre Wirkung auf den Leser)

Textauszug:

Epochenzuordnung

Kleists Werke sind nicht eindeutig einer bestimmten Epoche zuzuordnen. Vielmehr sind sie zwischen Klassik und Romantik anzusiedeln. Dennoch wird die Novelle Michael Kohlhaas eher zur Epoche der Romantik gezählt, da sie einige Merkmale dieser aufweist: Das mystische und wundersame Auftreten der Zigeunerin, der Verzicht auf formale Regeln sowie die Betonung der Individualität (der Protagonist steht deutlich im Mittelpunkt der Handlung und löst sich von starren Regeln). Neben der Form (Gattungen der Romantik waren Lieder, Erzählungen ebenso wie Märchen und Gedichte), ist auch der Inhalt nicht festgelegt. Ferner vermischt Kleist in seinem Werk Prosa und Poesie mit Kritik.

Textsorte: Novelle

Kleists Michael Kohlhaas ist der Gattung der Novelle zuzuordnen, da es sich bei dem Werk um eine kürzere Erzählung in Prosaform handelt, welche einen besonderen Konflikt thematisiert: Dem Protagonisten widerfährt ein Unrecht, welches er mit allen Mitteln zu vergelten versucht. Auf der Suche nach Gerechtigkeit befindet sich Michael Kohlhaas als zuvor rechtschaffener Mann und nun Brandstifter zwischen Ordnung und Chaos. Es ereignet sich eine unerhörte Begebenheit. Ferner gibt es einen bzw. mehrere Wendepunkte der Handlung. Wie für eine Novelle charakteristisch, kommt auch in Kleists Werk dem Zufall eine besondere Bedeutung zu. Darüber hinaus haben wir es mit einer einsträngigen Handlung zu tun. Auch Leitmotive sind erkennbar (z.B. die Rappen, das Amulett).

Der historische Michael Kohlhaas: Hans Kohlhase

Kleists Figur des Michael Kohlhaas’ hat den historischen Hans Kohlhase zum Vorbild, auch wenn sich die Geschichte nicht in allen Punkten mit den echten Ereignissen rund um den Kaufmann deckt, der im 16. Jahrhundert lebte und Häuser in Wittenberg niederbrannte. Dennoch nahm Kleist die Geschichte von Hans Kohlhase zum Anlass, sie in einem Werk zu verarbeiten und auszuschmücken. Ähnlich wie in der Novelle geschildert, wurden dem historischen Kohlhase auf einer Reise zu einer Messe zwei seiner Pferde abgenommen. Es hieß, diese seien gestohlen. Als Kohlhase gegen die Tat juristisch vorging, es jedoch zu keiner Einigung kam, schwor Kohlhase Rache. Er brannte Häuser in Wittenberg nieder und beging weitere Verbrechen, bis man ihn fasste und er – wie Michael Kohlhaas in Kleists Werk – für seine Vergehen hingerichtet wurde.

Der Gerechtigkeits-Begriff

In Kleists Werk geht es um Recht und Gerechtigkeit. Der Protagonist wird als stets rechtschaffener Mann dargestellt – bis zu dem Zeitpunkt, als ihm selbst Unrecht widerfährt. Als Kohlhaas beim Gericht Klage einreicht, wird diese ignoriert. Auch seine Frau kann mit ihrem Besuch beim Kurfürsten nichts erreichen und wird sogar so schwer verletzt, dass sie kurze Zeit später stirbt. Daraufhin nimmt Kohlhaas Rache, indem er Selbstjustiz übt. Es geht ihm um Gerechtigkeit. Kohlhaas sieht nur einen Weg, um sich Recht zu verschaffen – auch, wenn er dabei Unrechtes tun muss. Somit wird ein Konflikt thematisiert, in welchem sich Gerechtigkeit und Selbstjustiz gegenüberstehen. Schließlich wird Kohlhaas zum Verbrecher, weil er das Unrecht, das er und seine Frau erfahren mussten, nicht mehr ertragen und keinen inneren Frieden finden kann. So stellt sich die Frage, ob Kohlhaas‘ Verhalten gerechtfertigt werden kann oder uneingeschränkt verurteilt werden muss. Die Frage nach der Gerechtigkeit stellt sich erneut, als Michael Kohlhaas hingerichtet wird – und zwar in doppelter Hinsicht: Zum einen stellt sich die Frage, ob der Protagonist letztendlich doch noch sein Recht in Form einer Genugtuung gegenüber dem Kurfürsten erhalten hat, und zum anderen wird fraglich, ob er mit seiner Hinrichtung eine für seine schweren Vergehen gerechte Strafe erfährt.

Komplette Vorab- oder sukzessive Lektüre

Aufgrund des geringen Umfangs des Werks macht eine komplette Vorablektüre durchaus Sinn. Allerdings empfiehlt es sich, die Erzählung gemeinsam nach und nach in der Klasse zu lesen und sich den Inhalt somit gemeinsam zu erschließen. Hierzu kann die Novelle in sinnvolle Abschnitte gegliedert werden, sodass stets am Ende eines gelesenen Abschnitts eine Diskussion – sowohl über das bisher Gelesene als auch über Mutmaßungen zum weiteren Verlauf – angeregt werden könnte, in die alle Schüler/innen miteinbezogen werden.

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Material-Nr.: 54099

Aus der Reihe Lektüren im Unterricht - Oberstufe und Abitur

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