Lektüren im Unterricht: Erpenbeck - Heimsuchung

Literatur fertig für den Unterricht aufbereitet

Blick ins Material

Lektüren im Unterricht: Erpenbeck - Heimsuchung

Literatur fertig für den Unterricht aufbereitet

  • Abiturthema in:
  • Hessen 2025
  • Nordrhein-Westfalen 2026
Typ:
Arbeitsblätter / Unterrichtseinheit
Umfang:
61 Seiten (1,2 MB)
Verlag:
School-Scout
Autor/in:
Ahlers, Ilka
Auflage:
(2023)
Fächer:
Deutsch
Klassen:
11-13
Schulform:
Gymnasium

“Heimsuchung” schildert die Geschichte eines Hauses sowie seiner wechselnden Bewohner im 20. Jahrhundert. Der zeitgenössische Roman ist relevant für den Deutschunterricht und hat Eingang in das Abitur gefunden, weil er verschiedene literarische Techniken verwendet, um die wechselhafte deutsche Geschichte und Identität zu reflektieren. Er zeigt, wie Menschen von politischen und historischen Entwicklungen nachhaltig beeinflusst werden und wie sie nach Heimat suchen und sie verlieren.

Diese Unterrichtseinheit bietet umfangreiche und didaktisch aufbereitete Arbeitsblätter sowie Kopiervorlagen für den direkten Einsatz in verschiedenen Phasen der Lektürearbeit. Ein strukturierter und differenzierter Leseprozess wird dadurch angeleitet, die weitere Bearbeitung im Unterricht maßgeblich erleichtert. Aufgaben zur Interpretation leiten gezielt bei der Erarbeitung des Werkes an, die durch eine genaue Inhaltsangabe sowie tiefergehende Charakterisierungen unterstützt wird. Arbeitsblätter zur Leistungsüberprüfung sowie eine abschließende Klausur mit Erwartungshorizont und ausführlicher Musterlösung können zur Klausurvorbereitung sowie zur Selbstüberprüfung herangezogen werden.

Inhalt:

  • Didaktische Hintergrundinformationen
  • Zusammenfassung, Textanalyse & Interpretation
  • Arbeitsblätter zur Erarbeitung der Lektüre und ihrer Hauptpersonen im Unterricht (Aufbau, Form, Personenkonstellation, Sprache & Inhalt von “Heimsuchung”)
  • Kompaktes Prüfungswissen in Frage und Antwort
  • Anregungen & Hinweise zur Erstellung von Klausuren
  • Direkt einsetzbare Klausur

Aus dem Inhalt:

Epoche

Erpenbecks „Heimsuchung“ ist 2007 erschienen und ist demnach der Literaturepoche der Postmoderne zuordbar. Diese Epoche weist keine klaren Vorgaben, Ideale oder Merkmale auf, sondern fasst vielmehr Literatur zusammen, die in jüngster Gegenwart erschienen ist. Beruhend auf der Annahme, dass nichts Neues erschaffen werden kann, zeichnet sich die Postmoderne dadurch aus, dass auf schon existierende Werke oder Wissen zurückgegriffen wird. Häufig bedienen sich die Autor:innen demnach der Intertextualität, sie verwenden also bereits bekannte Erzählstile, Texte oder ahmen vergangenen Autor:innen nach. Auch historische Ereignisse werden als Ausgangspunkt für eine neue Erzählung verwendet, so wie es in Erpenbecks Roman vorzufinden ist. Ihr Roman lebt regelrecht von Anspielungen und setzt für ein gutes Verständnis umfangreiches Wissen des/der Leser:in voraus. Zudem nutzt Erpenbeck die fragmentarische Erzählweise. Die komplexen Handlungen und zerstückelten Darstellungen der fiktiven Erzählung fordern die Leser:innen zu einer eigenständigen Rekonstruktion heraus. In dem Roman setzt sie sich mit mehreren Themen auseinander. Die sprachliche Gestaltung wirkt dabei bestimmend, um die Handlung rüberzubringen. Dies gilt ebenso als typisch für die Postmoderne.

Sprachliche Gestaltung

Die sprachliche Gestaltung im Werk ist geprägt durch Sachlichkeit, Nüchternheit und Schnörkellosigkeit. Trotz des Verzichts auf schmückende Adjektive oder ausführliche Schilderungen wird deutlich, was die Figuren empfinden. Die Verwendung von zahlreichen Anaphern hebt die zentralen Gedanken der Figuren hervor und betont den mentalen Ballast, der mit dem Schicksal der Figuren im Zusammenhang steht. Viele Begriffe werden symbolisch aufgeladen, lassen sich auch kapitelübergreifend in anderen Kontexten wiederfinden und fungieren so als Leitmotive. Der simple Satzbau gibt Geschehnisse nüchtern wieder, wodurch die ungeschönte Brutalität und scheinbare Gesetzlichkeit von Veränderungen deutlich werden.

Die Frage nach Heimat

Die Frage nach Heimat ist das zentrale Thema des Romans. Alle Figuren verbindet die Sehnsucht nach dem Heimatgefühl und das Glück, was sie damit assoziieren. Im Roman wird die Diskussion geführt, was Heimat bedeutet. Die unterschiedlichen Figuren definieren den Ort auf ihre eigene Art. Für den Architekten, welcher leidenschaftlich sein eigenes Haus erschafft, bedeutet es Folgendes: „Heimat planen, das ist sein Beruf“ (S. 38). Heimat kann Sicherheit oder Trost spenden. Der Bürgermeister, dem die Schriftstellerin begegnete, wiederholte nach einem verstörenden Ereignis; „Heim wolle er, nur noch heim“ (S. 114). So tröstet sich auch das jüdische Mädchen in ihrem Versteck vor den Nazis mit Erinnerung an das Sommerhaus, in dem sie sich heimisch fühlt und hält es für den „einzigen Ort, der seit damals sich ähnlich geblieben sein wird“ (S. 87). Andere Figuren sahen im Sommerhaus eine Art verklärende Isolation von der Außenwelt. Die Frau des Architekten bezeichnet es als „angemessenes Gehege“ (S. 68), die unberechtigte Besitzerin als „sehr schönes Gefängnis“ (S. 183)…

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Aus der Reihe Lektüren im Unterricht - Oberstufe und Abitur

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