Stammzellenforschung - ein Themen-Talk

Genetik in der Oberstufe Biologie

Blick ins Material

Stammzellenforschung - ein Themen-Talk

Genetik in der Oberstufe Biologie

Typ:
Unterrichtseinheit
Umfang:
31 Seiten (1,3 MB)
Verlag:
RAABE
Auflage:
1 (2020)
Fächer:
Biologie
Klassen:
11-13
Schultyp:
Gymnasium

Dem US-amerikanischen Forscher James Thomson gelang es 1998 erstmals, menschliche embryonale Stammzellen zu erzeugen. Sein Experiment erwies sich als folgenschwer. Es löste eine heftige ethische Kontroverse aus und beflügelte die Hoffnung auf neue Therapien. Moralischer Konflikt und medizinisches Potenzial, beides hat mit der Herkunft der embryonalen Stammzellen zu tun. Ob menschliche embryonale Stammzellen für medizinische Therapien genutzt werden sollten, wird in einem angeleiteten mehrperspektivischen „Themen-Talk“ am Beispiel der Querschnittslähmung diskutiert. Die Bewertungskompetenz Ihrer Schülerinnen und Schüler wird auf anspruchsvolle Weise gefördert.

Inhaltsverzeichnis:
  • Methodisch-didaktische Hinweise
  • M 1 Forschung mit embryonalen Stammzellen
  • M 2a Embryonen für die Forschung? – Robert A.
  • M 2b Embryonen für die Forschung? – Marlene T.
  • M 2c Embryonen für die Forschung? – Karl T.
  • M 2d Embryonen für die Forschung? – Rechtsexpertin Mia G.
  • M 2e Moderation des Themen-Talks
  • Lösungen

Dieser Unterrichtsabschnitt ist eingebettet in das Inhaltsfeld Genetik. Den Lernvoraussetzungen entsprechend richtet sich diese Stunde an Schülerinnen und Schüler (SuS) der Qualifikationsphase 1 oder 2. Für die Vorbereitung und Durchführung der Stunde ist ein Zeitumfang von 90 Minuten angesetzt.

Dabei sollen sich die SuS mit der Frage auseinandersetzen, ob Embryonen getötet werden dürfen, um Therapiemöglichkeiten für die Heilung von Querschnittslähmungen zu entwickeln. Im Laufe der Stunde wird dazu, nach einer kurzen Reaktivierung des Wissens über die Problematik der Stammzellforschung, durch eine Erarbeitung in Gruppenarbeit eine Position zur Thematik vorbereitet, die dann als Rolle in der Talkshow von einem Gruppenmitglied vertreten wird. Daraufhin werden Pro- und Kontra-Argumente und die zugehörigen ethischen Werte für verschiedene Handlungsoptionen erarbeitet und diskutiert.

Als Einstieg für die Unterrichtsstunde kann eine Karikatur zum Thema „Embryonale Stammzellenforschung“ gewählt werden. Karikaturen sind besonders gut geeignet, durch die überspitzte Darstellung eines Themas den SuS das Erkennen der Problematik bewusst zu machen. Visuelle Darstellungen sind zudem oft ansprechender als reine Textformate. Die SuS werden angeregt, neben ihrer persönlichen Position auch das moralische Dilemma in Worte zu fassen: Soll der therapeutische Einsatz von embryonalen Stammzellen erlaubt werden? Diese Problemeröffnung bietet zusätzlich die Möglichkeit, die verschiedenen Handlungsoptionen zur Lösung des Konflikts herauszustellen. Im weiteren Verlauf soll die Inszenierung eines Rollenspiels die ethische Urteilsbildung der SuS vorantreiben. Es bietet sich ein Themen-Talk an, in dem Vertreter unterschiedlicher Positionen in Bezug auf den therapeutischen Einsatz von embryonalen Stammzellen teilnehmen. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass verschiedene gesellschaftliche Perspektiven auf diese Weise zusammentreffen und daher eine große Bandbreite an Argumenten gesammelt werden kann. Der Themen-Talk gliedert sich in drei Phasen: Vorbereitungsphase, Spielphase und Auswertung.

Zur Vorbereitung werden zunächst Kleingruppen gebildet, die jeweils ein Rollenbild erarbeiten: querschnittsgelähmter Junge, dem der therapeutische Einsatz von Stammzellen die Möglichkeit geben könnte, wieder laufen zu können; ein Ehepaar, das kryokonservierte Embryonen aus einer IVF-Behandlung für die Stammzellenforschung zur Verfügung stellen könnte, und eine Expertin, die mit den rechtlichen Regelungen zur embryonalen Stammzellenforschung vertraut ist. Die arbeitsteiligen Gruppen erhalten zur Vorbereitung Informationstexte und Materialien zu den verschiedenen Akteuren des Themen-Talks. Weiterhin sorgt ein Moderator für einen reibungslosen Ablauf. Für die Spielphase sollte eine Art kleine „Bühne“ mit Requisiten hergerichtet werden, die das Hineindenken in die Rollen unterstützt. Da während der Talk-Runde nur wenige SuS aktiv sind, bietet es sich an, einen Beobachtungsbogen für die Beobachter zu verteilen. Es sollen die Argumente und zugehörige ethische Werte einer Position gesammelt werden, die nicht der vorbereiteten Rolle entsprechen. Die Talk-Runde startet mit den Plädoyers der einzelnen Rollenspieler. Der Einstieg als auch der Ausstieg aus einer Rolle sollten im Plenum durch die Lehrkraft besonders akzentuiert werden, um deutlich zu machen, dass es nicht um die jeweils persönliche Meinung geht. Die Debatte während des Themen-Talks sollte maximal 15 Minuten andauern. Der Moderator sollte Hauptstreitpunkte und mögliche Kompromissangebote heraushören und benennen. In der anschließenden Auswertungsphase werden die Hauptargumente aus der Beobachtungsaufgabe gesammelt, sodass verschiedene Pro- und Kontra-Argumente deutlich werden. Diesen Argumenten werden berührte Werte zugeordnet, die einem Wertepool entnommen werden können. Die SuS fällen am Ende ein persönliches Werturteil zum moralischen Konflikt und begründen dieses argumentativ. Sie bereiten eine mündliche Präsentation für das Plenum vor. Die Begründung des Urteils sollte eine Sachanalyse, eine Werteanalyse sowie eine Folgenantizipation enthalten. Als Hausaufgabe bietet sich evtl. ein Lerntagebucheintrag an. Darin reflektieren die SuS, welche Schritte bei der ethischen Urteilsfällung zum Stammzellen-Dilemma nötig waren.

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Material-Nr.: 75282

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