Lektüren im Unterricht: Fallada - Kleiner Mann - was nun?

Literatur fertig für den Unterricht aufbereitet

Blick ins Material

Lektüren im Unterricht: Fallada - Kleiner Mann - was nun?

Literatur fertig für den Unterricht aufbereitet

Typ:
Arbeitsblätter / Unterrichtseinheit
Umfang:
112 Seiten (1,5 MB)
Verlag:
School-Scout
Autor:
Throckmorton, Thomas
Auflage:
(2015)
Fächer:
Deutsch
Klassen:
11-13
Schultyp:
Gymnasium

“Lektüren im Unterricht” gibt Ihnen alle notwendigen Unterrichtshilfen und Arbeitsblätter an die Hand, um Hans Falladas Roman “Kleiner Mann – was nun?” im Unterricht zu erarbeiten und Ihre Schülerinnen und Schüler so bestmöglich auf die zentralen Abiturprüfungen vorzubereiten. Im Fokus steht dabei die möglichst selbstorganisierte Erarbeitung der Lektüre.

“Kleiner Mann – was nun?” ist der mit Abstand erfolgreichste Roman Hans Falladas, der gleich mehrfach verfilmt wurde. Das Werk über das durch eine ungewollte Schwangerschaft gebundene, aber sich treu liebende Paar Lämmchen und Pinneberg und ihre finanziellen Probleme ist eine Gesellschaftsstudie über die Verhältnisse in Deutschland während der Wirtschaftskrise zu Beginn der 30er Jahre.

Dies Unterrichtsmaterial zu “Kleiner Mann – was nun?” bietet umfangreiche und didaktisch aufbereitete Arbeitsblätter sowie Kopiervorlagen für den direkten Einsatz in verschiedenen Phasen der Lektürearbeit. Ein strukturierter und differenzierter Leseprozess wird dadurch angeleitet, die weitere Bearbeitung im Unterricht maßgeblich erleichtert. Aufgaben zur Interpretation leiten gezielt bei der Erarbeitung des Romans an, die durch eine genaue Inhaltsangabe sowie tiefergehende Charakterisierungen unterstützt wird. Arbeitsblätter zur Leistungsüberprüfung sowie eine abschließende Klausur mit Erwartungshorizont und ausführlicher Musterlösung können zur Klausurvorbereitung sowie zur Selbstüberprüfung herangezogen werden.

Inhalt:

  • Didaktische Hintergrundinformationen
  • Zusammenfassung, Textanalyse & Interpretation
  • Charakterisierung der Hauptpersonen (Johannes Pinneberg, Emma “Lämmchen” Pinneberg, Mia Pinneberg, Hans Jachmann, Herr Heilbutt, Doktor Sesam, Emil Kleinholz, Familie Mörschel)
  • Arbeitsblätter zur Erarbeitung der Lektüre im Unterricht (Aufbau, Form, Personenkonstellation, Sprache & Inhalt von “Kleiner Mann – was nun?”)
  • Kompaktes Prüfungswissen in Frage und Antwort
  • Anregungen & Hinweise zur Erstellung von Klausuren
  • Direkt einsetzbare Klausur (Kapitel “April schickt die Angst, aber Heilbutt hilft. Wo ist Heilbutt? Heilbutt ist futsch.”)

Textauszug:

Epoche

Falladas Roman gilt als ein Musterbeispiel für die Literatur der Neuen Sachlichkeit, da er mit einer sehr klaren Sprache arbeitet und auf unnötige Ausschmückungen oder Nebensatzkonstruktionen im Stile beispielsweise eines Thomas Mann verzichtet. Diese literarische Strömung, die zur Zeit der Weimarer Republik existierte, zeichnet sich durch eine Rückkehr zum Realismus aus und befasst sich oft mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit, die distanziert und beobachtend geschildert wird. Durch den häufigen Anspruch auf gesellschaftliche Relevanz kann man die Literatur der „Neuen Sachlichkeit“ auch durchaus als engagierte Literatur bezeichnen. Sprachlich und stilistisch sind Werke der „Neuen Sachlichkeit“ durch eine Schlichtheit und Klarheit gekennzeichnet, die sich deutlich vom energiegeladenen Stil des Expressionismus abgrenzt. Dies ermöglicht erst eine beobachtende Analyse bzw. Darstellung von Ereignissen, Problemen oder Figuren. Ein wichtiges Anliegen ist dabei auch die allgemeine Verständlichkeit und eine Nähe zur Alltagssprache.

Als eine Art Gesellschaftsstudie, die verschiedene Lebensräume, Milieus und soziale Gruppen beleuchtet und dabei insbesondere die wirtschaftliche und emotionale Lage der Kleinbürger am Beispiel der Pinnebergs darstellt und ihren Zerfall dokumentiert, bekommt der Roman den Charakter einer Reportage (siehe zu diesen Aspekten Charakteristika und Leitthemen). All dies ist in Wechselwirkung mit der passenden Sprache typisch für die Neue Sachlichkeit.

Bisweilen weicht der Erzähler indes von der Distanz und Neutralität ab, wenn er etwa die Verhältnisse in Ducherow mit Ironie schildert (S. 68-76 ) oder an anderer Stelle aus der Perspektive der Krankenversicherung Pinneberg anspricht (S. 300), wobei hier bedacht werden muss, dass sich die Vertreter der Neuen Sachlichkeit ohnehin nicht stoisch an ihre Prinzipien hielten.

Ein Roman der Wirtschaftskrise

Falladas Roman erschien 1932, also auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise, und setzt sich mit der Krise und ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft auseinander. Zumindest Grundkenntnisse der damaligen historischen Rahmenbedingungen sind damit unerlässlich für das Verständnis von „Kleiner Mann – was nun?“.

Die Weimarer Republik, die zum Ende des 1. Weltkriegs 1918 gegründet wurde und mit der Machtergreifung Hitlers 1933 endete, hatte von Beginn an immer wieder mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, so etwa mit der Hyperinflation von 1923.

Hinzu kamen häufige politische Unruhen und hohe Entschädigungszahlungen an die Siegermächte des 1. Weltkriegs. Nach einer Phase der relativen Stabilisierung kam es schließlich zur Weltwirtschaftskrise, die durch den Crash an der New Yorker Börse am schwarzen Donnerstag, dem 24. Oktober 1929, ausgelöst wurde. Sie führte dazu, dass die schwache, nur bedingt wettbewerbsfähige Wirtschaft Deutschlands durch den Niedergang der Exporte bei schon bestehendem Ungleichgewicht der Handelsbilanz sowie dem Druck der Reparationszahlungen kollabierte. Im Nu wurde der Schock an die Binnenwirtschaft weitergegeben, die mit Massenentlassungen reagierte, so dass zu Beginn der 1930er Jahre die Arbeitslosenquote auf 30% schoss. Das Gros der Menschen wurde auf ein Leben am Existenzminimum zurückgeworfen, nachdem man sich gerade von den Auswirkungen der Hyperinflation erholt hatte. Hinzu kam, dass Reichskanzler Brüning eine Sparpolitik verfolgte, um den Export zu stärken und die Kriegsentschädigungszahlungen zu beenden (er wollte mit den Maßnahmen zeigen, dass Deutschland auch bei größter Anstrengung nicht alles zahlen kann und dadurch einen Schuldenerlass erwirken). Dies führte zu Kürzungen bei Sozialleistungen, was die Situation der Bevölkerung noch verschlimmerte. Die wirtschaftliche Lage führte zu einer politischen Krise: Immer mehr Menschen wählten kleine oder radikale Parteien, was die ohnehin geschwächte Demokratie vor Probleme stellte, da sich keine Mehrheitsregierungen im Parlament mehr fanden und somit Minderheitsregierungen per Sonderverordnungen regieren mussten. Zeitgleich begann der Aufstieg der Nationalsozialisten. Am 30. Januar 1933 schließlich wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Die Wirtschaftskrise war für diese Entwicklung nicht alleine verantwortlich, trug aber ihren Teil dazu bei.

Falladas Roman zeichnet nicht allein ein Gesellschaftsbild jener Zeit, sondern bietet am Beispiel der Pinnebergs einen Einblick in die Gefühlswelt derjenigen, die von der Krise betroffen waren.

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Material-Nr.: 62024

Aus der Reihe Lektüren im Unterricht - Oberstufe und Abitur

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