Die Wirkung von Cannabis im Gehirn

Nur Rausch- oder auch Schmerzmittel?

Blick ins Material

Die Wirkung von Cannabis im Gehirn

Nur Rausch- oder auch Schmerzmittel?

Typ:
Unterrichtseinheit
Umfang:
53 Seiten (1,4 MB)
Verlag:
RAABE
Auflage:
1 (2021)
Fächer:
Biologie
Klassen:
11-13
Schultyp:
Gymnasium

Zu Beginn der Unterrichtssequenz wird grundlegendes Sachwissen über Cannabis erworben. Dazu gehört auch ein kurzer Blick in die Vergangenheit, der bereits die Bandbreite des Einsatzes von Hanf als Nutz- und Heilpflanze jenseits eines Drogenmissbrauchs in alten Kulturvölkern offenbart. Es werden aber bereits schon hier die wesentlichen Wirkstoffe der Pflanze, THC und CBD, benannt und eine darauf basierende Klassifizierung heute üblicher Medikamente. Cannabis in seiner Funktion als Rauschdroge wird im Material (M 2) mit Alkohol, Nikotin und Kokain verglichen. Als Schwerpunkte des Vergleichs werden die Potenziale für körperliche und psychosoziale Schädigungen einer komplexen Datenerhebung entnommen. Dass Drogenabhängigkeit auf einem Lernprozess des Belohnungszentrums des menschlichen Gehirns beruht, wird auch unter hirnanatomischen Aspekten dargestellt.

Mit Material (M 3) wird der Ursache für die Sensibilität des menschlichen Nervensystems für exogene Stoffe auf den Grund gegangen. Ein körpereigenes neuronales Signalsystem reagiert auf Phytocannabinoide wie THC und CBD wegen der Strukturähnlichkeiten mit endogenen Signalstoffen. Auf der Basis ihrer Grundkenntnisse über synaptische Prozesse erschließen die Schüler die Funktion des Endocannabi-noid-Systems, der CB1- und CB2-Rezeptoren, für interne neurobiologische Regulationen sowie die psychoaktive Wirkung exogener Stoffe und ihrer Antagonisten. Damit werden fachliche Grundlagen für ein vertieftes naturwissenschaftliches Verständnis der Wirkung von Medikamenten, des gesundheitsfördernden Einsatzes, aber auch eines möglichen Missbrauchs angelegt. In Material (M 4) wird die schmerzlindernde Wirkung von Cannabis mit einem Schwerpunkt auf Patienten mit Multipler Sklerose thematisiert. An verschiedenen lebensnahen Fallstudien erproben die SuS ihre Urteilskompetenz zum Einsatz von Cannabis als Heil- und Schmerzmittel, indem sie erste Diagnosen wagen und Einschätzungen für eine angemessene Therapie abgeben. Damit wird der Blick für eine den SuS oft unbekannte Facette der Hanfpflanze als Schmerztherapeutikum geschärft. Mit Material (M 5) werden die aktuelle Gesetzeslage und das Dilemma von Schmerzpatienten in den Fokus gerückt, die oft nur die Wahl zwischen Dauerschmerz und Gesetzesbruch haben. In diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, dass aufgrund des immer besseren Verständnisses der Wirkursachen, Widerstände gegen den therapeutischen Einsatz von Cannabis ständig geringer werden. In diesem Kontext werden die SuS wiederum aufgefordert, eine eigene begründete Haltung zu entwickeln. Mit Material (M 6) wird die Thematik über die Betrachtung von Cannabis als Rausch- und Schmerzmittel hinaus weiter ausgebaut. Politische Akteure befeuern die Diskussion um die Hanfpflanze zurzeit erneut mit Forderungen einer Freigabe für den alltäglichen Genuss der Droge. Ein real vorliegendes 9-Punkte-Papier zur Liberalisierung von Cannabis sowie aktuelle Kritiken an diesem Plan werden von den Schülerinnen und Schüler unter Einbeziehung von Werten diskutiert. Die SuS lernen, dass die Zuordnung von Werten subjektiv ist, dass um konkurrierende Werte gerungen werden kann, und jeder diese für sich unterschiedlich gewichtet. Eine Reflexion über Wertekonkurrenz und Wertehierarchie ist daher für das Demokratiebewusstsein der SuS von Bedeutung, wird dadurch doch die Vielfalt individueller Meinungen und Entscheidungen verständlich. Der TV-Talk rundet den Unterricht auf spielerische Weise ab. Nun kommen verschiedene gesellschaftliche Positionen in Form konkreter Vertreter zu Wort. Die Vorbereitung der Rollenspieler auf die Rolle wird idealerweise in kleinen Gruppen vorgenommen. So ist jeder SuS mit den Pro- und Kontra-Argumenten der betreffenden Perspektive vertraut. Den Argumenten werden berührte Werte zugeordnet sowie eine Typisierung nach deontologisch oder konsequenzia-listisch vorgenommen. Das Spiel wird von der Lehrperson oder einem SuS moderiert und sollte 15 min nicht überschreiten. Eine provisorische „Bühne“ mit wenigen „Requisiten“ streicht die Spielsituation heraus. Nach dem Diskurs werden die Spieler vom Moderator aus der Situation bewusst entlassen, indem jeder Spieler sein Befinden in der Rolle vor dem Plenum zum Ausdruck bringen kann. Dadurch wird auch den Beobachtern bewusst, dass nicht eigene Meinungen, sondern gesellschaftliche Positionen stellvertretend dargestellt wurden. Die Spieler in der Debatte sowie die Beobachter in der Feedback-Phase bemühen sich um eine faire Gesprächskultur. Es sollte mit den SuS vor der eigenen Urteilsbildung besprochen werden, dass kein Mensch nur rein deontologisch oder konsequenzialistisch argumentiert. Dieses sind nur zwei Pole, die verraten können, ob jemand mehr regel- oder folgenorientiert in moralischen Bezügen denkt und handelt. Oft stellen unsere moralischen Entscheidungen jedoch eine (durchaus akzeptable) Mischkultur dar. Das Glossar sollte über die gesamte Lerneinheit zur Verfügung stehen. Es kann, je nach Leistungsstand der SuS, auch erweitert werden.

Inhaltsverzeichnis:
  • Methodisch-didaktische Hinweise
  • M 1: Marihuana, Haschisch oder Cannabis
  • M 2: Psychoaktive Stoffe und ihr Abhängigkeitspotenzial
  • M 3: Cannabis-Rezeptoren im Nervensystem
  • M 4: Cannabis als Schmerztherapeutikum
  • M 5: „Cannabis als Medizin“, Gesetz von 2017
  • M 6: Abgeordnete fordern Freigabe von Cannabis
  • M 7: Soll Cannabis als Genussmittel freigegeben werden?
  • M 8: Glossar
  • Lösungen
  • Literatur

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Material-Nr.: 78235

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