Das Bild der Frau in der römischen Gesellschaft

Das Frauenbild im alten Rom

Blick ins Material

Das Bild der Frau in der römischen Gesellschaft

Das Frauenbild im alten Rom

Typ:
Unterrichtseinheit
Umfang:
40 Seiten (2,3 MB)
Verlag:
RAABE
Auflage:
1 (2020)
Fächer:
Latein
Klassen:
10-12
Schultyp:
Gymnasium

Die Unterrichtseinheit bietet eine Auswahl von Texten über römische Frauen, die tatsächlich gelebt haben und die von männlichen Autoren in unterschiedlichen Gattungen porträtiert oder charakterisiert worden sind. In keinem Fall liegt genügend Material vor, um auch nur ansatzweise „die Wahrheit“ über die Dargestellten herauszubringen. Dies sollte von der Lehrkraft auch nicht suggeriert werden. Vielmehr soll die Charakteristik als literarische Fiktion und die Intention des jeweiligen Autors bzw. Textes im Vordergrund stehen. Die übergeordnete Fragestellung, die an alle Texte herangetragen werden soll, lautet: Was muss eigentlich in einer Charakteristik mitgeteilt werden – was muss ich über eine Person wissen, um überhaupt eine gewisse Kenntnis von ihr beanspruchen zu können?

Ausgangspunkt der Reihe ist Sallusts Charakteristik der Sempronia, weil dieser oft gelesene Text sich gut für den Unterricht eignet: Er ist sprachlich zu bewältigen, zugleich reizvoll und inhaltlich ansprechend wegen der Ambivalenz des Porträts, etwas, das man gerade in Bezug auf Frauen nicht häufig findet – jedenfalls nicht auf so knappem Raum; die lebensfrohe und kühne Catilinarierin stößt bei den Schülerinnen und Schülern sicherlich auf mehr Sympathie als eine der berühmten Tugendheldinnen. Es folgt die Charakteristik der Poppaea Sabina als Dokument der literarischen Rezeption: Dieses zeigt, dass Sallust mit seiner zweideutigen Sempronia einen Typus geschaffen hat, den ein anderer Historiker aufgreift, um das Verhalten einer Frau zu erklären.

Als positives Gegenbild wird diesen beiden Fannia gegenübergestellt. Sie ist unter anderem deshalb besonders interessant, weil sie ein Beispiel für „oral history“ gibt – sie versuchte (mit Erfolg), die Überlieferung zu beeinflussen, indem sie Plinius von den Frauen ihrer Familie erzählte. Ihre Geschichte setzt die Reihe auch chronologisch fort und bietet zugleich auch ein Gegenbild in politischer Hinsicht: Poppaea steht für das (korrupte) Kaiserhaus, Fannia für die (stoisch-„republikanische“) Opposition.

Was an Lob über Fannias weibliche Tugenden gesagt wird, leitet dann zu den Grabinschriften über. Die lobenden Epitheta werden so als Stereotype erkennbar. Außerdem bieten die Inschriften, wie auch das Porträt Fannias selbst, nicht nur Stereotype, sondern auch Tatsachen über die Biografien der Dargestellten. So ist ein Blick in die Welt der Freigelassenen und überhaupt der Frauen unterhalb von Senatoren- und Ritterstand möglich.

Die Reihe kann in eine Werklektüre von Sallusts Catilina eingebettet werden; die Kenntnis der Catilina-Charakteristik kann nützlich sein, ist aber nicht unerlässlich, um die generellen Kriterien einer Charakteristik zu erarbeiten. Die Reihe kann auch mit einer Lektüre der Ars amatoria Ovids verbunden werden: Ovids Äußerungen über die Libertine oder seine grundsätzliche, mit Blick auf die augusteischen Ehegesetze formulierte Unterscheidung zwischen Libertine und Matrone kann den Anlass geben, sich ausführlicher mit der Stellung der Frau zu beschäftigen. Außerdem wäre sie als thematische Erweiterung einer Plinius-Lektüre oder einer Lektüre von Ciceros Pro Caelio denkbar. Schließlich ist die Reihe auch im Rahmen einer umfassenderen thematischen Lektüre zur Frau oder zur Gesellschaft oder dem Alltagsleben in Rom einsetzbar.

Inhaltsverzeichnis:
  • Fachliche Hinweise
  • Methodisch-didaktische Hinweise
  • Primär- und Sekundärliteratur
  • M 1: Lernwortschatz „Römische Frauen“
  • M 2: Eine römische Matrone
  • M 3: Personencharakteristik – ein allgemeines Raster erarbeiten
  • M 4: Das Porträt Sempronias
  • M 5: Neuere Ansichten über Sempronia
  • M 6: Die Formen der Ehe bei den Römern
  • M 7: Poppaea Sabina – eine künftige Kaiserin
  • M 8: Zwei Frauen eines Kaisers: Octavia und Poppaea
  • M 9: Fannia – eine tapfere Frau
  • M 10: Was Grabinschriften verraten
  • M 11: Clodia – berühmt und berüchtigt
  • Lösungsvorschläge und Übersetzungen

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Material-Nr.: 75350

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