Ich und die Anderen im Netz - Problemfelder der Moral

Identität und Rolle in sozialen Medien reflektieren

Blick ins Material

Ich und die Anderen im Netz - Problemfelder der Moral

Identität und Rolle in sozialen Medien reflektieren

Typ:
Unterrichtseinheit
Umfang:
41 Seiten (1,9 MB)
Verlag:
RAABE
Auflage:
1 (2020)
Fächer:
Ethik
Klassen:
9-10
Schultyp:
Gymnasium, Realschule

Bin ich Influencer oder influenced? Wie können Lehrende, die selbst meist mit der Nutzung sozialer Netzwerke wenig Erfahrung haben, hier Orientierung schaffen? Wie behalten sie den Überblick, in Anbetracht der Kurzlebigkeit der favorisierten sozialen Netzwerke?

Schülerinnen und Schüler, so die Erfahrung, genießen ihr „Expertentum“ vor der Lehrkraft. Deshalb, so die Idee dieser Unterrichtseinheit, klären sie zunächst selbst, was ihre Plattform kann und inwiefern sie von der Nutzung profitieren. Die Reflexion darüber geschieht mithilfe des Drei-Instanzen-Modells Sigmund Freuds. Wie viel Über-Ich verträgt das Ich? Durchschaut es, wenn nur das Es stimuliert wird? Und wann gerät das Ich aus dem Gleichgewicht?

In der vorliegenden Reihe liegt der Schwerpunkt auf der Untersuchung der Plattformen YouTube und Instagram. Diese Einheit eignet sich auch für nicht gymnasiale Züge der Jahrgänge 9 und 10.

Wie bettet sich diese Reihe in den Lehrplan?

Die curricularen Vorgaben für das Fach Ethik sehen das Thema „Identität und Rolle“ vor. Im Rahmenlehrplan Ethik für Berlin wird dieses Thema ergänzt durch ein weiteres: „Das Ich als Aufgabe“. Neben den Begriffen „Identität“ und „Rolle“ werden die Begriffe der Selbst- und Fremdwahrnehmung, der Autonomie und Fremdbestimmung eingeführt. Ergänzt werden diese inhaltlichen Vorgaben durch den fächerübergreifenden Rahmenlehrplan zur Medienbildung, der die Schulung der Reflexionskompetenz hinsichtlich des Umgangs der Lernenden beispielsweise mit den sozialen Netzwerken einfordert. Das ist der regulative Rahmen, in den die Reihe eingebettet ist.

Wie ist die vorliegende Einheit aufgebaut?

Die Reihe beginnt mit einer Partnerübung. Diese sensibilisiert die Lernenden für Differenzen und Gemeinsamkeiten in der Selbst- und Fremdwahrnehmung. So entwickeln die Lernenden ein Verständnis des Identitätsbegriffs, welches sie im Anschluss anhand von Freuds Instanzenmodell vertiefen. Dieses theoretische Rüstzeug hilft, die Wirkung von Selbstdarstellungen im Netz kritisch zu reflektieren. Ziel ist es, die Reflexionskompetenz der Jugendlichen hinsichtlich der Bildgestaltung in sozialen Netzwerken zu stärken, sodass sie einer möglichen Verunsicherung ihres Selbstwertgefühls durch idealisierte Fremddarstellungen im Netz entgegentreten können.

Welche methodischen Schwerpunkte setzt diese Reihe?

Die Hauptschwierigkeit bei diesem Thema besteht darin, die Jugendlichen zu motivieren. Schülerinnen und Schüler sprechen gern über das Ich. Aber das Gespräch über ihre Erfahrungen in sozialen Netzwerken suchen sie nicht unbedingt im Rahmen der großen Lerngruppe und noch seltener mit der Lehrkraft. Das hat zwei Gründe: Zum einen verfügen Lehrerinnen und Lehrer in den meisten Fällen allein aus Altersgründen nicht über die nötige Sachautorität, um die Lernenden in Fragen der Mediennutzung zu instruieren. Zum anderen haben die Lernenden das Gefühl, dass Schule, ähnlich wie das Elternhaus, keinen Zutritt zu ihrem Terrain haben sollte. Da die Möglichkeit des Lehrervortrags in dieser Reihe also weitgehend ausfällt, kommen anstelle dessen Methoden zum Zuge, welche die Lernenden motivieren sollen, die von ihnen genutzten Medien auf der Metaebene zu untersuchen. Methodisches Highlight der Reihe ist das Erstellen eines Erklärvideos seitens der Lernenden. Hier dient die Umkehrung von Schüler- und Lehrerrolle als didaktischer Kniff. Indem die Jugendlichen die Funktionen des von ihnen genutzten sozialen Netzwerkes in einem Erklärvideo erläutern, leisten sie einen ersten Schritt zu einem reflektierten Umgang damit. Weiterhin ermöglichen Methoden wie Partnerinterview, Rollenspiel und Debatte ein hohes Maß an Schüleraktivierung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einer sprachsensiblen Texterarbeitung. Komplexe Texte werden auf zwei Niveaus angeboten. Deshalb ist diese Reihe auch geeignet für heterogene Lerngruppen an mittleren Schulen. Verstehens- oder auch Wahrnehmungs- und Deutungskompetenz wird durch sorgfältige, differenzierte Aufbereitung der ideengeschichtlichen Texte geschult, die stets immer auch in einer leichteren Variante in vereinfachter, schülergerechter Sprache angeboten werden.

KOMPETENZPROFIL:
  • Klassenstufe: 9/10
  • Dauer: 10 Unterrichtsstunden
  • Kompetenzen: Film- und Bildmedien wahrnehmen und deuten; Argumentieren üben; die eigene Meinung in Diskussionen begründet darlegen; den Begriff „Identität“ als Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen Kräften und Erwartungen darstellen; Freuds Modell vom Ich, Über-Ich und Es auf konkrete Alltagssituationen übertragen und anwenden
  • Thematische Bereiche: Social Media; Instagram; Freuds Drei-Instanzen-Modell
  • Medien: Texte, Bilder, Schaubilder, Videos
  • Methoden: Erklärvideo erstellen, Interview, Rollenspiel, Debatte

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Material-Nr.: 75294

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