Othering - unser persönliches Leben

Was die Bilder, die wir als Europäer von anderen entwerfen, über uns Europäer sagen und sagen sollen

Blick ins Material

Othering - unser persönliches Leben

Was die Bilder, die wir als Europäer von anderen entwerfen, über uns Europäer sagen und sagen sollen

Typ:
Unterrichtseinheit
Umfang:
41 Seiten (1,6 MB)
Verlag:
Mediengruppe Oberfranken
Autor:
Kunz, Christoph
Auflage:
(2019)
Fächer:
Ethik
Klassen:
5-10
Schultyp:
Gymnasium, Hauptschule, Realschule

Die Begegnung mit dem Orient war für Europa immer auch eine Begegnung mit sich selbst. Über den Orient, besser: Über das Bild des Orients entwickelten europäische Philosophen und Forscher ein Selbstbild von Europa mit den Werten und Ideen, die für Europa kennzeichnend sein sollten.

In dem Kapitel Othering – was die Bilder, die wir als Europäer von anderen entwerfen, über uns Europäer sagen und sagen sollen wird dieses Auftreten bzw. Selbstverständnis kritisch reflektiert. „Othering“ bezeichnet den Vorgang, über das Bild, welches man sich von anderen macht, sich selbst zu bestimmen. Zu fragen und zu diskutieren ist, ob dabei das Bild, das von den anderen gezeichnet wurde, den anderen gerecht wird und ob die Selbstbestimmung über die Abgrenzung gegenüber den anderen mit einem Herrschaftsanspruch Europas einhergeht, der heute noch die politische Diskussion bestimmt.

Kompetenzen und Unterrichtsinhalte: Die Schülerinnen und Schüler sollen
  • sich ihrer eigenen Vorstellungen und Bilder bewusst werden, die sie mit Blick auf den „Orient“ haben,
  • zwei bahnbrechende Reisen deutscher Forscher kennenlernen und exemplarisch untersuchen, wie die Begegnung mit dem Fremden, dem Anderen dargestellt wird,
  • den Begriff Othering kennen und anwenden können,
  • die aktuelle Debatte um das angeblich „christliche Abendland“, das bedroht sei, verstehen, beurteilen und eine eigene Position zu dieser Debatte beziehen.

Jeder kennt wohl die Erfahrung, etwas oder jemanden als anders, als fremd, als von der eigenen Person verschieden zu erfahren. Diese Erfahrung bezieht sich nicht nur auf den einzelnen Menschen, sondern auch auf Gruppen von Menschen. Vom Othering spricht man, wenn die Unterschiede, die man wahrnimmt, nicht einfach vorliegen, sondern aktiv konstruiert werden. Man könnte Othering also übersetzen mit „jemanden andersartig machen“ oder mit „Veränderung“ (!).

Dieses Konstruieren wird besonders deutlich, wenn die Merkmale, die wir den anderen unterstellen, nur unserer Vorstellung, unseren Ängsten und Hoffnungen entspringen. Die „Bilder der anderen“ sagen dann auch viel über uns aus. Aktives Konstruieren kann aber auch dann vorliegen, wenn man – vermeintlich objektiv – beobachtet und notiert, denn schon die Auswahl der Aspekte (Auf was achte ich? Was vernachlässige ich?) beeinflusst das Bild der anderen, das ich als Ergebnis meiner Beobachtung erhalten werde.

Die folgende Einheit untersucht das Othering als psychosozialen Vorgang an ausgewählten historischen Beispielen. Dabei soll gefragt werden, wie das Othering für Europa in Abgrenzung zum Orient (Stunden 1 – 4), (der gegenwärtig in vielen Diskussionen wieder wichtig wird) und zum tropischen Inselparadies (Stunden 5 – 6) bedeutsam wurde. Um die Geschichtlichkeit der beiden Beispiele zu illustrieren, werden viele Originaltextpassagen in Originalschreibweise präsentiert. Die zwei Beispiele können auch einzeln im Unterricht eingesetzt werden.

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Material-Nr.: 72230

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