Abitur komplett: Deutsch Hessen 2020 - Grundkurs

Paket: Alle Inhaltsfelder - Abitur Hessen 2020

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Abitur komplett: Deutsch Hessen 2020 - Grundkurs

Paket: Alle Inhaltsfelder - Abitur Hessen 2020

  • Abitur Hessen 2021
  • Achtung! Jetzt mit 30% Rabatt! Nur für kurze Zeit!
Typ:
Download-Paket
Verlag:
School-Scout
Fächer:
Deutsch
Klassen:
11-13
Schultyp:
Gymnasium

Die komplette Vorbereitung Deutsch für das Zentralabitur 2019 und 2020 in Hessen in einem günstigen Paket. Es enthält Materialien zu den zentralen Themen, Lektüren und Kompetenzen, die im Grundkurs bis zum Abitur Pflicht sind.

Darunter etwa aus unserer Serie “Lektüren im Unterricht” alle vier obligatorischen Abiturlektüren sowie umfassende Unterrichtsmappen zur Naturlyrik und zu Lyrik mit anthropologischer Fragestellung. Auch die Inhaltsfelder Sprache, Medien, Wirklichkeit, Öffentlichkeit und Sprachwandel werden damit ausführlich für den Deutschunterricht aufbereitet.

Inhalt:
  • Lektüren im Unterricht: Franz Kafka – Die Verwandlung
  • Lektüren im Unterricht: Georg Büchner – Woyzeck
  • Lektüren im Unterricht: Johann Wolfgang von Goethe – Faust I
  • Lektüren im Unterricht: Joseph von Eichendorff – Aus dem Leben eines Taugenichts
  • Naturlyrik – Unterrichtsmappe
  • Der Mensch in der Lyrik – Unterrichtsmappe
  • Neue Medien und ihr Einfluss auf die Sprache – Stationenlernen mit Stationenmatrix
  • Political Correctness – Sprachgeschichtlicher Wandel

Ihr zusätzlicher Vorteil: Mit dem Paket erhalten Sie die verschiedenen Titel nicht nur gebündelt in einem Download, sondern zusätzlich auch noch besonders günstig!

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(inkl. 30 % Rabatt)
Material-Nr.: 71816
enthält 8 Einzelmaterialien im Gesamtwert von 90,42 Euro!

Dieses Materialpaket enthält 8 Einzelmaterialien im Gesamtwert von 90,42 Euro:

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Typ Nr Titel Seiten Preis
46176 Lektüren im Unterricht: Büchner - Woyzeck
  • Didaktische Hintergrundinformationen
  • Zusammenfassung, Textanalyse & Interpretation
  • Charakterisierung der Hauptpersonen (Woyzeck, Marie, Tambourmajor)
  • Arbeitsblätter zur Erarbeitung der Lektüre im Unterricht (Form und Wirkung des Dramas / Woyzeck und die Gesellschaft)
  • Kompaktes Prüfungswissen in Frage und Antwort
  • Anregungen & Hinweise zur Erstellung von Klausuren
  • Direkt einsetzbare Klausur (Figurenbeziehung – Der Mord an Marie in Szene 20)

Textauszug:

Vorwort

Das vorliegende Material thematisiert Georg Büchners Drama „Woyzeck“, das – bedingt durch den frühen Tod des Autors – leider immer ein Fragment bleiben muss. So stehen die kurzen Szenen oft zusammenhangslos nebeneinander. Und dennoch – oder gerade deshalb? – zählt Woyzeck zu den Klassikern der deutschen Literatur.

Büchners „Woyzeck“ bietet sich gleich in vielerlei Hinsicht als Schullektüre an: Zum einen lässt sich der geringe Umfang des Werkes von jedem Schüler gut bewältigen und ermöglicht eine textnahe Interpretation im Unterricht. Außerdem ist die sprachliche Gestaltung von Schülern leichter zu durchdringen als bei manchem Klassiker von Goethe oder Schiller. Darüber hinaus geht es um schülernahe Themen wie Liebe und Eifersucht.

Die Lektüre besticht außerdem durch interessante und vielschichtige Figuren und liefert vielfältige Möglichkeiten zur Wiederholung der gattungstypischen Merkmale. So ist die literaturtheoretische Diskussion darüber, ob Büchners Woyzeck ein geschlossenes oder ein offenes Drama sei, für die Schüler gut nachzuvollziehen. Dies kann durch den geringen Umfang des Werkes sehr textnah im Unterricht geschehen.

Büchners „Woyzeck“: Eigenart, Probleme, Chancen

Ein historischer Mordfall wird zum Klassiker der Literatur

Im Juni 1821 ersticht Johann Christian Woyzeck aus Eifersucht seine Geliebte. Ein Mord, der nicht unbedingt Eingang in die Geschichtsbücher findet – wohl aber in die Literaturgeschichte eingehen wird, denn etwa ein Jahrzehnt später verfasst der gerade einmal 23 Jahre alte Georg Büchner die Dramenszenen des Woyzeck, die – bedingt durch den frühen Tod des Autors -Fragment bleiben. Woyzeck zählt inzwischen zu den Klassikern der deutschen Literatur. Dieses Werk Büchners bietet sich gleich in vielerlei Hinsicht als Schullektüre an!

Chancen im Zugang durch Umfang, Sprache und Handlung

Der geringe Umfang des Werkes lässt sich von jedem Schüler gut bewältigen und ermöglicht eine textnahe Interpretation im Unterricht. Die Sprache ist klar und leicht verständlich, die Handlung fassbar und ohne viel Hintergrundwissen zu versehen. Dazu kommt, dass sie auch vielfältige Momente der Spannung enthält, die zusätzliches Interesse auslösen können – immerhin geht es hier um Liebe und Eifersucht, Selbst- und Fremdbestimmung, Themen, die Jugendliche besonders interessieren.

Hochaktuelle Fragen und Themen

Die angesprochenen Themenkomplexe um Individuum und Gesellschaft, Eifersucht und Gewalt sind auch für heutige Schüler keine abstrakten Gebilde und so erleichtert das Stück schon über seinen Inhalt den Einstieg. Je tiefer man in den Kern des Stücks dringt, desto weitreichender und komplexer werden die Hintergründe hinter der Schilderung des Mordfalls: Woyzeck ermöglicht den Schülern die anschaulich-konkrete Auseinandersetzung mit ideengeschichtlichen Strömungen wie Determinismus, Nihilismus, Realismus und Idealismus. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der Zuordnung Büchners zu einer Epoche. Dabei wird deutlich, dass im Fall Büchners die Epoche nicht nur als zeitliche Eingrenzung, sondern vor allem als Geisteshaltung gesehen werden kann.

Literaturtheorie ganz praktisch nachvollziehen

Neben der vielschichtigen Thematik, die zum Nachdenken und Diskutieren anregt, ist Büchners Woyzeck sicher ein ganz besonderes Werk, was seinen Aufbau betrifft. Keine Spur von klassischen Einheiten oder von einer pyramidalen Dramenstruktur – im Gegenteil: Mit Woyzeck können die Schüler die Theorie des offenen Dramas besonders plastisch nachvollziehen.

Die verschiedenen Versionen, je nach Handschrift, zu vergleichen, ist für die Schüler eine vermutlich neue Herangehensweise an Literatur. Auch die in den dramatischen Text eingewobenen Märchen und Lieder bieten die Möglichkeit, diese literarischen Formen genauer zu untersuchen.

Komplette Vorab- oder sukzessive Lektüre

Im Vorfeld sollte vom Lehrer entschieden und klar formuliert werden, ob das Stück als Ganzes vor der Besprechung im Unterricht gelesen werden soll oder ob es schrittweise (beispielsweise szenenweise) gelesen wird. Die erstgenannte Möglichkeit fordert die Schüler zunächst, führt aber zu einer tiefergehenden, differenzierten Besprechung im Unterricht. Es sollte dabei darauf geachtet werden, dass der Inhalt immer zwischendurch wiederholt wird, bevor näher auf einzelne Aspekte oder Szenen eingegangen wird, denn es ist nicht davon auszugehen, dass alle Schüler alles im Prozess des eigenständigen Lesens verstehen.

121 ab € 12,99
56367 Lektüren im Unterricht: Goethe - Faust I
  • Didaktische Hintergrundinformationen
  • Zusammenfassung, Textanalyse & Interpretation
  • Charakterisierung der Hauptpersonen (Faust, Mephisto, Gretchen)
  • Kompaktes Prüfungswissen in Frage und Antwort
  • Anregungen & Hinweise zur Erstellung von Klausuren
  • Direkt einsetzbare Klausuren (Wald und Höhle – Gretchen und Faust / Die Wette im Studierzimmer – Faust und Mephisto)

Textauszug:

Ein Werk zwischen den Epochen

Wegen seiner langen Entstehungszeit repräsentiert die Faust-Dichtung gleich mehrere Epochen. Gerade der erste Teil eint „Sturm und Drang“, „Aufklärung“, „Klassik“ und „Romantik“ in sich. Die Figur des Faust in seinem Erkenntnis- und Erlebniswillen, die Gretchenhandlung, die wie ein bürgerliches Trauerspiel komponiert ist, und der Aufbau der Tragödie als offenes Drama in der Tradition Shakespeares verweisen deutlich auf die Ursprünge des „Faust I“, die in den 1770ern und damit im „Sturm und Drang“ liegen.

In den Figuren Wagners und insbesondere Mephistos, der mit ironisch-distanzierter Analytik die Menschen entlarvt, findet sich ein Stück der „Aufklärung“ wieder. Unübersehbar ist auch der typische „Aufklärungsoptimismus“, der auch tragische Wendungen im Sinne teleologischer Vorstellungen als notwendige Übel hin zur Vervollkommnung betrachtet.

Auch wenn der Faust absolut kein typisches Werk der „Klassik“ ist, hat Goethe es aber doch klassisch überformt, indem er es in Versform brachte. Darüber hinaus wird durch den Prolog im Himmel Faust in seiner Zerrissenheit und ständigem Tatendrang zum Symbol für die gesamte Menschheit. Dabei strebt er trotz aller Fehler und allen Scheiterns einem Ideal zu.

Besonders präsent ist im „Faust“ die „Romantik“: Fabelwesen, schwarze Magie und die Verortung des Dramas verweisen auf die seinerzeit noch junge Strömung. Darüber hinaus ist der „Faust“ kein in sich geschlossenes, streng durchkomponiertes Werk, sondern ein Drama, das im Sinne der „Romantik“ wuchert und ausufert: Brennender Wein, die bunte Gesellschaft in der Hexenküche, die Walpurgisnacht und vor allem der „Walpurgisnachtstraum“ als Stück im Stück lassen das Drama lebendig wirken und sind eher lustvolle Spielereien als für die Handlung notwendige Versatzstücke.

Faust I – Ein Fragment

Aus guten Gründen wird in der Schule i.d.R. nur der erste Teil der Faustdichtung besprochen. Zu unübersichtlich, zu lang und zu bedeutungsschwer ist der zweite Teil – vor allem wegen seiner Lösung von der Handlungs- und Figureneinheit. Trotzdem muss man sich darüber im Klaren sein, dass „Faust I“ damit nur ein Fragment ist mit offenem Ende: man weiß nicht, wie es mit Faust ausgehen wird. Ohne den zweiten Teil lassen sich gewisse Aspekte anders deuten. So stellt sich bspw. die Frage, ob Fausts Erlebnishunger, Erkenntniswille und Tatendrang ohne je Erfüllung zu finden oder innezuhalten tatsächlich positiv konnotiert sind. Vielmehr erscheint Faust eine ganz und gar disharmonische Existenz zu sein. Sein zerstörerisches Treiben scheint doch recht wenig mit dem stetigen Streben zu tun zu haben, das Gott im Prolog skizziert – zumal dieses Treiben Gretchen ins Unglück stürzt.

Im zweiten Teil wird erst klar, dass Faust gerettet wird: sein stetiger Tatendrang verursacht zwar großes Leid und verkehrt sich teilweise ins Übertriebene bis Krankhafte (vgl. dazu den Abschnitt vom faustischen Widerspruch), aber trotzdem bewahrt er Faust davor, durch Mephistos Zerstreuungsprogramm eine stillstehende Existenz zu werden. Dies muss sich der Teufel im zweiten Teil selbst eingestehen: „Der mir so kräftig widerstand,/ Die Zeit wird Herr, der Greis hier liegt im Sand.“ (V. 11591f.) Falls genügend Zeit besteht und insbesondere im LK sollte man deshalb eine kurze Einführung in den zweiten Teil (etwa in Form eines Referates) geben und zumindest den Beginn sowie Teile des fünften Aktes („Palast“, „Grablegung“) behandeln. Falls dies nicht möglich ist, kann man die Unabgeschlossenheit von „Faust I“ auch nutzen, indem man die SuS z.B. darüber diskutierten lässt, ob Faust eine positiv konnotierte Figur ist. Ferner ließe sich auch spekulieren, wie es mit dem Gelehrten weitergeht und wie die Wette am Ende ausgeht.

Vom Himmel durch die Welt zur Hölle – Der „Faust“ als Welttheater

Im „Vorspiel auf dem Theater“ verspricht der Direktor wahrlich nicht zu viel über den „Faust“, wenn er schließlich sagt: „So schreitet in dem engen Bretterhaus/ Den ganzen Kreis der Schöpfung aus,/ Und wandelt, mit bedächtger Schnelle,/ Vom Himmel, durch die Welt, zur Hölle.“ (V. 239-242)

Tatsächlich setzt das Stück im Himmel ein und folgt danach Fausts Treiben auf der Erde. Auch wenn die Handlung nicht in der Hölle endet, so hat sich am Ende des zweiten Teils zumindest der Höllenschlund geöffnet. Auch im ersten Teil, der hier im Mittelpunkt steht, hört Gretchen zumindest bereits das „Heulen und Klappern der Hölle“ (V. 4467), wird aber dann doch noch gerettet.

Der „Prolog im Himmel“ fügt die Geschicke Fausts gleich zu Beginn in einen größeren Sinnzusammenhang: alles, was er tut, ist unabhängig von moralischen Bewertungen Teil des Prinzips der Schöpfung und der Natur des Menschen, der geprägt ist von ständiger Tätigkeit und Ruhe im Wechsel (vgl. V. 336-349). In Faust realisieren sich das göttliche und das teuflische Prinzip als Tatendrang und Erkenntnisstreben auf der einen sowie sinnliche Begierden und Zerstreuung auf der anderen Seite. Dieser Grundkonflikt macht ihn zu einem Beispiel für die gesamte Menschheit.

Das Drama wird so zu einem Welttheater, wobei Mephistopheles seinen Schützling durch die „kleine“ und dann die „große Welt“ führt (V. 2052). Die große Welt entfaltet sich erst im zweiten Teil, die kleine Welt ist das Lebensumfeld Gretchens.

101 ab € 12,99
58249 Lektüren im Unterricht: Kafka - Die Verwandlung
  • Didaktische Hintergrundinformationen
  • Zusammenfassung, Textanalyse & Interpretation
  • Charakterisierung der Hauptpersonen (Gregor Samsa, Grete Samsa, Herr Samsa, Frau Samsa, Der Prokurist, Die Zimmerherren)
  • Arbeitsblätter zur Erarbeitung der Lektüre im Unterricht (Aufbau, Form, Sprache & Inhalt von Die Verwandlung)
  • Kompaktes Prüfungswissen in Frage und Antwort
  • Anregungen & Hinweise zur Erstellung von Klausuren
  • Direkt einsetzbare Klausur (Figurenkonstellation in der Familie Samsa vor der Verwandlung Gregors)

Textauszug:

Vorwort

„Die Verwandlung“ handelt von der Hauptfigur Gregor Samsa, der sich eines Morgens in ein Ungeziefer verwandelt wiederfindet. In Folge dessen distanziert sich seine Familie zunehmend von Gregor, dem ein normales Leben oder auch nur die Kommunikation mit seinen Angehörigen nicht mehr möglich ist. Er stirbt folglich einsam, verwahrlost und zur Erleichterung seiner Eltern und seiner Schwester.

Wie genau die Verwandlung Gregors in ein Ungeziefer zu interpretieren ist, dazu finden sich verschiedene Ansätze, darunter biographische und sozialkritische. Die Interpretation dieses stilbildenden Werkes bietet aber auch viele weitere Aspekte auf inhaltlicher, stilistischer und literaturgeschichtlicher Ebene und eignet sich hervorragend für die Behandlung im Unterricht der Oberstufe.

Geschichtlicher Hintergrund: Prag zu Beginn des 20. Jahrhunderts

In Kafkas Heimatstadt Prag lebten neben Tschechen auch deutsche Einwanderer und Juden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es zur Rekatholisierung Böhmens (der späteren Tschechoslowakei bzw. des heutigen Tschechiens). Gleichzeitig vergrößerte sich der Einfluss der deutschsprachigen Minderheit in erheblichem Maß. Diese „Verdeutschung“ führte zu einem antideutschen, aber auch zu einem antisemitischen Denken in der tschechischen Bevölkerung, denn die meisten Juden waren deutschsprachig und besuchten deutsche Hochschulen. Auch Kafka war Jude und bekam den Antisemitismus am eigenen Leib zu spüren. In der jüdischen Bevölkerung breitete sich eine Identitätslosigkeit aus: Durch die antijüdische Stimmung war eine Integration unmöglich, aber auch die Religion war unter dem Einbruch der Moderne zu sehr zur Gewohnheit geworden, als dass sie noch Identität hätte stiften können.

Darüber hinaus entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts der berufliche Typ des Angestellten – gebildet aber abhängig, oft überbelastet und ohne sichere Stellung.

Symbole

In der „Verwandlung“ werden Gegenstände häufig symbolisch aufgeladen oder metaphorisch verwendet: So symbolisiert z.B. Gregors Zimmer, mit Türen zu allen wichtigen Räumen als Mittelpunkt der Familie, Gregors Rolle als Versorger, wobei es sich im Verlauf der Erzählung mehr und mehr zu seinem Gefängnis verwandelt, das ihn durch die geschlossenen Türen aus der Familie ausschließt und isoliert. Die Erzählung eignet sich damit gut zur Übung des Umgangs mit Verbildlichungen.

Die Verwandlung – ein nie endgültig ausdeutbares Werk

Es gibt eine Vielzahl möglicher Deutungen für die Erzählung Kafkas über Gregor Samsa, der sich eines Morgens in ein riesiges Ungeziefer verwandelt wiederfindet. Das Ungeziefer beispielsweise kann dabei einerseits als Versinnbildlichung innerer Gefühlszustände Gregor Samsas gelesen werden, andererseits lässt sich in dem Ungeziefer z.B. auch eine Metapher für das Judentum sehen, da Juden im antisemitischen Prag wie störende Fremdkörper behandelt wurden. Neben dem Judentum kann der Käfer auch für alle anderen unterdrückten Minderheiten stehen; Kafkas „Verwandlung“ wird bei dieser Lesart zur Gesellschaftskritik. Auch Gregor Samsas berufliche Situation als abhängiger Angestellter wird metaphorisch durch das Ungeziefer ausgedrückt. All diese Deutungen (und viele mehr) sind gleichermaßen möglich und umfassen dennoch nicht die Erzählung in ihrer Gesamtheit, lassen also jeweils Fragen offen. Den Schülerinnen und Schülern eröffnet sich damit die Möglichkeit, zu erkennen, dass die Interpretation eines Textes nicht allein die Suche nach der Intention des Autors ist, sondern dem Leser Spielräume lässt; es gibt eben nicht „die einzig“ richtige Interpretation.

Komplette Vorab- oder sukzessive Lektüre

Aufgrund des geringen Umfangs und der guten Verständlichkeit des Werkes empfiehlt sich eine komplette Vorablektüre. Bei Bedarf können im Zuge der detaillierten Arbeit mit dem Text einzelne Passagen dann noch einmal zu Hause oder auch gemeinsam in der Klasse gelesen und vorbereitet werden, um dann genauer auf die jeweiligen Abschnitte eingehen zu können.

72 ab € 12,99
59015 Political Correctness - Sprachgeschichtlicher Wandel
  • Idee und Entstehung der Political Correctness
  • Merkmale Politisch korrekter Sprache
  • Die Legende vom “Tugendterror”
  • Political Correctness – Ideal und Wirklichkeit
  • Beispiele für mögliche Vertiefungsaufgaben
  • Lösungen
8 ab € 3,49
59829 Naturlyrik - Unterrichtsmappe
  • Vorwort & Didaktische Hinweise
  • Was ist ein Gedicht?
  • Verlaufspläne möglicher Unterrichtsstunden
  • Hintergrundinformationen zu den Autoren
  • Ausführliche Interpretation der Gedichte
  • Arbeitsblätter mit Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung
  • Lösungen
  • Quiz
  • Übersicht über die rhetorischen Mittel

Behandelte Gedichte:

  • Bertolt Brecht: “Der Pflaumenbaum”
  • Luise Büchner: “Segen der Natur”
  • Annette von Droste-Hülshoff: “Der Knabe im Moor”
  • Christian Fürchtegott Gellert: “Die Ehre Gottes aus der Natur”
  • Stefan George: “Komm in den totgesagten Park und schau”
  • Johann Wolfgang von Goethe: “An den Mond”
  • Johann Wolfgang von Goethe: “Maifest”
  • Erich Kästner: “Die Wälder schweigen”
  • Friedrich Gottlieb Klopstock: “Die Sommernacht”
  • Martin Opitz: “Carpe Diem”

Textauszug:

Einführendes Vorwort

Die Natur als Motiv der Lyrik ist wohl eines der bekanntesten und verbreitetsten Themen überhaupt und keine Epoche oder Stilrichtung in der Literaturgeschichte ist ganz ohne Gedichte über Flora und Fauna ausgekommen. Manche Epochen wurden gar durch vermehrte Naturlyrik, Natursymbolik und Natursehnsucht geprägt oder tragen die Natur bereits in ihrem Namen – selbst, wenn sie sich gar nicht sonderlich mit der Natur beschäftigen. Ziel dieser übergreifenden Unterrichtsmappe ist deshalb, vor allem die Vielfalt innerhalb der Naturlyrik aufzuzeigen. Dabei stellt sich nicht nur die Frage, wie Natur innerhalb einer literarischen Strömung beschrieben wird, sondern immer auch: Als was wird Natur beschrieben? Ist sie das Idealbild einer geordneten Welt, aus dem sich ein wohlwollender Schöpfer herauslesen lässt? Ist sie ein unerklärlicher und furchteinflößender Ort voll von Gefahren und unkontrollierbaren Mächten? Oder ist sie schlicht ein Hort der Ruhe für gestresste Großstadtmenschen, die sich hier ein wenig Ruhe erhoffen? Oft scheint es doch eher so, als ginge es weniger um die Beschreibung der Natur, als vielmehr um Beschreibung durch die Natur – durch die Blume sozusagen – umso eine innere Befindlichkeit zu verdeutlichen.

Sicher bleibt, dass das Thema Natur mit seinen verschiedenen Facetten auch heute und in Zukunft noch aktuell sein wird. Das beschränkt sich nicht bloß auf eigene Erlebnisse mit und innerhalb der Natur. Angesichts der Energiewende, Diskussionen bezüglich des Umweltschutzes und der Klimaerwärmung, birgt das Thema Natur auch gesellschaftlich immer größere Relevanz.

Überblick: Naturlyrik in den verschiedenen Epochen

In der Epoche der Aufklärung (ca. 1720-1785) spielt die Natur vor allem in der Gegenströmung der Empfindsamkeit eine Rolle. Hier diente die unberührte Natur als sinnlich erfahrbare, göttliche Ordnung und Gegenbild gegen die von der Aufklärung propagierte geordnete, „zivilisierte“ Natur.

Im Sturm und Drang (ca. 1770-1789) nimmt die Natur dahingegen eine zentrale Position ein. Sie wird als Inbegriff alles Schöpferischen verstanden, auch im Menschen selbst. Die in dieser Epoche so wichtige Erlebnisdichtung fokussiert häufig das persönliche Erleben und Empfinden der Natur.

Während der Weimarer Klassik (1786-1805) gilt die Naturverbundenheit der Antike als vorbildlich. Die Natur wird als idealtypische Harmonie einer vernünftig geordneten Welt voller Leben dargestellt.

In der Epoche der Romantik (ca. 1790-1830) spielt die Natur eine besonders zentrale Rolle. Zum einen wird die Sehnsucht nach der Natur dargestellt. Zum anderen ist das Göttliche in der Natur erfahrbar. Naturbilder sind wiederum oftmals ein Symbol für den seelischen Zustand und die Befindlichkeiten des Menschen. Darüber hinaus wird in dieser Epoche auch das Unheimliche und Dämonische der Natur thematisiert.

Zur Zeit des Biedermeiers (ca. 1815-1848) wird die Natur vor allem als Idylle und Rückzugsort dargestellt, wodurch die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur betont wird.

In der Neun Sachlichkeit (ca. 1910-1920) setzt sich Naturlyrik vor allem mit dem inzwischen problematisch gewordenen Verhältnis von Mensch und Natur auseinander. Der zunehmend in industriell geprägten Städten wohnende Mensch erfährt die Natur immer stärker als einen fernen Ort, ein Urlaubsziel. Er begreift sich selbst dabei aber auch als von der Natur entfremdet

80 ab € 12,99
65247 Neue Medien und ihr Einfluss auf die Sprache: Stationenlernen
  • Didaktisch-methodische Hinweise zum Einsatz dieses Materials
  • Einführender Informationszettel für die SuS
  • Laufzettel
  • Stationenmatrix
  • 10 Stationen mit Arbeitsaufträgen und differenzierten Zusatzmaterialien
  • Abschlusstest
  • Lösungen
  • Feedbackbogen
38 ab € 8,99
66239 Der Mensch in der Lyrik - Unterrichtsmappe
  • Vorwort & Didaktische Hinweise
  • Was ist ein Gedicht?
  • Verlaufspläne möglicher Unterrichtsstunden
  • Hintergrundinformationen zu den Autoren
  • Ausführliche Interpretation der Gedichte
  • Arbeitsblätter mit Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung
  • Lösungen
  • Quiz
  • Kompetenzcheck
  • Übersicht über die rhetorischen Mittel

Behandelte Gedichte:

  • Benn – Nur zwei Dinge
  • Brecht – Der Schneider von Ulm
  • Claudius – Der Mensch
  • Goethe – Dauer im Wechsel
  • Goethe – Grenzen der Menschheit
  • Goethe – Prometheus
  • Gryphius – Menschliche Elende
  • Kästner – Die Entwicklung der Menschheit
  • Schiller – Hoffnung
  • Tucholsky – Danach

Textauszug:

Einführendes Vorwort

Dass sich von Menschen verfasste Lyrik über alle literarischen Epochen hinweg mit den zentralen Fragen des Menschseins beschäftigt hat, ist geradezu selbstverständlich. Für alle Schreibenden wie Lesenden tun sich die Fragen nach dem Sinn und Schicksal des Menschen auf. Was ist sein Wesen? Wo ist sein Platz innerhalb der Natur und des Kosmos? Wie soll er sein Dasein gestalten? Lebensentwürfe und Perspektiven mögen sich über die Jahrhunderte gewandelt haben, die existenziellen Fragen, die sich daran anknüpfen, bleiben jedoch gleich. Dadurch bieten sie jeder neuen Generation Anknüpfungspunkte und einen Verständniszugang zu ansonsten eher als angestaubt geltenden Epochen: Was heute gelegentlich „YOLO“ („you only live once“) heißt, kannte man im Barock noch als „carpe diem“ – und doch ist wesentlich das gleiche Motto gemeint. Gerade deshalb eignet sich anthropologische Lyrik, um erstes Interesse für Literaturepochen zu wecken, aber auch um (der Lerngruppe bekannte) Literaturepochen miteinander zu vergleichen und auf stilistische oder inhaltliche Unterschiede hinzuweisen. Dabei muss es keinesfalls immer um hochtrabende oder idealistische Gedankengänge gehen, wenn das Wesen des Menschen anschaulich beschrieben und hinterfragt wird. Manchmal ist es bloß verbrühte Milch, welche die Belanglosigkeit eines ganzen Lebens symbolisieren kann.

Überblick: Lyrische Anthropologie in den verschiedenen Epochen

In der Epoche der Aufklärung (ca. 1720-1785) steht der Mensch insofern im Vordergrund, als dass er als freidenkendes und Kritik äußerndes Wesen an Bedeutung gewinnt. Er nutzt seinen Verstand, indem er sich von der Vernunft leiten lässt und Dinge hinterfragt. Alte Vorstellungen sollen nicht weiter hingenommen und die Menschen von Unterdrückung befreit werden.

Im Sturm und Drang (ca. 1770-1789) gilt der Mensch als Genie, das sich nicht durch traditionelle Werte, sondern seine Freiheit, Gefühle und eigene Gesetze leiten lässt. Die Individualität des Menschen und sein subjektives Empfinden spielen im Sturm und Drang ebenfalls eine große Rolle. Der Mensch bildet gemeinsam mit der Liebe, Natur und dem Göttlichen eine Einheit.

Die Weimarer Klassik (1786-1805) zeugt vom Streben des Menschen nach Humanität, Vollkommenheit und Harmonie. Die wahre Menschlichkeit, das Schöne und Wahre, ist ihr Ziel.

Zentrale Themen der Romantik (ca. 1790-1830) sind das eigene Erleben, die Seele sowie Psyche des Unbewussten. Weiterhin spielt das Gefühl, die Sehnsucht und das Streben nach dem Selbst des Menschen eine große Rolle. Der nüchternen Wirklichkeit stehen Gegenwelten, das Phantastische und Übersinnliche gegenüber, welche die Romantiker faszinierten. Grenzen sollen aufgelöst und die völlige Subjektivität erreicht werden.

Zur Zeit des Biedermeiers (ca. 1815-1848) gewinnt die Familie an Bedeutung. Der Mann gilt als Oberhaupt der Familie, die Kindererziehung rückt in den Fokus. Das Äußern von Kritik an der Politik wird unterbunden, sodass sich der Mensch in sein Privatleben zurückzieht. Auch bürgerliche Tugenden wie Fleiß, Ehrlichkeit und Bescheidenheit sind kennzeichnend für die Epoche des Biedermeiers und die Kunst wird als Mittel zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls erlebt.

In der Neuen Sachlichkeit (ca. 1910-1920) setzt sich die Literatur mit der äußeren Wirklichkeit auseinander. Soziale und wirtschaftliche Missstände werden aufgezeigt. Die Realität wird möglichst objektiv und genau wiedergegeben, der Mensch mit seinen Alltagssorgen und Problemen in der Massengesellschaft gesehen. Dabei überwiegt eine sachliche Sprache. In den Werken der Neuen Sachlichkeit treten insbesondere Arbeiter, Angestellte, Sekretärinnen o.ä. als Akteure in Erscheinung.

80 ab € 12,99
71815 Lektüren im Unterricht: Eichendorff - Aus dem Leben eines Taugenichts
  • Didaktische Hintergrundinformationen
  • Zusammenfassung, Textanalyse & Interpretation
  • Charakterisierung der Hauptpersonen (Der Taugenichts, Aurelie, Portier u.a.)
  • Arbeitsblätter zur Erarbeitung der Lektüre im Unterricht (Aufbau, Form, Personenkonstellation, Sprache & Inhalt von “Aus dem Leben eines Taugenichts”)
  • Kompaktes Prüfungswissen in Frage und Antwort
  • Anregungen & Hinweise zur Erstellung von Klausuren
  • Direkt einsetzbare Klausur (die Natur und die Gefühle des Taugenichts als Stilmittel der Epoche der Romantik)

Textauszug:

Vorwort

Das Werk „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff handelt vom Sohn eines Müllers, der von seinem Vater aufgefordert wird, auszuziehen und sich seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Von der Reiselust gepackt, zieht er munter los in die Welt. Unterwegs trifft er schon bald auf andere Reisende, mitunter auch auf eine junge Dame, die er für eine Gräfin hält und in die er sich verliebt.

In der vorliegenden Novelle geht es um Reiselust und Sehnsucht. Weiterhin spielt die Natur eine besondere Rolle. Mit dieser fühlt sich der Protagonist sogleich verbunden. Des Weiteren spiegelt sie stets die Gefühlswelt des so betitelten Taugenichts wider. Dieser steht im Fokus der Handlung; um ihn drehen sich sämtliche Ereignisse. Der Leser begleitet ihn nicht nur auf seiner Reise, sondern beim Erwachsenwerden.

Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“ ist ein geradezu exemplarisches Werk der Romantik. So steht seine Hauptfigur für den klassischen Romantiker, der sich von seinen Gefühlen und seinem Freiheitsdrang leiten lässt. Ihm gegenüber handeln andere Charaktere, denen Pflichtbewusstsein und die Verbundenheit mit der faktischen Realität wichtig sind. Das so entstehende Spannungspotential prägt die Novelle und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für ergiebige Unterrichtsdiskussionen.

Sehnsucht vs. Alltag

Der Taugenichts hat sich seinen großen Wunsch erfüllt, in die Welt zu ziehen. Er möchte seinen eigenen Weg gehen. So nimmt er die Aufforderung seines Vaters, die Heimat zu verlassen, an und macht sich auf, neue Orte und Länder kennenzulernen. Den Taugenichts packt die Reiselust. Er möchte etwas erleben, den Alltag hinter sich lassen, dabei alles auf sich zukommen lassen, ohne einen genauen Plan für sein Leben zu haben. Gott ist sein ständiger Begleiter, ebenso wie seine Geige und die Musik, die er liebt und mit der er seine Gefühle verarbeiten kann.

Der Taugenichts flüchtet aus einem geordneten Leben, das durch Arbeit bei seinem Vater, der Müller ist, bestimmt wird. Er ist zwar kein reicher Mann, möchte dennoch aus den bisherigen Strukturen ausbrechen und ein einfaches Leben genießen. Für ihn bedeutet Glück nicht Tüchtigkeit, Fleiß und Arbeit. Für ihn zählen ganz andere Dinge: Die Natur, Musik, Geborgenheit und vor allem die Liebe sind für den Protagonisten das Wichtigste. Er lässt sich stets durch sein Gefühl leiten. Der Taugenichts symbolisiert die Sehnsucht nach etwas Neuem, einer anderen Welt, einem Glück außerhalb der Normen der Ständegesellschaft. Er ist Sinnbild für die Sehnsüchte, die wohl in jedem Menschen stecken. Er verdeutlicht, dass es möglich ist, diesen zu folgen. Zugleich zeigt er auf, dass Sehnsüchte nicht nur mit positiven Ereignissen verbunden sind und der Weg dorthin kein leichter ist, der sich jedoch lohnt und zum gewünschten Ziel führt.

Kleinbürgertum vs. Adel

In der Novelle wird ein Kontrast zwischen der einfachen Welt der Bauern, Handwerker und Kleinbürger und der höheren Welt des Adels generiert. Der Taugenichts selbst macht einige Male die Erfahrung, dass er nicht in die Welt der reichen Schlossbesitzer passt und fühlt sich dann einsam. Jedoch erkennt er auch, dass es nicht darauf ankommt, zu der höher stehenden Gesellschaft zu gehören. Er findet Anschluss bei den Malern, den Dorfbewohnern oder Prager Studenten, die ähnlich wie er die Musik lieben. Ebenfalls kann er mit seinem Gesang selbst Leute des Adels beeindrucken und entzücken. Dies zeugt von der Wichtigkeit eines jeden Talentes, das erkannt und angewendet werden soll.

Gleichgesinnte wie die Prager Studenten oder vermeintlichen Maler, die sich als Herr Leonhard und seine Geliebte herausstellen, stehen wie der Taugenichts für die Abenteuerlust. Sie sind ebenfalls Menschen, die mutig sind, etwas Neues zu erleben. Menschen, die für Veränderungen einstehen und sich den strikten Regeln widersetzen. So flieht bspw. Herr Leonhard mit Flora, um gemeinsam glücklich sein zu können. Auch sie folgen ihrem Herzen und brechen aus den vorgegebenen Strukturen aus. Die Studenten aus Prag lieben die Musik und gehen dieser Leidenschaft nach, sobald es ihnen möglich ist. Ihr Studium finanzieren sie sich durch das Vorspielen bei anderen Menschen. Studieren könnten sie vermutlich nicht ohne dieses Geld. Obwohl sie nicht sehr reich sind, haben sie einen Weg gefunden, ihren Zielen nachzugehen. Auch der Taugenichts ist beeindruckt von ihrem Mut, durch die Welt zu ziehen und Musik zu machen.

Es stehen sich zwei Welten gegenüber: Das Kleinbürgertum ist gekennzeichnet durch seinen Fleiß, die tägliche Arbeit, die Ortsgebundenheit und nicht zuletzt durch Sorgen und Nöte. Der Adel hingegen steht für ausschweifende Feste, den Glanz, die scheinbare Leichtigkeit zu leben, den Genuss und die Eleganz.

Künstler vs. Philister

In Eichendorffs Novelle lassen sich zwei unterschiedliche Lebensstile finden: Der erste Lebensstil ist geprägt von Regeln und Pflichten. Die Menschen unterwerfen sich ihren von der Ständegesellschaft vorgegebenen Rollen – sei es die eines Handwerkers oder die eines Grafen.

Eine zweite Gruppe von Menschen folgt einem ganz anderen Lebensstil. Der Taugenichts macht es allen voran vor: Er widersetzt sich dem bürgerlichen Leben und geht seinen eigenen Weg. Er möchte sich nicht dem sogenannten Spießbürgertum anpassen. Die Hauptfigur ist frei von Zwängen. Er vertraut auf Gott und kann sich so von dem müßigen Alltag der Gesellschaft abgrenzen.

Eichendorff entwickelt einen romantischen Gegenentwurf zur bürgerlichen Ständewelt. Er entwickelt eine Figur, die sich von Gefühlen und dem Zufall treiben lässt. Der Taugenichts folgt keiner klaren Linie. Er mag naiv sein, zeigt aber, dass er auf ein Spießbürgertum und die damit verbundenen Vorgaben nicht angewiesen ist. Er steht für den klassischen Romantiker und Künstler. Auch die Prager Studenten und vermeintlichen Maler lassen sich von ihren Gefühlen, Träumen und Sehnsüchten leiten, wohingegen bspw. der Portier seinen Pflichten nachgeht und sich damit zufrieden gibt. Er führt ein spießbürgerliches Leben, ohne etwas für die Natur oder Kunst übrig zu haben. Somit stehen sich zwei unterschiedliche Lebensweisen gegenüber.

65 ab € 12,99

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