Sprachsensibler Unterricht: Lesen im Fach

Effektive Lesestrategien als Möglichkeit einer fächerübergreifen Sprachförderung

Blick ins Material

Sprachsensibler Unterricht: Lesen im Fach

Effektive Lesestrategien als Möglichkeit einer fächerübergreifen Sprachförderung

Typ:
Unterrichtseinheit / Lesetraining
Umfang:
10 Seiten (0,3 MB)
Verlag:
Manz Verlag
Autor:
Tankir, Mehmet Fatih
Auflage:
(2018)
Fächer:
Deutsch, Wirtschaft
Klassen:
9-13
Schultyp:
Berufsschule, Gymnasium, Realschule

Sachtexte gehören zu den charakteristischsten Merkmalen des Fachunterrichts. Sie ermöglichen es den Lehrenden, viele Informationen in relativ kurzer Zeit zu bekommen. Jedoch kommt es nicht selten vor, dass sie Verständnisprobleme aufgrund der für diese Textsorte typischen Sprachlandschaft haben. Diese reichen von der Wortebene (Fachwörter; zusammengesetzte Wörter) über die Satzebene (längere Satzgefüge; umfängliche Attribute) bis hin zur Textebene (Sachlichkeit; logische Gliederung) und fordern die Lesekompetenzen der gesamten Schülerschaft.

Das heißt, vor dem Einsatz von Sachtexten sollten bestimmte didaktische Maßnahmen getroffen werden, die zu einem besseren Leseverstehen führen.

Im 16. Band „Sprachbildung in allen Fächern“ der Fortbildungsreihe des Goethe-Instituts, welcher sich speziell an das pädagogische Fachpersonal richtet, werden solche Maßnahmen auch als „Lesestrategien“ vorgestellt und der Stellenwert des Lesens für den Fachunterricht breit thematisiert:

„Durch den Aufbau von Lesekompetenz wird […] ein Zugang zu Wissen hergestellt. Nicht ausreichende Lesekompetenzen hingegen beeinträchtigen den Wissenserwerb. Die Förderung des Leseverstehens ist daher eine wichtige Aufgabe aller Unterrichtsfächer.“

Auszug aus dem Beitrag

Zwei Bad-Practice-Beispiele

Fachlehrkräfte stehen häufig vor der Herausforderung, einen produktiven und lehrreichen Fachunterricht trotz der sprachlichen Defizite ihrer Schülerschaft zu meistern. Viele entwickeln schon „intuitiv“ Maßnahmen, um mit dieser Problematik umgehen zu können.

Wie Sie aber anhand der folgenden LehrerInnen-Aussagen unschwer erkennen werden, müssen und können solche Interventionsmaßnahmen nicht immer einen sprachförderlichen bzw. sprachsensiblen Charakter aufweisen.

Lehrperson 1: „Ich merke, dass meine Schülerinnen und Schüler fast nie etwas verstehen, wenn sie sich Inhalte mithilfe eines Schulbuchtexts erarbeiten sollen. Deshalb versuche ich, so viele Inhalte wie möglich mündlich, mit kurzen einfachen Texten, Bildern und anderem Anschauungsmaterial zu erarbeiten. Dann lernen sie wenigstens den Fachinhalt.“

Lehrperson 2: „Meine Schüler und Schülerinnen haben doch nichts davon, wenn ich ihnen das Gefühl gebe, sie können alles, dabei können sie es nicht. Zu unserem Fach gehört auch, dass sie einen Sachtext verstehend lesen oder eine Aufgabe wie ‚Erläutere …’ schriftlich lösen können. Deshalb fahre ich meine Anforderungen nicht zurück, auch wenn ein Teil der Schüler dadurch teilweise nicht mitkommt. Dann wissen sie wenigstens, wo sie Defizite haben und woran sie arbeiten müssen.“

Wir sehen anhand beider Aussagen, dass diese sich eher diametral zueinander verhalten und daher käme man sicherlich leicht zum Schluss, dass eine der beiden Methoden schon die richtige sein wird. Aber in der Tat haben beide Maßnahmen keine sprachförderliche Wirkung und sind teilweise auch mit einem Mehraufwand seitens der Lehrkraft (Aussage 1) verbunden.

Unterschiedliche Strategien

Während die erste Lehrkraft die fachsprachlichen und somit auch sprachlich anspruchsvolleren Inhalte …

Unterrichtsmaterial
  • Beitrag inkl Übung und Lösung Sprache im Unterricht
  • Sprache im Unterricht Übung 1 inkl Lösung
  • Sprache im Unterricht Übung 2 inkl Lösung

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