Lehrerhandreichung zum Unterrichtsfilm: Freiheit und Selbstbestimmung

Didaktische Hinweise zum Unterrichtsfilm

Blick ins Material

Lehrerhandreichung zum Unterrichtsfilm: Freiheit und Selbstbestimmung

Didaktische Hinweise zum Unterrichtsfilm

Typ:
Lehrerwissen
Umfang:
12 Seiten (0,8 MB)
Verlag:
FWU
Auflage:
(2018)
Fächer:
Ethik, Biologie, Religion, Philosophie
Klassen:
8-12
Schultyp:
Gymnasium, Realschule

Kostenlose Lehrerhandreichungen zu: Freiheit und Selbstbestimmung

Freiheit und Selbstbestimmung sind eng mit dem neuzeitlichen Menschenbild verknüpft. Zwei Kurzfilme greifen diese Thematik auf einfühlsame und humorvolle Weise auf: „Mrs McCutcheon“ erzählt die Geschichte eines Jungens, der sich im falschen Körper geboren fühlt. Gegen zahlreiche innere und äußere Widerstände muss er sich entscheiden, wer er wirklich ist. In „Follow the Frog“ gibt der Protagonist einem falsch verstandenen Drang nach, sich selbst als „guten Menschen“ zu verwirklichen – mit drastischen Folgen …

Freiheit und Selbstbestimmung gelten seit der Aufklärung als zentrale Werte der westlichen Welt. Die Idee des Menschen als freies Subjekt, das sich entfalten und sein ihm eingeschriebenes Selbst verwirklichen kann, fand seinen Niederschlag unter anderem im Humboldtschen Bildungsideal. Bis heute liegt pädagogischem Handeln die Absicht zugrunde, junge Menschen zu selbstbestimmten Individuen und mündigem Handeln in Freiheit zu erziehen. Insofern lässt sich die vorliegende Produktion nicht nur im Rahmen des Ethik-, Religions- oder Philosophieunterrichts einsetzen, sondern generell in Bildungs- und Erziehungszusammenhängen, die Freiheit und Selbstverwirklichung junger Menschen zum Ziel haben bzw. die Reflexion darüber anstoßen möchten.

Die beiden Kurzfilme „Mrs McCutcheon“ und „Follow the Frog“ greifen die Themen Freiheit und Selbstbestimmung auf unterschiedliche Weise auf und erlauben es, eine Vielzahl thematischer Facetten im Unterricht zu behandeln. „Mrs Mc-Cutcheon“ erzählt die Geschichte eines Jungens namens Tom, der sich im fal-schen Körper geboren fühlt. Tom bevorzugt es, Mrs McCutcheon genannt zu werden und Kleider zu tragen. Bei seinen Mitschülern löst dies Irritationen aus, weshalb Tom zum wiederholten Mal die Schule wechseln muss. Während ihn seine Lehrerin freundlich empfängt, reagieren einige seiner Klassenkameraden mit offener Ablehnung. Schnell freundet sich Mrs McCutcheon mit dem Außenseiter Trevor an. Die beiden Jungen entwickeln eine emotionale, gleichwohl von kindlicher Unschuld geprägte Beziehung. Indem es der Film vermeidet, das zwischen Freundschaft und Verliebtheit oszillierende Verhältnis unnötig zu vereindeutigen, gibt er sowohl dem Thema als auch den Protagonisten gebührenden Raum. Auf ihrem Weg zur Selbstwerdung sieht sich Mrs McCutcheon mit zahlreichen Konflikten konfrontiert: Ihr Mitschüler Gavin attackiert sie verbal und körperlich; der Schulleiter zeigt keinerlei Verständnis und fordert sie auf, sich Tom zu nennen und auf die Kleider zu verzichten. Daraus resultieren weitere Konflikte mit Menschen, die Mrs McCutcheon nahestehen: Mit ihrer Mutter Jenny kommt es zur Auseinandersetzung darüber, ob Mrs McCutcheon sich fügen und auf ihre Selbstbestimmung verzichten oder stattdessen erneut auf eine andere Schule wechseln soll. Auch die Beziehung zu Trevor leidet unter dem sozialen Druck.

Am Ende entscheidet Tom, sich zu seiner Identität als Mrs McCutcheon zu bekennen und diese anzunehmen.

Die Themen Freiheit und Selbstbestimmung kommen in „Mrs McCutcheon“ vor allem in Bezug auf die Wahl der eigenen Identität und des eigenen Geschlechts in den Blick. In einer gleichermaßen humorvollen wie einfühlsamen Geschichte greift der Film die Transgender-Thematik auf und vermittelt auf jugendgerechte Art und Weise, mit welchen Herausforderungen Betroffene konfrontiert sind. Diese stehen – wie die Hauptfigur des Films – zwischen dem Wunsch nach persönlicher Autonomie und dem Konformitätsdruck einer Gesellschaft, die Normabweichungen sanktioniert. Der Film möchte junge Menschen dabei unterstützen, die eigene Identität auch angesichts sozialer Hindernisse zu akzeptieren. „Mrs McCutcheon“ wirbt für Toleranz, Vielfalt und die Wertschätzung von Andersartigkeit. In dieser Hinsicht ist der Film ein nachdrückliches Plädoyer für persönliche Freiheit, Selbstbestimmung und Individualität.

Der kurze Werbespot „Follow the Frog” setzt sich aus einem ironischen Blickwinkel mit den Themen Freiheit und Selbstbestimmung auseinander. Der Prota-gonist gibt einem falsch verstandenen Drang nach, sich selbst als „guten Menschen“ zu verwirklichen. Mit seinem Handeln richtet er mehr Schaden als Nutzen an – sowohl für sich selbst als auch für seine Umwelt. Insofern kann der Film zu einer Diskussion über problematische Aspekte von Freiheit und Selbstverwirklichung anregen. Allerdings ist dabei auch eine kritische Distanz gegenüber dem Film zu wahren, da es sich um einen Werbespot für die NGO „Rainfo-rest Alliance“ handelt. Die Schülerinnen und Schüler sind (z. B. mithilfe von Arbeitsblatt 5) dazu aufgefordert, sich reflektiert mit der Botschaft des Films und dem von ihm beworbenen Siegel ausei-nanderzusetzen und den Werbespot zu hinterfragen. Indem die ihm zugrundeliegende Filmästhetik analysiert und dechiffriert wird, können auch medienpädagogische Impulse gesetzt werden. Die daran anschließende Diskussion kann über den Film hinausführen und grundsätzliche ethisch-ökologische Themen aufgreifen, z. B. Greenwashing, den Sinn von Zertifizierungen und Öko-Siegeln sowie die Frage, was einen „guten Menschen“ ausmacht.

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Material-Nr.: 70951

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