Abitur komplett: Deutsch Baden-Württemberg 2020

Paket: Alle Inhaltsfelder - Abitur Baden-Württemberg 2020

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Abitur komplett: Deutsch Baden-Württemberg 2020

Paket: Alle Inhaltsfelder - Abitur Baden-Württemberg 2020

Typ:
Download-Paket
Verlag:
School-Scout
Fächer:
Deutsch
Klassen:
11-13
Schultyp:
Gymnasium, Gesamtschule

Die komplette Vorbereitung auf das Zentralabitur 2020 in Baden-Württemberg mit allen Schwerpunktthemen in einem günstigen Paket. Es enthält alle Lektüren und deckt auch die Bereiche der Lyrik ab, die bis zum Abitur Pflicht sind.

Enthalten sind aus unserer Serie “Lektüren im Unterricht” alle drei obligatorischen Abiturlektüren sowie eine umfassende Unterrichtsmappe zur Reiselyrik.

Inhalt:
  • Lektüren im Unterricht: E.T.A. Hoffmann – Der goldne Topf
  • Lektüren im Unterricht: Hermann Hesse – Der Steppenwolf
  • Lektüren im Unterricht: Johann Wolfgang von Goethe – Faust I
  • Unterrichtsmappe: Reisen und unterwegs sein in der Lyrik

Ihr zusätzlicher Vorteil: Mit dem Paket erhalten Sie die verschiedenen Titel nicht nur gebündelt in einem Download, sondern zusätzlich auch noch besonders günstig!

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Material-Nr.: 70932
enthält 4 Einzelmaterialien im Gesamtwert von 51,96 Euro!

Dieses Materialpaket enthält 4 Einzelmaterialien im Gesamtwert von 51,96 Euro:

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Typ Nr Titel Seiten Preis
56367 Lektüren im Unterricht: Goethe - Faust I
  • Didaktische Hintergrundinformationen
  • Zusammenfassung, Textanalyse & Interpretation
  • Charakterisierung der Hauptpersonen (Faust, Mephisto, Gretchen)
  • Kompaktes Prüfungswissen in Frage und Antwort
  • Anregungen & Hinweise zur Erstellung von Klausuren
  • Direkt einsetzbare Klausuren (Wald und Höhle – Gretchen und Faust / Die Wette im Studierzimmer – Faust und Mephisto)

Textauszug:

Ein Werk zwischen den Epochen

Wegen seiner langen Entstehungszeit repräsentiert die Faust-Dichtung gleich mehrere Epochen. Gerade der erste Teil eint „Sturm und Drang“, „Aufklärung“, „Klassik“ und „Romantik“ in sich. Die Figur des Faust in seinem Erkenntnis- und Erlebniswillen, die Gretchenhandlung, die wie ein bürgerliches Trauerspiel komponiert ist, und der Aufbau der Tragödie als offenes Drama in der Tradition Shakespeares verweisen deutlich auf die Ursprünge des „Faust I“, die in den 1770ern und damit im „Sturm und Drang“ liegen.

In den Figuren Wagners und insbesondere Mephistos, der mit ironisch-distanzierter Analytik die Menschen entlarvt, findet sich ein Stück der „Aufklärung“ wieder. Unübersehbar ist auch der typische „Aufklärungsoptimismus“, der auch tragische Wendungen im Sinne teleologischer Vorstellungen als notwendige Übel hin zur Vervollkommnung betrachtet.

Auch wenn der Faust absolut kein typisches Werk der „Klassik“ ist, hat Goethe es aber doch klassisch überformt, indem er es in Versform brachte. Darüber hinaus wird durch den Prolog im Himmel Faust in seiner Zerrissenheit und ständigem Tatendrang zum Symbol für die gesamte Menschheit. Dabei strebt er trotz aller Fehler und allen Scheiterns einem Ideal zu.

Besonders präsent ist im „Faust“ die „Romantik“: Fabelwesen, schwarze Magie und die Verortung des Dramas verweisen auf die seinerzeit noch junge Strömung. Darüber hinaus ist der „Faust“ kein in sich geschlossenes, streng durchkomponiertes Werk, sondern ein Drama, das im Sinne der „Romantik“ wuchert und ausufert: Brennender Wein, die bunte Gesellschaft in der Hexenküche, die Walpurgisnacht und vor allem der „Walpurgisnachtstraum“ als Stück im Stück lassen das Drama lebendig wirken und sind eher lustvolle Spielereien als für die Handlung notwendige Versatzstücke.

Faust I – Ein Fragment

Aus guten Gründen wird in der Schule i.d.R. nur der erste Teil der Faustdichtung besprochen. Zu unübersichtlich, zu lang und zu bedeutungsschwer ist der zweite Teil – vor allem wegen seiner Lösung von der Handlungs- und Figureneinheit. Trotzdem muss man sich darüber im Klaren sein, dass „Faust I“ damit nur ein Fragment ist mit offenem Ende: man weiß nicht, wie es mit Faust ausgehen wird. Ohne den zweiten Teil lassen sich gewisse Aspekte anders deuten. So stellt sich bspw. die Frage, ob Fausts Erlebnishunger, Erkenntniswille und Tatendrang ohne je Erfüllung zu finden oder innezuhalten tatsächlich positiv konnotiert sind. Vielmehr erscheint Faust eine ganz und gar disharmonische Existenz zu sein. Sein zerstörerisches Treiben scheint doch recht wenig mit dem stetigen Streben zu tun zu haben, das Gott im Prolog skizziert – zumal dieses Treiben Gretchen ins Unglück stürzt.

Im zweiten Teil wird erst klar, dass Faust gerettet wird: sein stetiger Tatendrang verursacht zwar großes Leid und verkehrt sich teilweise ins Übertriebene bis Krankhafte (vgl. dazu den Abschnitt vom faustischen Widerspruch), aber trotzdem bewahrt er Faust davor, durch Mephistos Zerstreuungsprogramm eine stillstehende Existenz zu werden. Dies muss sich der Teufel im zweiten Teil selbst eingestehen: „Der mir so kräftig widerstand,/ Die Zeit wird Herr, der Greis hier liegt im Sand.“ (V. 11591f.) Falls genügend Zeit besteht und insbesondere im LK sollte man deshalb eine kurze Einführung in den zweiten Teil (etwa in Form eines Referates) geben und zumindest den Beginn sowie Teile des fünften Aktes („Palast“, „Grablegung“) behandeln. Falls dies nicht möglich ist, kann man die Unabgeschlossenheit von „Faust I“ auch nutzen, indem man die SuS z.B. darüber diskutierten lässt, ob Faust eine positiv konnotierte Figur ist. Ferner ließe sich auch spekulieren, wie es mit dem Gelehrten weitergeht und wie die Wette am Ende ausgeht.

Vom Himmel durch die Welt zur Hölle – Der „Faust“ als Welttheater

Im „Vorspiel auf dem Theater“ verspricht der Direktor wahrlich nicht zu viel über den „Faust“, wenn er schließlich sagt: „So schreitet in dem engen Bretterhaus/ Den ganzen Kreis der Schöpfung aus,/ Und wandelt, mit bedächtger Schnelle,/ Vom Himmel, durch die Welt, zur Hölle.“ (V. 239-242)

Tatsächlich setzt das Stück im Himmel ein und folgt danach Fausts Treiben auf der Erde. Auch wenn die Handlung nicht in der Hölle endet, so hat sich am Ende des zweiten Teils zumindest der Höllenschlund geöffnet. Auch im ersten Teil, der hier im Mittelpunkt steht, hört Gretchen zumindest bereits das „Heulen und Klappern der Hölle“ (V. 4467), wird aber dann doch noch gerettet.

Der „Prolog im Himmel“ fügt die Geschicke Fausts gleich zu Beginn in einen größeren Sinnzusammenhang: alles, was er tut, ist unabhängig von moralischen Bewertungen Teil des Prinzips der Schöpfung und der Natur des Menschen, der geprägt ist von ständiger Tätigkeit und Ruhe im Wechsel (vgl. V. 336-349). In Faust realisieren sich das göttliche und das teuflische Prinzip als Tatendrang und Erkenntnisstreben auf der einen sowie sinnliche Begierden und Zerstreuung auf der anderen Seite. Dieser Grundkonflikt macht ihn zu einem Beispiel für die gesamte Menschheit.

Das Drama wird so zu einem Welttheater, wobei Mephistopheles seinen Schützling durch die „kleine“ und dann die „große Welt“ führt (V. 2052). Die große Welt entfaltet sich erst im zweiten Teil, die kleine Welt ist das Lebensumfeld Gretchens.

101 ab € 12,99
69617 Lektüren im Unterricht: E.T.A. Hoffmann - Der goldne Topf
  • Didaktische Hintergrundinformationen
  • Zusammenfassung, Textanalyse & Interpretation
  • Charakterisierung der Hauptpersonen (Anselmus, Serpentina, Veronika, Lindhorst u.a.)
  • Arbeitsblätter zur Erarbeitung der Lektüre im Unterricht (Aufbau, Form, Personenkonstellation, Sprache & Inhalt von “Der goldne Topf”)
  • Kompaktes Prüfungswissen in Frage und Antwort
  • Anregungen & Hinweise zur Erstellung von Klausuren
  • Direkt einsetzbare Klausur (Inhalt, Gestaltung, Erzähltechnik, Intention des Autors)

Textauszug:

E.T.A. Hoffmanns Kunstmärchen „Der Goldne Topf“ im Unterricht – Eigenarten, Probleme, Chancen

Ein Märchen der neuen Zeit?

„Der goldne Topf“ erscheint 1814. Hoffmann selbst betitelt sein Werk als ein Märchen der neuen Zeit. Die romantische Novelle gilt daher auch als Kunstmärchen. Es weist durchaus einige Merkmale eines solchen auf. Hoffmann thematisiert in seinem Werk den Gegensatz zwischen Märchenwelt und Alltagswirklichkeit. Wie für ein (Kunst-)Märchen typisch, steht mit Anselmus ein Held im Fokus der Handlung. Diesem widerfahren einige wundersame Begebenheiten. Als er sich in Serpentina, eine der drei goldgrünen Schlangen, die ihm plötzlich erscheinen, verliebt, fühlt er sich zwischen der gefühlvollen Phantasiewelt und Realität hin- und hergerissen. Innerhalb der Handlung begegnen ihm sprechende, wie Menschen handelnde, Tiere. Weiterhin muss er gegen die Hexereien des Äpfelweibs bestehen.

Auch der Aufbau (Märchen im Märchen) und die sprachliche Gestaltung (Metaphern und andere stilistische Mittel) sprechen dafür, dass es sich bei Hoffmanns Werk um ein (Kunst-) Märchen handelt.

Es liegt folglich ein Märchen der neuen Zeit und nicht ein klassisches Märchen vor, was insofern erkennbar ist, als dass die Handlung an einem realen Ort (Dresden) und zu einer realen Zeit (rund um den Himmelfahrtstag) spielt, wobei märchenhafte Elemente Einzug in die alltägliche Welt der Protagonisten halten.

Epoche

Hoffmann ist ein Autor des 19. Jhds. Seine Werke sind der (Früh-)Romantik zuzuordnen, so auch „Der goldne Topf“. So enthält das Werk einige typische Elemente der literarischen Epoche. Bspw. steht das Gefühlsleben der Figuren – insbesondere von Anselmus und Veronika – im Fokus der Handlung. Ferner ist innerhalb der Handlung ein Bruch vorhanden, der die Welt in Vernunft und Gefühl teilt. Der Protagonist Anselmus steht zwischen einem bürgerlichen Leben als Hofrat bzw. Ehemann von Veronika und einem Leben in Atlantis mit seiner wahren Liebe Serpentina, einer goldgrünen Schlange und Tochter eines Salamanders, des Archivarius Lindhorst.

Gegenstand der Romantik ist ferner das Übernatürliche, Rätselhafte bzw. Geheimnisvolle, was das Werk gleichzeitig auch so märchenhaft macht. So tauchen Figuren plötzlich auf, verwandeln sich oder verschwinden wieder. Weiterhin verfügen das Äpfelweib und der Archivarius Lindhorst über Zauberkräfte. Nicht zuletzt werden Tiere und andere Dinge vermenschlicht.

67 ab € 12,99
70821 Lektüren im Unterricht: Hesse - Der Steppenwolf
  • Didaktische Hintergrundinformationen
  • Zusammenfassung, Textanalyse & Interpretation
  • Charakterisierung der Hauptpersonen (Harry Haller, Hermine, Maria, Pablo u.a.)
  • Arbeitsblätter zur Erarbeitung der Lektüre im Unterricht (Aufbau, Form, Personenkonstellation, Sprache & Inhalt von “Der Steppenwolf”)
  • Kompaktes Prüfungswissen in Frage und Antwort
  • Anregungen & Hinweise zur Erstellung von Klausuren
  • Direkt einsetzbare Klausur (die zwei Persönlichkeiten von Harry Haller)

Textauszug:

Vorwort

Hermann Hesses „Steppenwolf“ handelt von Harry Haller, alias der Steppenwolf, der sich im Kampf von zweierlei Persönlichkeiten gefangen sieht: der menschlichen, die sich nach Gemeinschaft und Nähe sehnt, sowie der wölfischen, die das Bürgerliche ablehnt und sich aus der Gesellschaft zurückziehen möchte.

Es geht um das Erleben und den inneren Konflikt der Hauptfigur Harry Haller, die sich mit ihren verschiedenen Charakterzügen auseinandersetzen muss, was ihr alleine nicht gelingt. Hermine und Pablo zeigen Haller, wie seine in Wolf und Mensch gespaltene Persönlichkeit wieder in Einklang gebracht werden kann. So soll er lernen, beide Persönlichkeiten zu akzeptieren und dabei der Welt mit Humor anstelle von Verbitterung zu begegnen.

Mit seinem Werk kritisiert Hesse die fortschreitende Technisierung und Schnelllebigkeit der Moderne, die seiner Meinung nach zum kulturellen Verfall führt. Sein Protagonist fühlt sich dabei häufig fehl am Platz. Der Mozart- und Goethe-Liebhaber sehnt sich die vergangene Zeit herbei, in der die Künstler noch richtig wertgeschätzt worden seien. Dabei diente Hesses Werk der Überwindung einer eigenen Lebenskrise. Es finden sich deshalb viele Gemeinsamkeiten zwischen der Hauptfigur Harry Haller und dem Autor selbst. All dies bietet Ansatzpunkte zur Analyse und kritischen Auseinandersetzung im Unterricht, wobei sich in der Haltung Hallers sowie in seinen Problemen auch zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler finden lassen.

Sprachliche Gestaltung

Die Sprache in „Der Steppenwolf“ ist von einer gehobenen Ausdrucksweise geprägt. Sie passt zu dem gebildeten Charakter des Künstlers und Bewunderers von Goethe und Mozart, Harry Haller. Stilistische Mittel wie rhetorische Fragen, Anaphern und Personifikationen unterstreichen den Erzählstil. Dabei überwiegen lange, verschachtelte Sätze mit vielen Kommata.

Die Ereignisse werden rückblickend im Präteritum geschildert. Auch wenn sie durchgängig in der Ich-Form wiedergegeben werden, weist das Werk mehrere Erzähler auf. So lässt es sich in drei Abschnitte teilen: in das Vorwort des fiktiven Herausgebers, die Schilderungen der Hauptfigur Harry Haller selbst sowie das Traktat eines unbekannten Verfassers. Sämtliche Teile handeln von Harry Haller. Über ihn wird auf verschiedene Art und Weise berichtet. Das gesamte Werk zeugt von einer Charakterisierung des Protagonisten. Wenngleich der Erzählteil überwiegt, gibt es an einigen Stellen wörtliche Rede, oftmals indirekt, jedoch auch in direkter Form.

Gattungsspezifische Merkmale*

Hesses vorliegendes Werk ist ein Roman. Folglich gilt „Der Steppenwolf“ als fiktionales Werk, wenngleich es autobiographische Elemente enthält.

Wie für einen Roman üblich, ist es in Prosa verfasst. Weiterhin zeugt das Werk von einer längeren Erzählung, in der ein Protagonist im Zentrum der Handlung steht. In Hesses Roman geht es um das Schicksal Harry Hallers. So erhält der Leser Einblick in das Leben des Protagonisten in Auseinandersetzung mit seiner Umwelt. Es treten folglich weitere Figuren in Erscheinung. Geschildert werden die Ereignisse von einem bzw. mehreren Ich-Erzählern, wobei die erzählte Zeit größer ist als die Erzählzeit.

Es gibt verschiedene Genres eines Romans. Bei Hesses „Der Steppenwolf“ handelt es sich um einen Entwicklungsroman: Die Hauptfigur Harry Haller versucht sein Dasein als Steppenwolf zu überwinden. Mithilfe der anderen Protagonisten – Hermine, Maria und Pablo – erfährt sein Leben eine Veränderung.

65 ab € 12,99
70931 Unterrichtsmappe Lyrik: Reisen und unterwegs sein
  • Vorwort & Didaktische Hinweise – Reiselyrik
  • Was ist ein Gedicht?
  • Verlaufspläne möglicher Unterrichtsstunden
  • Hintergrundinformationen zu den Autoren
  • Ausführliche Interpretation der Gedichte zum Thema “unterwegs sein”
  • Arbeitsblätter mit Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung
  • Abschlusstest
  • Lösungen
  • Kompetenzcheck
  • Übersicht über die rhetorischen Mittel

Behandelte Gedichte:

  • Bender – „Heimkehr“
  • Eichendorff – „Frische Fahrt“
  • Eichendorff – „Heimweh“
  • Heine – „Anno 1839“
  • Kästner – „Besuch vom Lande“
  • Kästner – „Die Wälder schweigen“
  • Opitz – „Carpe Diem“
  • Schiller – „Die Kraniche des Ibykus“

Die Primärtexte zu den Gedichten Erich Kästners und Hans Benders sind aus lizenzrechtlichen Gründen leider nicht enthalten.

Textauszug:

Einführendes Vorwort

Tourismus als zur Erholung oder zum Vergnügen betriebener Breitensport ist ein eher modernes Phänomen. Das Reisen jedoch ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon immer war das Zurücklassen des Bekannten und das Eintauchen in das Fremde, das Neue und Andersartige ein Motiv, das sowohl mit Sehnsucht und Freude als auch mit Furcht und Heimweh verbunden wurde. Was die Reise für den Einzelnen bedeutet, das hängt immer sehr stark von den persönlichen Umständen ab, unter denen das Reisen erfolgt oder unabdingbar ist.

Zwischen Goethes erster Italienreise und dem ungeliebten Pariser Exil eines Heinrich Heine klaffen Welten. Dies schlägt sich natürlich auch in der Lyrik nieder. Wo für Goethe die Erfahrungen in der Fremde eine Sehnsucht nach klassischer Kunst und Schönheit (in vielerlei Form) stillten, weckten der Verlust der Heimat und die Erfahrung des Fremden in Heine eher Gefühle von Heimweh und Einsamkeit. Auch die Formen des Reisens haben sich gewandelt. Die Bildungsreise eines wohlhabenden jungen Dichters, der nachmittägliche Ausritt, die tagelange Wanderung durch eine abgelegene Landschaft des 19. Jahrhunderts oder der den ärmeren Schichten zu Beginn des 20. Jahrhunderts völlig unmögliche Venedigurlaub eines Thomas Mann unterscheiden sich sehr stark von den moderneren, etwas verloren wirkenden Ausflüglern, die Erich Kästner mit einem Schmunzeln beschrieb, oder gar von den mit Handynavigation und jederzeit online verfügbaren Reiseführern ausgestatteten Pauschalurlaubern von heute.

Wo Wandlungen und Unterschiede sind, da lässt sich gut vergleichen und deuten. Die Reiselyrik bietet somit sehr gute Ansätze, um verschiedene Motive, Perspektiven, Epochen und Stile zu untersuchen, die sich doch alle um das gleiche Thema drehen, zu dem Schülerinnen und Schüler heutzutage handfeste eigene Erfahrungen mitbringen. Wichtig ist es dabei, jeweils auch auf den zeitgeschichtlichen Kontext und die unterschiedlichen Rollen hinzuweisen, die ein Reisender, Fremder oder Gast haben kann. In jedem Fall eignet sich das Themenfeld Reisen hervorragend, einen Zugang zur Lyrik zu schaffen und diese mit eigenen Vorstellungen, Vorlieben oder Erlebnissen zu verbinden.

77 ab € 12,99

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