Legendenbildung in der Literatur

Am Beispiel des Prinzen Eugen von Savoyen - im Vergleich mit der Gegenwart

Blick ins Material

Legendenbildung in der Literatur

Am Beispiel des Prinzen Eugen von Savoyen - im Vergleich mit der Gegenwart

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Typ:
Unterrichtseinheit
Umfang:
38 Seiten (1,4 MB)
Verlag:
Mediengruppe Oberfranken
Autor:
Kunz, Christoph
Auflage:
(2015)
Fächer:
Deutsch
Klassen:
11-13
Schultyp:
Gymnasium

Stellen Sie sich vor: Stephen Hawking, der bekannte britische Astrophysiker, hat eine Schrift (z.B. über die Situation vor, während und unmittelbar nach dem Urknall) für den kleinen, erlauchten Kreis von Astrophysikern verfasst – möglicherweise allesamt Nobelpreisträger – und widmet diese Schrift der Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland oder der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Unwahrscheinlich? Wer weiß, vielleicht gibt es diese Schrift und wir wissen nur nichts davon. Aber Sie haben natürlich Recht: Die geschilderte Situation ist unwahrscheinlich. Genau diese Szene aber hat sich vor ungefähr 300 Jahren zugetragen: Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), der große Mathematiker (Begründer z.B. der Inf nitesimalrechnung) und Philosoph, hat seine kleine Schrift, die nach Leibniz’ Tod unter dem Titel „Monadologie“ veröffentlicht wurde, für den Prinzen Eugen von Savoyen (1663-1736), den in zahllosen Schlachten siegreichen Feldherrn und Kriegsminister des habsburgisch-ungarischen Reiches, angefertigt und ihm gewidmet. Und Leibniz traf sich mit Eugen in Wien, auch um über die Gründung einer Wiener Akademie der Wissenschaften zu sprechen, in Analogie zur Royal Society in London oder zur Preußischen Akademie der Wissenschaften, die im Jahr 1700 durch Leibniz gegründet wurde – was in Wien allerdings nicht realisiert werden konnte.

Prinz Eugen ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten, zumindest in Deutschland. In Österreich ist dies teilweise noch anders: Hier erinnert ein riesiges Reiterdenkmal auf dem Wiener Heldenplatz an ihn, seine Büchersammlung hat in der Österreichischen Nationalbibliothek einen exponierten Platz, sein Schloss – das untere und das obere Belvedere – ist nicht nur ein Touristenmagnet, sondern auch eine hochrespektierte Forschungsstätte und Museumsinstitution, und im Wiener Heeresmuseum nimmt sein militärisches Wirken einen ganzen Saal ein.

Auch wenn Prinz Eugen heute also in Deutschland kaum noch bekannt ist, lohnt sich eine Beschäftigung mit ihm in mehrfacher Hinsicht; natürlich nicht, um eine Heldengeschichte weiterzuschreiben, sondern um genau diese zu reflektieren, zu hinterfragen: Wie wird aus einem gewiss zu seiner Zeit exponierten Individuum ein Heros für spätere Jahrhunderte? Welche Rückschlüsse lassen die Verständnisse und Missverständnisse späterer Rezeption auf die jeweilige geistige Verfasstheit der Rezipienten und ihrer Epochen zu? Sind Legendenbildungen, wie sie sich um Eugen ranken, auch im 20. und 21. Jahrhundert, heute also, noch möglich? Ist die Mythenbildung um John F. Kennedy, den 1963 ermordeten US-Präsidenten, ein Beispiel dafür? Kennen Schülerinnen und Schüler heute Kennedy überhaupt noch? Kann der 2013 verstorbene Nelson Mandela eine weitere solche Geschichte mit Langzeitwirkung begründen?

Wie wird aus einem gewiss zu seiner Zeit exponierten Individuum ein Heros für spätere Jahrhunderte? Welche Rückschlüsse lassen die Verständnisse und Missverständnisse späterer Rezeption auf die jeweilige geistige Verfasstheit der Rezipienten und ihrer Epochen zu? Sind Legendenbildungen, wie sie sich um Eugen ranken, auch im 20. und 21. Jahrhundert, heute also, noch möglich? Ist die Mythenbildung um John F. Kennedy, den 1963 ermordeten US-Präsidenten, ein Beispiel dafür? Kennen Schülerinnen und Schüler heute Kennedy überhaupt noch? Kann der 2013 verstorbene Nelson Mandela eine weitere solche Geschichte mit Langzeitwirkung begründen?

Kompetenzen und Unterrichtsinhalte:
* Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Mechanismen von Legendenbildungen.
* Sie lernen die historische und literarische Auf- und Verarbeitung des Lebensweges von Prinz Eugen von Savoyen kennen.
* Sie untersuchen und interpretieren literarische Texte, u.a. von Hofmannsthal und Jandl.
* Sie diskutieren, ob die Zeit zwischen 1648 und 1789 mit Blick auf das Stichwort »Kosmopolitismus« dem heutigen Europa als Vorbild dienen kann.

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