Wie realistisch ist ein realistischer Roman? Ein Lernzirkel zu Effi Briest

Begleitmaterial zur Lektüre von Theodor Fontane

Blick ins Material

Wie realistisch ist ein realistischer Roman? Ein Lernzirkel zu Effi Briest

Begleitmaterial zur Lektüre von Theodor Fontane

Typ:
Stationenlernen / Lernzirkel
Umfang:
37 Seiten (1,6 MB)
Verlag:
Mediengruppe Oberfranken
Fächer:
Deutsch
Klassen:
11-13
Schultyp:
Gymnasium

Der Roman “Effi Briest” erfährt bei Schülern sehr unterschiedliche Resonanz: Die Lektüre empfinden die meisten als mühsam, ebenso die Analyse formaler und gestalterischer Elemente. Das Thema dagegen – gerade in Bezug auf die Personen(-konstellationen) – stößt auf Interesse, vor allem weil es zeitspezifische und überzeitliche Aspekte enthält. Erstere herauszuarbeiten, um eine Folie für die Letztgenannten zu erhalten, motiviert vor allem historisch interessierte und sozialkritisch eingestellte Jugendliche, sich mit “Effi Briest” zu befassen. Hier setzt der vorliegende Lernzirkel an.

Dieser will anhand der Suche nach “Realismen” im Roman sowohl den fachwissenschaftlichen Realismus- Begriff hinterfragen als auch Fontanes Arbeit mit historischer und fiktional gestalteter Realität.

Dazu wurden verschiedene thematische Aspekte ausgewählt, die für die Romanhandlung wichtig und damit selbstverständlich auch für die Interpretation von Bedeutung sind. Darüber hinaus galt es vor allem die pädagogischen Möglichkeiten und Chancen zu nutzen, die in der Stationenarbeit enthalten sind. Dem Lernzirkel vorausgegangen sein sollten die Lektüre des Romans, die Erarbeitung zentraler inhaltlicher Aspekte und die (kursorische) Behandlung des Poetischen Realismus.

Da die Schüler gleichzeitig an unterschiedlichen Lern-Stationen arbeiten, sind die Aufgaben so gestellt und die Stationen mit Materialien so ausgestattet, dass sie ohne Anleitung durch die Lehrkraft bearbeitet werden können. Zugleich bewegen sie sich alle auf einem inhaltlich begrenzten “Terrain”, das den Schülern über die Themenstellung präsent ist.

Der zeitliche Gesamtrahmen des Lernzirkels ist vorgegeben (vier bis fünf Unterrichtsstunden, inklusive Auswertung), aber die Schüler entscheiden, wie viel Zeit sie für die einzelne Station aufwenden. Das heißt zum einen, dass sie sich selbst organisieren, zum anderen, dass die Stationen in Mehrfachfertigung vorliegen sollten.

Das Lernangebot des Lernzirkels berücksichtigt die unterschiedlichen Präferenzen der Schüler im Hinblick auf Sozialformen, d.h., er enthält Stationen, an denen Einzelarbeit sowie Partner- bzw. Gruppenarbeit möglich ist. Er will allerdings die Entwicklung der Sozialkompetenz dadurch unterstützen, dass er Diskussionen und Zusammenarbeit zulässt bzw. einfordert.

Nicht nur die Bearbeitung der Lernstationen fordert und fördert Lernkompetenzen. Einen ganz wichtigen Beitrag leistet dazu auch die Auswertung des Lernzirkels, sowohl der Vergleich, die Präsentation bzw. die Besprechung der Ergebnisse wie auch die Reflexion über den Lernprozess – den individuellen wie den gemeinsamen. Deshalb sollte auf beides nicht verzichtet werden.

Für die Ergebnissicherung bzw. -überprüfung der Pflichtaufgaben bietet sich an, diese in die Themenstellung einer abschließenden Klausur zu integrieren.

Kompetenzen und Unterrichtsinhalte:
  • Die Schüler vertiefen anhand ausgewählter Textstellen und Fragestellungen, die sich auf Einzelheiten sowie auf den Gesamtkontext beziehen, ihre Kenntnisse über Theodor Fontanes Roman »Effi Briest«
  • Sie reflektieren die fachwissenschaftliche Kennzeichnung des »Realismus«, indem sie anhand einzelner Themenaspekte überprüfen, inwieweit Theodor Fontane historische Realität in seinen Roman integriert und wie er diese in »Effi Briest« gestaltet
  • Sie erkennen, dass Fontanes eigene Biografie, seine persönlichen Prägungen, Einstellungen, Erfahrungen usw. die Romanhandlung und ihre Figuren beeinflussen
  • Den Schülern gelingt es, wenn sie Fontanes Schreib- und Konstruktionsprozesse nachvollzogen haben, relativ leicht, einzelne Charaktere zu analysieren bzw. für interpretatorische Gestaltungsaufgaben adäquat zu nutzen
  • Über die Unterrichtsform »Lernzirkel« und die Aufgabentypen, die im vorliegenden Zirkel gewählt worden sind, werden darüber hinaus gefördert: Methoden-/Lesekompetenz (z.B. Erschließen fiktionaler, argumentativer, fachwissenschaftlicher Texte, Erschließen von Bildquellen, Protokollieren von Ergebnissen), Schreibkompetenz (z.B. Verfassen eines fiktionalen »Leser«-Briefs), kommunikative Kompetenz (z.B. Zuhören, Argumentieren, Diskutieren in der Kleingruppe)
  • personale Kompetenz: z.B. eigenverantwortliches Auswählen und Erarbeiten unterschiedlicher Aufgaben, Interesse, sich mit dem Roman, seinem Entstehungsprozess und seinem historischen Kontext auseinander zu setzen

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Material-Nr.: 67765

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