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Die Evolution des Menschen: Neues von unseren urzeitlichen Verwandten

Spektrum der Wissenschaft

Blick ins Material

Die Evolution des Menschen: Neues von unseren urzeitlichen Verwandten

Spektrum der Wissenschaft

Typ:
Zeitungsheft
Umfang:
100 Seiten (18,6 MB)
Verlag:
Spektrum der Wissenschaft
Auflage:
(2015)
Fächer:
Naturwissenschaft, Physik, Chemie, Mathematik, Geschichte, Biologie
Klassen:
9-13
Schultyp:
Gymnasium

Der wahre Wert der Wissenschaft.

Am 12. November setzte das Landegerät Philae auf den Kometen 7P/Tschurjumow- l ange her, dass ein wissenschaftliches Großereignis derart prominent in den Schlagzeilen vertreten war und viele Menschen es unter Hochspannung live verfolgten. Bei den Älteren kamen gar Erinnerungen an die erste Mondlandung 1969 auf.

Woher rührt die plötzliche Wissenschaftsbegeisterung in unserer angeblich ach so abgebrühten, desinteressierten Gesellschaft? Schließlich kann man das Projekt ja auch als eine immense Verschwendung von Steuergeldern ohne jeden konkreten Nutzen anprangern. Im Zeitalter von Bologna-Reform, achtjährigem Gymnasium und scheinbar alles dominierenden wirtschaftlichen Interessen wirkt es tatsächlich wie ein Relikt aus der Vergangenheit, Forschung allein um ihrer selbst und neuer Erkenntnisse willen zu betreiben.

Schon in den 1960er Jahren definierte der amerikanische Physiker Alvin Weinberg in s einer Aufsatzsammlung »Reflections on Big Science« die Grundlagenforschung als jene W issenschaft, »die durch keinerlei Begründung gerechtfertigt werden kann, mit Ausnahme der Tatsache, dass sie die menschliche Neugier befriedigt«. Dieser Antrieb scheint auch heute noch recht stark zu wirken, wie der Trubel um Rosetta und Philae zeigt.

Natürlich sind praktische Umsetzung und Anwendungen von Forschungsergebnissen wichtig. Die Raumfahrt hat hier ihren Teil zum Fortschritt beigetragen, von speziellen Materialien, die dann später auch für Alltagsgegenstände genutzt wurden, über die Weiterentwicklung der Fotovoltaik bis hin zu den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Satelliten wie für Kommunikation und GPS.

Dennoch bringt die aktuelle Kometenmission (siehe auch den Artikel ab S. 34) den meiner Meinung nach wahren Wert der Wissenschaft wieder ans Tageslicht, der auf einer ideelleren Ebene angesiedelt ist: Es geht darum, das große innere Bedürfnis des Menschen zu stillen, mehr zu erfahren über sich und die Welt, in der er lebt und der er ausgesetzt ist. Diese Neugier ist etwas, was uns gemeinsam mit anderen kognitiven Fähigkeiten auszeichnet im Vergleich zu allen übrigen bekannten Lebewesen.

Damit erweist sich Grundlagenforschung sogar als fast unausweichliche Folge der Evo- schung darstellt. Hier hat es in den letzten Jahren Überraschungen gehagelt; was noch vor der Jahrtausendwende als g es ichert galt, haben neuere Funde von Vor- und Frühmenschen inzwischen gründlich auf den Kopf gestellt. Einen Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse bietet Ihnen unsere sechsteilige Serie, die in diesem Heft mit einem detaillierten Blick auf den immer unübers ichtl icher werdenden Stammbaum des Homo sapiens beginnt (ab S. 22).

Inhalt:

Spektrogramm
  • Verdrehter Laserstrahl übermittelt Daten
  • Wikinger waren fleißige Burgenbauer
  • Echoortung erfordert gutes Körpergefühl
  • Den Steppenläufern geht es an den Kragen
  • Klettern mit künstlichen Geckofüßen
  • Proto-Galaxienhaufen im frühen Universum
Bild des Monats:
  • Magen in der Petrischale

Forschung aktuell:

Kosmologie:
  • Ein fast perfektes Modell vom Universum: Supercomputer errechnen eine Welt, die der echten zum Verwechseln ähnlich sieht und das Standardmodell der Kosmologie zu bestätigen scheint.
Urgeschichte:
  • Frühe Höhlenkunst in Südostasien: Jüngste Untersuchungen an prähistorischen Handabdrücken und Felsbildern aus Indonesien datieren diese Höhlenmalerei auf ein Alter von mindestens 39 900 Jahren, also in die Zeit der ältesten Malereien Europas.
Rohstoffe:
  • Wann wird Kupfer knapp? Das für unsere technische Infrastruktur unverzichtbare Kupfer wird noch für weit mehr als 100 Jahre ausreichen, heißt es. Doch australische Forscher warnen: Schon etwa 2040 wird der Höhepunkt der Förderung überschritten.
Zahlentheorie:
  • Vom Rubik-Würfel zu hyperelliptischen Kurven: Der indischstämmige Mathematiker Manjul Bhargava erhielt die Fields-Medaille 2014 für seine bahnbrechenden Resultate in der Zahlentheorie und der Theorie der elliptischen Kurven.
Springers Einwürfe:
  • Der Forscher als Kinofigur: Sein Bild wird heller, aber bleibt verschwommen.

Themen:

Titelthema: Menschenevolution:
  • Menschwerdung in neuem Licht: Entdeckungen der letzten Jahre stellen manches für gesichert gehaltene Wissen über die menschliche Evolutionsgeschichte radikal in Frage. So entwickelte sich unsere Spezies auf deutlich verschlungeneren Wegen zur dominierenden Art als bisher gedacht.
Titelthema: Paläoanthropologie:
  • Unsere unübersichtliche Verwandtschaft: Der menschliche Stammbaum ist entgegen früheren Vorstellungen durchgehend stark verzweigt. Wahrscheinlich lebten in den meisten Phasen der Menschwerdung deutlich mehr Arten von Homininen gleichzeitig als gedacht – und haben manchmal sogar gemeinsam Nachwuchs produziert.
Äußeres Sonnensystem:
  • Jenseits von Neptun: Erstmals treffen Sonden auf Objekte des Kuipergürtels – einer eisigen Region jenseits des Planeten Neptun, in der auch Pluto seine Bahn zieht. Diese Begegnungen ermöglichen einmalige Einblicke in die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems.
Schlichting!
  • Kristallene Schönheiten: Damit aus Wasser eine Schneeflocke werden kann, müssen verschiedene Wachstumsprinzipien ineinandergreifen.

Themen:

Differenzialgeometrie:
  • Glatte Fraktale: Man kann einen Teil der Ebene so auf eine autoschlauchförmige Fläche abbilden, dass dabei alle Längen erhalten bleiben. Das erstmals visualisierte Resultat ist das erste bekannte Exemplar einer Familie neuartiger geometrischer Objekte.
Archäomagnetik:
  • Produktionsdatum: siehe Magnetfeld: Wo immer der Mensch hohe Temperaturen einsetzte, entstanden nicht nur Produkte wie Keramiken oder Metalle, sondern oft auch magnetische Minerale. Weil diese die Richtung des damaligen Erdmagnetfelds speicherten, versuchen Archäologen sie nun zur Altersbestimmung zu nutzen. Auch wenn das Verfahren nicht universell einsetzbar ist, kann es doch oft andere Datierungsmethoden ergänzen.
Analytik:
  • Met & Co ? Alkopops bei den Nordmännern: Wie kann man etwas über die Trinksitten im Skandinavien des 1. Jahrtausends v. Chr. Erfahren? Indem man Getränkerückstände in Grabbeigaben chemisch analysiert.
Ökologie:
  • Die Auferstehung der Amerikanischen Kastanie: Ein eingeschleppter Pilz vernichtete die einstmals riesigen Kastanienwälder Nordamerikas fast vollständig. Dank aufwändiger Kreuzungsprogramme sowie moderner Gentechnik könnten sie in absehbarer Zeit wieder neu entstehen.
Chemische Unterhaltungen:
  • Nichtkovalente Wechselwirkungen: Verbunden werden auch die Schwachen mächtig – Über Gestalt und Verhalten von Molekülen bestimmen oft Kräfte, die längst nicht so stark sind wie echte chemische Bindungen.
Biotechnologie:
  • Nanozellulose ? Ein bakteriell erzeugtes Hochleistungspolymer: Herkömmliche Kunststoffe belasten Umwelt und Klima. Alternativen auf pflanzlicher Basis sind deshalb begehrt. Ein besonders aussichtsreiches Produkt ist biotechnologisch gewonnene Nanozellulose. Mit seiner einzigartigen Kombination von Eigenschaften eignet sich das natürliche Material für unterschiedlichste Einsatzzwecke – von Wundverbänden über Kosmetikartikel bis zu Chipkarten.
Rezensionen:
  • Augenweide: Reinhard Lassek über “Das graphische Gesamtwerk” von Alexander von Humboldt
  • Symmetrische Polyeder: Christoph Pöppe über “Platonische Körper und ihre Verwandlungen” von Walter Kraul
  • Rätselraten um E. T.: Stefan Gillessen über “Da draußen” von Ben Moore
  • Kurzrezensionen
  • Von wegen dunkel: Theodor Kissel über “Von Karl dem Großen bis Gutenberg” von Michael Prestwich
  • Die vergessene Vielfalt: Kristina Vonend über “Seltene Nutztiere der Alpen” von Günter Jaritz

Weitere Rubriken:

Bionik:
  • Nach dem Vorbild der Natur: Techniker tüfteln an neuartigen Kameras, die dem menschlichen Sehapparat nachempfunden sind.

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