Zeitzeugen im Gespräch - Dipl. Ing. Simon Wiesenthal - ein Überlebender des Holocaust

Erfahrungen - von Menschen für Menschen!

Zeitzeugen im Gespräch - Dipl. Ing. Simon Wiesenthal - ein Überlebender des Holocaust - Erfahrungen - von Menschen für Menschen! - Geschichte

Zeitzeugen im Gespräch - Dipl. Ing. Simon Wiesenthal - ein Überlebender des Holocaust

Erfahrungen - von Menschen für Menschen!

  • Abitur Berlin / Brandenburg 2021
  • Abitur Berlin / Brandenburg 2022
Typ:
Unterrichtseinheit
Verlag:
Lemberger Group
Autor:
Lemberger, Michael
Auflage:
(2001)
Fächer:
Geschichte
Klassen:
9-13
Schultyp:
Gymnasium

Simon Wiesenthal, (geb.: 31. Dezember 1908 in Buczacz, Galizien, heute Ukraine; gest.: 20. September 2005 in Wien) war ein österreichisch-jüdischer Überlebender des Holocaust sowie Architekt, Publizist und Schriftsteller.

Das Interview mit dem Zeitzeugen DI Simon Wiesenthal wurde am 08. November 2000 aufgenommen.

Es dokumentiert in beeindruckender Weise die unterschiedlichen Lebensabschnitte des Zeitzeugen. Bereits 1928 wegen seines jüdischen Glaubens deutlich benachteiligt, verschlechtern sich ab 1939 seine Lebensbedingungen und die seiner Familie in dramatischer Weise.

Nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen im Mai 1945 machte Simon Wiesenthal die „Suche nach Gerechtigkeit für Millionen unschuldig Ermordeter“ zu seiner Lebensaufgabe. Dadurch wurde er zu einem Zeitzeugen des Holocaust, der weltweit Tätern aus der Zeit des Nationalsozialismus nachforschte, um sie einem juristischen Verfahren zuzuführen. Er gründete das Dokumentationszentrum Jüdische Historische Dokumentation in Linz und später das Dokumentationszentrum des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes in Wien.

Wiesenthal verstand sich nicht als „Nazijäger“, wie er im Laufe der Zeit sowohl anerkennend von Anhängern als auch ablehnend von Kritikern bezeichnet wurde. Wiesenthal sah sich selbst eher als Rechercheur, der jene zur Verantwortung ziehen wollte, die an der geplanten „Endlösung der Judenfrage“ mitgewirkt hatten. Entsprechend lehnte er die Kollektivschuldthese nach einem frühen Umdenken ab. Wiesenthal sah in seiner Tätigkeit unter anderem die Pflichterfüllung, als Zeitzeuge und Überlebender des Holocaust vor dem Vergessen der Shoah zu warnen, die nicht mit Massenmord und Gaskammern begonnen habe, sondern mit der Demontage von Demokratie und Menschenrechten. Seine internationale Vortragstätigkeit stand deshalb unter dem Leitspruch „Aufklärung ist Abwehr“.

Als Autor zahlreicher Bücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden, wollte Wiesenthal ein Vermächtnis für nachfolgende Generationen hinterlassen.

Inhalt:
  • Jugenderinnerungen
  • KZ-Erfahrungen
  • Thema “Judenverfolgung und Holocaust”
  • Detailinfos zum Thema “NS-Konzentrationslager”
  • Jagd auf NS-Kriegsverbrecher und Gründung des Jüdischen Dokumentationszentrums in Linz
  • Die Wende in der Weltpolitik
  • Der Nazijäger und der Fall Adolf Eichmann
  • Die Wiedereröffnung des Jüdischen Dokumentationszentrums in Wien
  • Täterprof ile
  • Botschaft an die Jugend

Gesamtdauer: 66 Minuten

Simon Wiesenthal zählt zu den profiliertesten Persönlichkeiten unserer Zeit. Er überlebte mehrere KZ, nach dem Krieg wurde er als “Nazi-Jäger” bekannt. Er trug maßgeblich zur Verhaftung von mehr als 1000 NS-Kriegsverbrechern – darunter Adolf Eichmann – bei. In seinen Erzählungen spannt er den Bogen von seinen Erlebnissen in der galizischen Heimat bis zu seinen Nachkriegserfahrungen …

  • 1908 in Buczaz, Galizien (damals Österreich-Ungarn, in der Zwischenkriegszeit Polen, später UdSSR, heute Ukraine) geboren.
  • 1914 Flucht der Familie Wiesenthal vor den vorrückenden russischen Truppen nach Wien
  • 1917 Rückzug der Russen, Heimkehr der Familie Wiesenthal.
  • 1928 Matura am Gymnasium Buczaz, wegen antijüdischem Numerus Clausus Inskribtion an der Technischen Hochschule in Prag.
  • 1932 Abschluss des Architekturstudiums.
  • 1936 heiraten Simon Wiesenthal und Cyla Müller. Simon Wiesenthal beginnt in einem Architekturbüro zu arbeiten.
  • 1939 Angriff deutscher Truppen und Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der UdSSR. Besetzung Lembergs durch Truppen der UdSSR, Beginn kommunistischer Säuberungsaktionen gegen Juden. Simon Wiesenthal wird zur Arbeit in einer Bettzeugfabrik gezwungen.
  • 1941 Deutscher Angriff gegen die UdSSR, Besetzung Lembergs und Verhaftung Simon Wiesenthals. Arrest im KZ Janowska, darauffolgend Zwangsarbeit bei den Ostbahn-Ausbesserungswerken (OAW).
  • 1942 Offizieller Beginn der systematischen Judenvernichtung, bis September wird der Großteil von Simon Wiesenthals Verwandtschaft und der Familie seiner Frau von den Nazis ermordet. Insgesamt 89 Personen.
  • 1943 Flucht Simon Wiesenthals aus den OAW.
  • 1944/45 Festnahme Simon Wiesenthals und neuerliche Haft im KZ Janowska. Räumung des KZ wegen nahender UdSSR-Truppen. Todesmarsch nach Westen über Plaszow, Gross-Rosen und Buchenwald, der schließlich im KZ Mauthausen (OÖ) endet. Krank und auf 45 kg abgemagert rettet die Befreiung des KZ durch US-Truppen am 5.5.1945 Simon Wiesenthals Leben. Nach seiner Genesung beginnt er, Material über die NS-Gräueltaten zusammenzutragen.
  • 1946 Geburt von Simon Wiesenthals Tochter Pauline.
  • 1959 Simon Wiesenthals Nachforschungen ermöglichen die Festnahme des NS-Verbrechers Adolf Eichmann und begründen Wiesenthals Ruf als “Nazijäger”. In der Folge werden weitere Kriegsverbrecher verhaftet.
  • 1961 Gründung des “Jüdischen Dokumentationszentrums” in Wien.
  • 2005 ist Simon Wiesenthal in Wien im Alter von 97 Jahren verstorben.

Simon Wiesenthal hat für seine Bemühungen – neben vielen Ehrungen und Auszeichnungen – rund 20 Ehrendoktorate verliehen bekommen. Im Juni 2005 überreichte ihm der österreichische Bundespräsident Dr. Heinz Fischer das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich.

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Material-Nr.: 62287

Aus der Reihe Holocaustdidaktik - Dem Vergessen entgegen

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