"Andorra" von Frisch

Altersgemäße Literatur - fertig aufbereitet für den Unterricht

Blick ins Material

"Andorra" von Frisch

Altersgemäße Literatur - fertig aufbereitet für den Unterricht

Typ:
Unterrichtseinheit
Umfang:
73 Seiten (1,3 MB)
Verlag:
School-Scout
Auflage:
(2015)
Fächer:
Deutsch
Klassen:
7-11
Schultyp:
Gymnasium, Realschule

In Form einer Parabel stellt Frisch in seinem Drama “Andorra” anhand der Judenfeindlichkeit gegenüber Andri sowohl die Auswirkungen von Vorurteilen und Rassismus als auch die verheerenden Folgen der totalen Übernahme einer fremden Identität dar. Es wird aufgezeigt, wie sich Menschen unter bestimmten, auferlegten Umständen und in vorgegebenen Systemen verhalten und wie Erziehung und der Umgang untereinander eigene Verhaltensweisen und Ansichten beeinflussen.

Die Reihe “Lektüren im Unterricht – Altersgemäße Literatur” bietet alle Hilfsmittel und Informationen, die Sie benötigen, um mit Ihren Schülerinnen und Schülern altersangemessene Lektüren wie Max Frischs “Andorra” im Unterricht differenziert zu erarbeiten und dabei Strategien und Techniken des Lesens und Verstehens literarischer Texte zu erlernen und zu vertiefen.

Inhalt:

  • Didaktisches Hintergrundwissen
  • Lesebegleitende Lektürehilfen
  • Inhaltsübersicht
  • Charakterisierungen von Andri, Barblin, Can und den Nebenfiguren
  • Arbeitsblätter
  • Quizspiele und Kreuzworträtsel
  • Portfolio der Kompetenzfelder
  • Klassenarbeit: Andri und Barblin und ihre Beziehung zueinander

Textauszug:

Vorwort

Das Drama „Andorra“ behandelt die Geschichte von Andri, einem jungen Mann im fiktiven Staat Andorra, der von seinem Pflegevater, dem Lehrer Can, aufgezogen wird. Andri glaubt, von Can als Jude aus dem Nachbarland gerettet worden zu sein, da er dort von den einheimischen „Schwarzen“ lebensbedrohlich verfolgt worden wäre. In Wirklichkeit aber ist Andri Cans leiblicher Sohn, den der Lehrer mit einer „schwarzen Senora“ aus dem Nachbarland gezeugt hat. In seinem Unwissen verinnerlicht Andri die ihm auferlegte jüdische Identität und wird von den übrigen Andorranern mit vielen Vorurteilen konfrontiert. Als Andri von seiner Mutter die Wahrheit über seine Herkunft erfährt, schenkt er ihr keinen Glauben mehr und hält an seiner jüdischen Identität fest. Die Handlung eskaliert, als das rassistische Nachbarvolk in Andorra einfällt.

Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren, wo er am 04. April 1991 verstarb. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und gelangte vor allem durch seine Romane „Stiller“ (1954), „Homo Faber (1957)“ und „Mein Name sei Gantenbein“ (1964) zu internationalem Ruhm. Nach seinem abgebrochenen Germanistikstudium wählte Frisch die Schriftstellerei zunächst als Nebentätigkeit und studierte Architektur. In der Folge arbeitete der Schweizer einige Jahre sehr erfolgreich in diesem Berufsfeld. Der große Erfolg seines Romans „Stiller“ veranlasste Frisch jedoch, seine Tätigkeit als Architekt aufzugeben und sich fortan der Schriftstellerei zu widmen. Frischs Werke thematisieren zumeist existentielle Probleme des Individuums der postmodernen Gesellschaft, beispielsweise die persönliche Aufarbeitung des 2. Weltkrieges, die Auseinandersetzung der Menschen mit sich selbst und die Behandlung von Sprache und ihrer Wirkung. Neben Romanen und Theaterstücken verfasste Frisch auch Erzählungen und literarische Tagebücher.

Charakteristika

Der Aufbau

Im Gegensatz zu der gängigen Einteilung von Dramen in Akte und Szenen, teilt Frisch „Andorra“ in zwölf Bilder ein. Diese sind unterschiedlich lang, wobei die Bilder 1-3, 6, 7,9 und 11 zudem durch Aussagen im Vordergrund (an der Zeugenschranke) versehen sind. Diese Abschnitte im Vordergrund reflektieren das Geschehen im Stück von einem späteren Zeitpunkt aus. Bezogen auf die Theorie des klassischen Dramas, kann das erste Bild als Exposition definiert werden, die Bilder 6 und 7 als Höhepunkt/Wendepunkt des Dramas und das zwölfte Bild als Katastrophe. Mit Ausnahme von Bild 5 tritt die Hauptfigur Andri in allen Bildern auf.

Das Drama als Parabel

Die Parabel stellt in der Literatur eine Art Gleichnis dar, in dem Fragen über Moral und ethische Grundsätze aufgeworfen werden, sowie in relativ kurzer Form eine lehrhafte Botschaft vermittelt werden soll. Somit hat die im Vordergrund stehende Handlung des Textes eine symbolische Bedeutung und kann in größere Zusammenhänge gesetzt werden. In Form einer Parabel stellt Frisch in „Andorra“ anhand der Judenfeindlichkeit gegenüber Andri sowohl die Auswirkungen von Vorurteilen und Rassismus, als auch die verheerenden Folgen der totalen Übernahme einer fremden Identität dar. Es wird aufgezeigt, wie sich Menschen unter bestimmten, auferlegten Umständen und in vorgegebenen Systemen verhalten und wie Erziehung und der Umgang untereinander eigene Verhaltensweisen und Ansichten beeinflussen.

Die Darstellung der Gesellschaft

Frisch schildert die andorranische Gesellschaft als Gemeinschaft misstrauischer Menschen, die genaue Vorstellungen von ihren Mitbürgern haben und Andersartigkeiten als befremdlich und unheimlich empfinden. Sie alle kennzeichnet eine gewisse Passivität, da sie die Umstände nicht hinterfragen und zu verändern versuchen, sondern Meinungen und Haltungen übernehmen. Aus diesem Grund kann ihnen kein Vorwurf für verwerfliche Handlungen gemacht werden; vielmehr könnte man ihren fehlenden Widerstand und ihr starres Denken anklagen. Zudem drängen sie Andri gemeinsam in ein vorgefertigtes Bild, ohne zu reflektieren, ob der junge Mann den Eigenschaften dieses Bildes überhaupt entspricht.

Innerhalb der Gesellschaft lassen sich verschiedene Charaktere antreffen, die aus unterschiedlichen, individuellen Gründen ihren Mitmenschen misstrauisch gegenüberstehen. Was sie alle vereint, ist ihr Bestreben nach persönlichem Vorteil, sodass einige sogar hinterlistig oder verräterisch agieren.

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Material-Nr.: 62025

Aus der Reihe Lektüren im Unterricht - Mittelstufe

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