Essayistisches Schreiben

Textgestaltung auf der Grundlage eines Dossiers

Blick ins Material

Essayistisches Schreiben

Textgestaltung auf der Grundlage eines Dossiers

Typ:
Unterrichtseinheit
Umfang:
29 Seiten (0,3 MB)
Verlag:
Mediengruppe Oberfranken
Auflage:
(2012)
Fächer:
Deutsch
Klassen:
11-13
Schultyp:
Gymnasium

Im Zuge der jüngsten, an Kompetenzen orientierten Lehrplanreformen hat das Schreiben neben dem Lesen und Interpretieren von Texten wieder an Bedeutung und Kontur gewonnen. Trotzdem bekommen die Schülerinnen und Schüler in der Praxis immer noch (zu) wenig Zeit, Gelegenheit und vor allem gezielte Anleitung, eigenständig Texte zu formulieren und dabei die Bedingungen der Textproduktion als eigentlichen Gegenstand des Unterrichts wahrzunehmen.

Die Texte, die sie gemeinhin schreiben, sind typische Schultexte: Klassenarbeiten und Klausuren, Hausarbeiten und ähnliche Lösungen zu konkreten Aufgabenstellungen – Texte also, die sie nicht nur im Deutschunterricht, sondern in allen Fächern verfassen und bei denen es eher auf inhaltliche Substanz und gegebenenfalls noch orthografische Korrektheit ankommt. Die effektive, leserorientierte, situationsgerechte und letztlich auch ästhetische Gestaltung wird dabei eventuell wohlwollend zur Kenntnis genommen, aber nicht zum Gegenstand der Betrachtung und Ziel des Lernprozesses gemacht. Für nicht fiktionale bzw. Sachtexte gilt das sogar in einem besonderen Maß – wenn eigenständige und kreative Texte produziert und reflektiert werden, geschieht das immer noch zumeist auf literarischem Feld bzw. im Dienst der gestaltenden Interpretation.

Die gesellschaftliche Wirklichkeit hat die Schule in diesem Punkt weit hinter sich gelassen. Das belegen unzählige, nicht immer qualitativ zweifelsfreie Hilfsangebote im Internet, die Studenten und jungen Berufstätigen beibringen (wollen), wie man Referate, Präsentationstexte, Resümees, Artikel für Firmenzeitungen, Berichte an die Geschäftsleitung und Ähnliches verfasst. Sie beschreiben einen dringenden praktischen Bedarf, den die Schule offenbar nicht immer abdecken kann. Aber auch darüber hinaus schreiben viele Jugendliche wieder: in Foren, Blogs und in den sozialen Netzwerken. Sie schreiben offenbar gerne, wenn auch nicht immer auf einem angemessenen und sprachsensiblen Niveau, was ihre Wirkungsmöglichkeiten oft unnötig eingrenzt.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem essayistischen Schreiben zu – dieser Begriff und Arbeitstitel wird hier gewählt, um die hohen, allzu hohen Ansprüche etwas abzufedern, die dem Essay als etablierter und anerkannter Kunstform zukommen. Ein Essay hat in der Regel einen wesentlich höheren inhaltlichen Anspruch und deutlich mehr Umfang als das, was wir üblicherweise mit unseren Schülerinnen und Schülern lesen, überschauen oder gar produzieren können. Sie werden in der Regel also keinen Essay schreiben, sondern Texte, die Grundzüge des Essayistischen verwenden.

Dem Schreiben eines Essays muss das Lesen von solchen vorausgehen. Auch hier stellt der übliche Umfang, häufig schon 20 bis 50 Seiten, ein Problem dar. Mit Auszügen zu arbeiten ist also notwendig, kann aber oft nur eine Notlösung sein, da es den Textfluss und einen längeren stringenten Gedankengang unterbricht. Das Literaturverzeichnis weist hier stellvertretend auf einige Essaybände und essayistische Texte hin, die Gegenstand einer ausführlichen, auf das Essay als Gattung bezogenen Unterrichtseinheit werden könnten.

Die im letzten Teilschritt skizzierte Gliederung und Organisation des Schreibprozesses weist über das essayistische Schreiben hinaus und ist für alle Formen der Textproduktion geeignet.

Kompetenzen und Unterrichtsinhalte:

* Die Schüler können die Kennzeichen der Textform Essay benennen und an konkreten Textbeispielen nachweisen.
* Sie erkennen am praktischen Beispiel die strukturierende und problemlösende Wirkung der Verschriftlichung von Gedanken und gewinnen daraus eine wichtige Schreibmotivation.
* Sie lesen und bearbeiten essayistische Texte und setzen sich kritisch mit den Besonderheiten dieser Textform auseinander.
* Sie lernen, den Schreibprozess sinnvoll in Teilschritte und Teilkompetenzen aufzulösen und diese auszuführen.
* Sie planen, schreiben und redigieren eigene essayistische Texte und entwickeln dabei Kriterien für die journalistische Qualität eines Textes.
* Sie lernen Arbeitsergebnisse effektiv zu visualisieren und zu dokumentieren.

Die einzelnen Unterrichtsschritte im Überblick:
  • 1. Schritt: Warum schreiben?
  • 2. Schritt: Warum essayistisch schreiben?
  • 3. Schritt: Themen und Formen des Essays
  • 4. Schritt: Schreibprozesse organisieren und strukturieren

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Material-Nr.: 61334

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