Bienvenue chez les Alsaciens!

Straßburg im Rahmen einer Stadtrallye erkunden (9./10. Klasse)

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Bienvenue chez les Alsaciens!

Straßburg im Rahmen einer Stadtrallye erkunden (9./10. Klasse)

Typ:
Unterrichtseinheit / Lernspiel
Umfang:
34 Seiten (9,8 MB)
Verlag:
RAABE Fachverlag für die Schule
Auflage:
(2013)
Fächer:
Französisch
Klassen:
9-11
Schultyp:
Gymnasium

Straßburgs Geschichte und Gegenwart bieten den deutschen Jugendlichen zahlreiche Anstöße, über die eigene Herkunft, Identität und Zugehörigkeit nachzudenken.

Nutzen Sie die Gelegenheit, in der Abschlussklasse der Sekundarstufe I mit Ihren Schülern eine Exkursion nach Straßburg zu unternehmen! Im Rahmen einer Stadtrallye entdecken die Jugendlichen nicht nur die Besonderheiten der elsässischen Metropole, sondern sie dürfen auch ihre Französischkenntnisse anwenden. Denn ohne diese können sie ihre Aufgaben nicht lösen. Und wer würde nicht gerne am Ende als Sieger den ersten Preis entgegennehmen?

Das Wichtigste auf einen Blick:
  • Klassenstufe: 9.–10. Klasse (ab dem 4. Lernjahr)
  • Dauer: ca. 5–6 Stunden
  • Bereich: Landeskunde

Die Stadtrallye kann zum Beispiel sinnvoll im Anschluss an die Arbeit mit „Découvertes“, Band 4 (2007) des Klett-Verlages eingesetzt werden, da in Lektion 3 unter dem Titel „Vive l’Europe“ Straßburg, die Europäische Union, das Europaparlament und die deutsch-französischen Beziehungen thematisiert werden. Alle Aufgaben und gesuchten Lösungswörter der Rallye sind so konzipiert, dass sichergestellt ist, dass alle Lernenden, die mit „Découvertes“, Band 1–4 (Lektion 3) gearbeitet haben, die vorgegebenen Aufgaben lexikalisch problemlos lösen können.

Das Material eignet sich aber natürlich auch für die Arbeit mit „A plus!“ von Cornelsen; es ist das Vokabular angegeben, das bis Band 4 (2007), einschließlich Lektion 2 noch nicht erlernt wurde (sofern es sich nicht ohnehin aus dem Deutschen oder Englischen erschließen lässt). (Wird mit der neuen „A plus!“-Reihe gearbeitet, ist den Schülern Straßburg bereits ab Band 1 (2012) vertraut.)

Tipp: Ihm Rahmen einer Drittortbegegnung mit einer deutschen und französischen Gruppe kann die Stadtrallye auch bereits in niedrigeren Klassen eingesetzt werden. Denn in diesem Falle können die französischen Schüler sprachlich beim Verständnis und der Beantwortung der Fragen helfen.

Für eine fächerübergreifende Arbeit bieten sich verschiedene Kooperationsmöglichkeiten an, zum Beispiel mit den Fächern Sozialwissenschaften (Europäische Union, Europaparlament), Geschichte (Elsass-Lothringen 1871–1918, das Elsass in der Zwischenkriegszeit 1918–1940, Reichsanschluss 1940–45) oder Kunst (Tomi Ungerer, Benjamin Zix). Lernziele

Die außerunterrichtliche Aktivität in Form einer Exkursion ins französischsprachige Ausland verfolgt das Ziel, die sprachlich vermittelte kulturelle Kompetenz der Lernenden zu festigen und zu erweitern. Die Lernenden erwerben Kenntnisse über die fremde Region und deren Kultur. Dabei können sie kulturelle Besonderheiten und kulturelle Ähnlichkeiten mit ihrer eigenen (regionalen) Kultur entdecken.

Sie müssen in Realsituationen mit anderen in der Zielsprache in Kontakt treten und auf diese Weise ihre sprachlichen Fähigkeiten in konkreten Alltagssituationen unter Beweis stellen: Es gilt, Informationen einzuholen, Probleme zu lösen und sich in einer fremden Stadt zu orientieren.

Auf ihrer Tour durch verschiedene Stadtviertel Straßburgs lernen die Schüler zum Beispiel etwas über kulinarische Spezialitäten, regionales Kunsthandwerk, historische Gebäude, Architektur, Geschichte, berühmte Persönlichkeiten, sprachliche Eigenheiten, Literatur und Theater.

Neben Brüssel wird gerne auch Straßburg als heimliche „Hauptstadt“ Europas genannt, was nicht zuletzt auf seine zahlreichen europäischen Institutionen, wie zum Beispiel das Europaparlament, und seine damit zusammenhängende Bedeutung für die Europäische Union zurückzuführen ist. Und eben der Europagedanke spielt hinsichtlich der Bedeutung des Elsass und Straßburgs eine interessante Rolle. Denn das sich vereinende Europa stellt zusehends fest, dass bei allen Bemühungen um wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt regionale Besonderheiten eine wichtige identitätsstiftende Funktion für die Bürgerinnen und Bürger haben. Kulturelle, historische und sprachliche Momente einer Region dürfen nicht außer Acht gelassen werden, will man vermeiden, dass es in den Institutionen zu Kompetenzgerangel und Spannungen kommt.

Sowohl hinsichtlich seiner besonderen Stellung innerhalb Europas, wie aber auch innerhalb Frankreichs und der deutsch-französischen Beziehungen lohnt eine Exkursion nach Straßburg und ins Elsass. Denn die Schülerinnen und Schüler lernen mit den Elsässern Menschen kennen, von denen der Straßburger Tomi Ungerer sagt, sie litten unter einer gespaltenen Identität – wenig erstaunlich, wenn man an die wechselnde Zugehörigkeit des Elsass zu Frankreich und Deutschland sowie die historischen Auseinandersetzungen der beiden Nachbarstaaten denkt. Sich selbst versteht Ungerer weder als Franzose noch als Deutscher, sondern als Elsässer und Europäer.

Die Frage nach der eigenen Identität treibt auch die jungen Menschen um. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Arbeitsmarkt immer mehr nach Mehrsprachigkeit und Auslandserfahrungen verlangt, birgt sie nicht nur eine Gelegenheit zur Selbstreflexion, sondern vielleicht mitunter auch die Gefahr, ein Gefühl der inneren Zerrissenheit zu entwickeln.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die regionale elsässische Sprache und Kultur sowohl von der zentral gesteuerten Politik, als auch durch einen fortschreitenden Wandel in der Zusammensetzung der elsässischen Bevölkerung (durch die Einwanderung aus anderen Teilen Frankreichs und aus dem Ausland) ins Abseits gedrängt. So ist heute selbst im wirtschaftlich sehr gut aufgestellten und stark international ausgerichteten Elsass Französisch alleinige Amts- und Schulsprache.

Das Elsässisch gilt als eine der letzten lebendigen Regionalsprachen Frankreichs. Den Verteidigern des Elsässischen galt die Sprache schon immer als Opposition zum Pariser Zentralismus, zugleich aber auch als Widerstand gegen den preußischen Militarismus während der Zugehörigkeit zum Deutschen Kaiserreich von 1871 bis 1918. Ob die Regionalsprache genügend gewürdigt und gefördert wird, ist bis heute zwischen Vorreitern des Französischen und Verfechtern des Elsässischen eine umstrittene Frage (siehe zum Beispiel die zweisprachige Straßenbeschilderung in Straßburg). Letztere streben heutzutage oftmals eine Dreisprachigkeit an: Französisch als Nationalsprache, Elsässisch als Muttersprache und Hochdeutsch als Schriftform des Dialektes. Tatsache ist, dass zahlreiche Elsässer auf dem Arbeitsmarkt aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit einen Vorteil genießen. Elsässische Kinder lernen von der école maternelle bis zum lycée Deutsch und liegen damit weit über dem gesamtfranzösischen Durchschnitt an Deutsch lernenden Schülerinnen und Schülern.

Das Elsass mit Straßburg stellt folglich in Bezug auf die Fragen nach Identität und kultureller Zugehörigkeit eine besonders reizvolle Region dar: Sie bietet den deutschen Jugendlichen zahlreiche Anstöße, über die eigene Herkunft, Identität und Zugehörigkeit in einer stetig wachsenden Europäischen Union, in der sich unterschiedliche Bevölkerungsanteile kulturell immer häufiger vermischen, nachzudenken.

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Material-Nr.: 61249

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