"Tschick" von Herrndorf

Altersgemäße Literatur - fertig aufbereitet für den Unterricht

Blick ins Material

"Tschick" von Herrndorf

Altersgemäße Literatur - fertig aufbereitet für den Unterricht

Typ:
Unterrichtseinheit
Umfang:
75 Seiten (1,0 MB)
Verlag:
School-Scout
Autor:
Robben, Friedhelm / Throckmorton, Thomas
Auflage:
(2014)
Fächer:
Deutsch
Klassen:
7-11
Schultyp:
Gymnasium, Realschule

“Tschick” ist ein klassischer Abenteuerroman, der von Kritikern in die Tradition großer Jugendliteratur wie Mark Twains “Huckleberry Finn” oder Salingers “Fänger im Roggen” gestellt wurde. Die beiden ungewöhnlichen Freunde Maik und Tschick kommen auf ihrer gemeinsamen Reise mit Problemen und Themen in Berührung, wie man sie vom großen Jugendroman bis hin zur Teenager-Komödie findet.

Die Reihe “Lektüren im Unterricht – Altersgemäße Literatur” bietet alle Hilfsmittel und Informationen, die Sie benötigen, um mit Ihren Schülerinnen und Schülern altersangemessene Lektüren wie Herrndorfs “Tschick” im Unterricht differenziert zu erarbeiten und dabei Strategien und Techniken des Lesens und Verstehens literarischer Texte zu erlernen und zu vertiefen.

Inhalt:

  • Didaktisches Hintergrundwissen
  • Lesebegleitende Lektürehilfen
  • Inhaltsübersicht
  • Charakterisierungen von Maik, Tschick und den Nebenfiguren
  • Arbeitsblätter
  • Quizspiele und Kreuzworträtsel
  • Portfolio der Kompetenzfelder
  • Klassenarbeit: Maik und seine Familienverhältnisse

Textauszug:

Einführendes Vorwort

„Tschick“ ist ein klassischer Abenteuerroman – der von Kritikern in die Tradition großer Jugendliteratur wie Mark Twains „Huckleberry Finn“ oder Salingers „Fänger im Roggen“ gestellt wurde – wird aber in der Form eines modernen Roadmovies erzählt. Die beiden ungewöhnlichen Freunde Maik und Tschick kommen auf ihrer gemeinsamen Reise mit verschiedensten Problemen und Themen in Berührung, wie man sie vom großen Jugendroman bis zur Teenager-Komödie findet, so z.B. Familienprobleme, Sexualität, „Außenseitertum“ oder das Ausbrechen aus der gesellschaftlichen Ordnung. Durch eine erfrischende Sprache, die zwar auf die angestrengte Imitation eines aktuellen Jugendslangs verzichtet, mit ihrem Satzbau und bestimmten Ausdrücken aber durchaus dem Alltagsdeutsch auf der Straße abgeschaut ist, wirkt „Tschick“ sehr authentisch und bleibt stets unterhaltsam. Dazu tragen nicht zuletzt die skurrilen, aber liebenswerten Nebencharaktere bei, die Maik und Tschick dazu bringen, sich mit verschiedenen Fragen und Problemen auseinanderzusetzen.

Der Roman „Tschick“ wurde in 16 verschiedene Sprachen übersetzt und gewann 2010 den Deutschen Jugendliteraturpreis, 2011 den Clemens-Brentano-Preis und 2012 den Hans-Fallada-Preis.

Aufbau

Der Aufbau von „Tschick“ folgt nicht linear dem Handlungsverlauf, sondern nimmt Teile der späteren Handlung vorweg. In Zeiten, wo Brüche, Rückblenden und Perspektivwechsel inzwischen so etabliert sind, dass sie auch in zahlreichen massentauglichen Comedy-Serien verwendet werden, sollten die SuS vertraut mit solchen Techniken sein. Nichtsdestotrotz solle der Aufbau von „Tschick“ zumindest kurz thematisiert werden, um ein Verständnis des Handlungsverlaufs zu gewährleisten.

„Tschick“ lässt sich in drei zeitlich zusammenhängende Handlungsblöcke einteilen: in eine Vorgeschichte bzw. Exposition (Kap. 5-11), in der man Maik und Tschick sowie ihre soziale Situation ein wenig kennenlernt, die Reise (Kap. 12-44) und die darauf folgenden Ereignisse (Kap. 1-4 und 45-49). Dabei sind die Ereignisse nach der Reise aufgespalten und umrahmen die Vorgeschichte und die Reise, d.h. der Roman beginnt an dem Punkt in der Handlung, nachdem Maik und Tschick in einen Schweinetransporter gefahren und von der Polizei geschnappt worden sind (Kap. 44). Nach der Szene auf dem Polizeirevier und Maiks Krankenhausaufenthalt (Kap. 1-4) kommt es zu der Szene, wo er von seinem Vater verprügelt wird (Kap. 45).

Dies hat beim Leser den Effekt, dass er direkt in die Handlung hineingezogen wird, anstatt zunächst die üblichen einführenden Informationen über die wichtigsten Figuren und die Ausgangslage zu erfahren. Auf diese Weise wird die Spannung erhöht und das Interesse an den Figuren geweckt, die im Folgenden erst vorgestellt werden, sowie an der Frage, wie sie in diese Situation gekommen sind. Da nicht das Ende des Romans vorweggenommen wurde, sondern nur das Ende der Reise, fragt man sich außerdem, welche Strafe die Jungen zu erwarten haben.

Ein literarisches Roadmovie

„Tschick“ orientiert sich in vielerlei Hinsicht am Filmgenre des Roadmovie. Maik und Tschick fliehen aus ihrem Alltag als Außenseiter in problematischen sozialen und familiären Verhältnissen, wenn sie in die Walachei aufbrechen. Im Folgenden durchqueren die beiden Freunde verschiedenste Stationen, wo sie teils skurrile Menschen treffen. Dabei werden sehr plastisch sowohl die typischen Bilder eines Roadmovies beschworen („[…] der Asphalt sah in der Ferne aus wie flüssiges Metall[…]“, Kap. 35, S. 178), als auch das Gefühl der absoluten Freiheit thematisiert (vgl. die Leitthemen).

Typisch ist auch, dass die beiden Freunde wie zwei Outlaws wirken, die ständig auf der Hut sein müssen, da sie von der Polizei verfolgt werden. Dies steigert sogar ihre eigene Euphorie: „Kein Unfall, keine Behörde und kein physikalisches Gesetz konnten uns aufhalten. Wir waren unterwegs und wir würden immer unterwegs sein, und wir sangen vor Begeisterung mit, soweit man bei dem Geklimper mitsingen konnte.“ (Kap. 41, S. 215f.) Das „Geklimper“ im Zitat ist übrigens eine Kassette von Richard Clayderman, die sie ständig hören, da sie keine anderen Kassetten für die Anlage im Lada besitzen. Dies kann man als ironischen Querverweis auf Roadmovies betrachten, da diese häufig mit Popmusik arbeiten.

Dass Maik und Tschick auf ihrer Suche nach Freiheit letztlich zu sich selbst finden, indem Maik ein positiveres Selbstbild entwickelt und Tschick sich zum ersten Mal outet, folgt auch der Logik eines Roadmovies.

Sprache und Erzählperspektive

Besonders auffällig an „Tschick“ ist sicherlich seine Erzählersprache, die sich aus der Erzählperspektive ergibt: Maik schreibt als 14-jähriger Ich-Erzähler und genau das kann man auch lesen. Dabei versucht Herrndorf nicht, die aktuelle Jugendsprache einfach zu imitieren, sondern arbeitet mit behutsam ausgewählten Begriffen und syntaktischen Besonderheiten, die von der Alltagssprache abgeschaut sind. So arbeitet der Erzähler meist mit knappen, manchmal elliptischen Sätzen ohne komplexe Nebensatzkonstruktionen und benutzt neben umgangs- und vereinzelt jugendsprachlichen Begriffen häufig Füllwörter, Einschübe und Wiederholungen. All diese Elemente lassen die Sprache sehr natürlich erscheinen und vermitteln glaubhaft den Eindruck, dass hier ein 14-jähriger erzählt.

Dies wird an manchen Stellen auch an der Naivität Maiks deutlich, die mal lustig sein kann, so wenn er die Andeutungen des Arztes nicht versteht, der denkt, dass er misshandelt wurde (vgl. Kap. 4, S. 18-20), manchmal aber auch die Erwachsenen geradezu entlarvt, wenn er sich z.B. fragt, warum seine Eltern zusammenbleiben (vgl. Kap. 13, S. 70f.).

Die Erzählsprache setzt sich auch in den Dialogen zwischen Maik und Tschick fort. Zusätzlich zeichnen sich diese durch teilweise nur kurze Wortwechsel aus, wodurch viele komische Pointen entstehen (vgl. mit Dialogen aus manchen Filmkomödien).

Grundsätzlich handelt es sich bei der Sprache in „Tschick“ also um eine Kunstsprache, die einige Anleihen aus dem Alltag übernimmt, aber keine Jugendslangs imitiert. Dadurch wirkt sie jugendlich, aber zugleich in gewisser Weise zeitlos.

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Material-Nr.: 59121

Aus der Reihe Lektüren im Unterricht - Mittelstufe

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