Lektüren im Unterricht: E.T.A. Hoffmann - Klein Zaches, genannt Zinnober

Literatur fertig für den Unterricht aufbereitet

Blick ins Material

Lektüren im Unterricht: E.T.A. Hoffmann - Klein Zaches, genannt Zinnober

Literatur fertig für den Unterricht aufbereitet

Typ:
Arbeitsblätter / Unterrichtseinheit
Umfang:
77 Seiten (1,0 MB)
Verlag:
School-Scout
Autor:
Throckmorton, Thomas
Auflage:
(2014)
Fächer:
Deutsch
Klassen:
11-13
Schultyp:
Gymnasium

“Lektüren im Unterricht” gibt Ihnen alle notwendigen Unterrichtshilfen und Arbeitsblätter an die Hand, um E.T.A. Hoffmanns “Klein Zaches, genannt Zinnober” im Unterricht zu erarbeiten und Ihre Schülerinnen und Schüler so bestmöglich auf die zentralen Abiturprüfungen vorzubereiten. Im Fokus steht dabei die möglichst selbstorganisierte Erarbeitung der Lektüre.

Dies Unterrichtsmaterial zu Hoffmanns “Klein Zaches, genannt Zinnober” bietet umfangreiche und didaktisch aufbereitete Arbeitsblätter sowie Kopiervorlagen für den direkten Einsatz in verschiedenen Phasen der Lektürearbeit. Ein strukturierter und differenzierter Leseprozess wird dadurch angeleitet, die weitere Bearbeitung im Unterricht maßgeblich erleichtert. Aufgaben zur Interpretation leiten gezielt bei der Erarbeitung des Werkes an, die durch eine genaue Inhaltsangabe sowie tiefergehende Charakterisierungen unterstützt wird. Arbeitsblätter zur Leistungsüberprüfung sowie eine abschließende Klausur mit Erwartungshorizont und ausführlicher Musterlösung können zur Klausurvorbereitung sowie zur Selbstüberprüfung herangezogen werden.

Inhalt:

  • Didaktische Hintergrundinformationen
  • Zusammenfassung, Textanalyse & Interpretation
  • Charakterisierung der Hauptpersonen (Zaches / Zinnober, Balthasar, Fabian, Mosch Terpin, Rosabelverde, Prosper Alpanus, Candida, Pulcher, Fürst Barsanuph, Fürst Paphnutz, Baron Prätextus von Mondschein, Liese)
  • Arbeitsblätter zur Erarbeitung der Lektüre im Unterricht (Aufbau, Form, Sprache & Inhalt von Klein Zaches, genannt Zinnober)
  • Kompaktes Prüfungswissen in Frage und Antwort
  • Anregungen & Hinweise zur Erstellung von Klausuren
  • Direkt einsetzbare Klausur (Paphnutius‘ und Andres‘ Verständnis von Aufklärung)

Textauszug:

Vorwort

Das im Jahr 1819 erschienene Kunstmärchen „Klein Zaches, genannt Zinnober“ handelt von einem kleinen missgestalteten Jungen namens Zaches, der durch die Verzauberung einer Fee bis in höchste Regierungskreise aufsteigt und dort für allerlei Verwirrung sorgt.

E.T.A. Hoffmann (1776-1822) schrieb einmal in einem Brief, das Märchen sei seine humoristischste Erzählung. Man möchte ihm gerne Recht geben. Schon immer zeigte Hoffmann in seinen Romanen, Erzählungen und Karikaturen einen Hang zu Ironie und Satire – das Märchen über den abstoßenden und unsympathischen Zaches, der durch einen Feenzauber selbst die höchsten Kreise zu beeindrucken weiß, ist indes sein komödiantischstes Werk, das neben feiner Ironie auch durch Situationskomik zu bestechen weiß.

Trotzdem lässt sich die 1819 erschienene Erzählung nicht auf eine Reihe lustiger Begebenheiten reduzieren. Das Genre des Kunstmärchens dient ihm vielmehr als Deckmantel für eine beißende Satire auf Behörden und Politik sowie den Wissenschaftsbetrieb seiner Zeit. Davon ausgehend wird das Verhältnis von Natur und Kultur sowie von rationaler und phantastischer Welt ausgehandelt. Die Aufklärung wird vor diesem Hintergrund nicht wie eine Befreiung des Geistes, sondern als eine Funktionalisierung aller Lebensbereiche für herrschaftliche Zwecke dargestellt.

Einerseits lassen sich so anhand eines relativ kurzen Textes zahlreiche Charakteristika der Romantik herausarbeiten, da das Kunstmärchen in vielerlei Hinsicht als idealtypisches Beispiel für diese Epoche angesehen werden kann. Andererseits brilliert die Erzählung durch eine Komik, die auch noch heute funktioniert, was die Lektüre für die SuS und den Unterricht attraktiv macht.

Epoche

E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) Erzählung „Klein Zaches, genannt Zinnober“ wurde 1819 verfasst und ist nach eigener Aussage des Dichters sein humoristischstes Werk. Das Märchen ist ein typisches Werk der Romantik, weshalb sich – sowohl anhand seines Inhalts als auch anhand formaler Aspekte – viele Merkmale dieser Epoche exemplarisch herausarbeiten lassen. Zugleich spiegeln sich in der Erzählung persönliche Erfahrungen Hoffmanns wider, die er als Richter im preußischen Staatsdienst machte. Die satirische Darstellung von Politik und Beamtentum entspringt diesem Erfahrungsschatz. Dadurch entsteht eine interessante Mischung aus gesellschaftsrelevanter Satire und phantastischer Märchenerzählung, die nicht nur vom romantischen Empfinden des Identitätsverlusts durch die aufziehende Moderne geprägt ist, sondern die Veränderungen zumindest auf politischer Ebene auch offen thematisiert und kritisch hinterfragt.

Ein Werk der Romantik

„Klein Zaches, genannt Zinnober“ lässt sich eindeutig als ein Werk der Romantik klassifizieren und weist zahlreiche Charakteristika auf, die man gemeinhin als typisch romantisch bezeichnet. Dies zeigt sich bereits an der Gattung, dem Inhalt und an der Themenwahl: Die Erzählung wird dem Leser als ein Märchen präsentiert und lehnt sich somit an vermeintlich volkstümliche Erzählformen an, was als typischer Zug der Romantik gilt. In der Tat zeichnet sich die Erzählung auch durch eine märchenhafte Handlung aus, die von Zauberei und magischen Wesen bestimmt ist. Die Grenzen zwischen Realität und Phantasie, von Rationalismus und Poesie verschwimmen und drücken die typisch romantische Sehnsucht nach einem metaphysischen Einheitsgefühl von Ich und Welt in einer als rationalistisch empfundenen Welt aus.

Hinzu treten einige formale Charakteristika des Märchens, die einem in vielen anderen Werken der Romantik ebenfalls begegnen. Besonders auffällig ist ohne Zweifel die Rolle des Erzählers in „Klein Zaches, genannt Zinnober“, der das Geschehen mit einer gewissen ironischen Distanz schildert und kommentiert. Er gibt sich somit als Erzähler zu erkennen, als Ordnungsinstanz innerhalb des Märchens. Besonders deutlich wird dies etwa in Kapitel 3, in welchem der Erzähler nicht nur Candida beschreibt, sondern sich gleichzeitig über das Frauenbild seiner Dichterkollegen beschwert.

Sowohl die Ironie als auch die aktive Rolle des Erzählers sind typisch für die Romantik. Damit verbunden ist der Aufbau der Erzählung bzw. die Anordnung des Stoffes. Wenn etwa im zweiten Kapitel über den, für die spätere Handlung vollkommen bedeutungslosen, Brief eines Gelehrten zum Ort der Haupthandlung übergeleitet wird, gibt sich nicht nur der Erzähler als ordnendes Element wiederzuerkennen, sondern es offenbart sich ein „organischer“ Aufbau der Erzählung.

Das soll heißen, dass die Erzählung nicht schematisch einem roten Faden folgt und jedes Element der Handlung eine Funktion für den gesamten Stoff erfüllt, sondern dass die Erzählung ein Eigenleben entwickelt: Es treten Figuren auf, die keine Rolle für die gesamte Erzählung spielen, es werden Querverweise aus einer einfachen Lust am Erzählen heraus gemacht usw. Mit solchen Techniken wird das Kunstideal der Romantik verfolgt, eine Erzählung wie „natürlich gewachsen“ wirken zu lassen. Das Leben wird in all seinem Facettenreichtum und seinen Zufällen imitiert.

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Material-Nr.: 58248

Aus der Reihe Lektüren im Unterricht - Oberstufe und Abitur

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