Soziale Gruppen und Gruppenprozesse

Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland

Blick ins Material

Soziale Gruppen und Gruppenprozesse

Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland

Typ:
Unterrichtseinheit
Umfang:
30 Seiten (3,3 MB)
Verlag:
Mediengruppe Oberfranken
Autor:
Seitz, Ulrike
Auflage:
(2010)
Fächer:
Sowi/Politik
Klassen:
7-10
Schultyp:
Gymnasium, Realschule

Häufig kann der Einzelne gar nicht selbst entscheiden, ob er lieber alleine oder „im Verein“ sein möchte – im Beruf wie auch privat treffen wir immer wieder auf verschiedene soziale Gruppen, in denen wir unterschiedliche Rollen wahrnehmen.

Von einer sozialen Gruppe spricht man dann, wenn mehrere Menschen ein gemeinsames Ziel verfolgen, dafür über einen bestimmten Zeitraum gemeinsam agieren und miteinander in Beziehung stehen.

Dabei gibt es aber ganz unterschiedliche Gruppentypen. Man kann zum Beispiel zwischen der Primär- und der Sekundärgruppe unterscheiden. Die Primärgruppe ist dadurch gekennzeichnet, dass sie für das einzelne Mitglied eine große Bedeutung hat, dass die Beziehungen zwischen den Gruppenmitgliedern sehr eng und außerdem langfristig angelegt sind. Dagegen hat die Sekundärgruppe eher „zufälligen“ Charakter und die Beziehungen zwischen den Mitgliedern sind eher oberflächlicher Natur.

Eine andere Möglichkeit ist die Unterscheidung nach dem Organisationsgrad einer Gruppe. Während es Gruppen gibt, die sich spontan, informell und ohne großes Regelwerk treffen, gibt es andere, die durch genaue Normierungen und eine klare Ordnung gekennzeichnet sind.

Wenn sich Gruppen zusammenfinden, sind häufig verschiedene Phasen in der Gruppenbildung zu bemerken. Während es am Anfang um ein erstes Abtasten geht und alle noch eher unsicher sind (Forming), werden in der nächsten Phase schon „Verteilungskämpfe“ geführt, es geht um die Rollenbestimmungen innerhalb der Gruppe (Storming). Danach gibt sich die Gruppe selbst Regeln und organisiert sich (Norming), sodass dann letztendlich ein hohes Leistungsniveau erreicht werden kann (Performing).

Der Erziehungswissenschaftler Tuckman hat diese Phasen bereits in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts beschrieben und dann noch eine weitere Phase, Adjourning (die Au?ösung), hinzugefügt. Allerdings handelt es sich bei dieser Darstellung um ein Modell, das natürlich in der Realität nicht immer gleich aussehen muss.

Wenn man „mit Guten im Verein“ ist, sind Gruppen sicherlich sehr hilfreich – Arbeitsergebnis- se werden zum Beispiel durch vielerlei Ideen und konstruktiven Austausch verbessert, es entsteht ein Gefühl der Geborgenheit etc. Allerdings muss man auch die möglichen dunklen Seiten von Gruppenprozessen betrachten: Es kann zum Beispiel die Dominanz Einzelner geben oder die Ausgrenzung anderer Personen.

Im schlimmsten Fall kommt es zum Mobbing: Eine Gruppe sucht sich ein Opfer und schikaniert dieses über einen längeren Zeitraum hinweg – mit gravierenden Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit des Opfers. Wenn sich in einer Umfrage unter 10- bis 18-jährigen Schülern über 10 Prozent der Jungen dazu bekennen, in den letzten drei Monaten ein- oder mehrmals Gewalt erfahren zu haben, so handelt es sich dabei sicherlich nicht in allen Fällen um Mobbingopfer. Dennoch sollten die Warnzeichen von Mobbing (Unsicherheit, Lustlosigkeit, psychosomatische Beschwerden, Ängste vor der Schule etc.) von Eltern, Lehrkräften und Mitschülern ernstgenommen werden.

Kompetenzen und Unterrichtsinhalte:
Die Schüler sollen
* Merkmale einer sozialen Gruppe kennenlernen,
* verschiedene Unterscheidungsmöglichkeiten von Gruppen herausarbeiten,
* unterschiedliche Phasen bei der Gruppenbildung darstellen,
* Chancen und mögliche Probleme von sozialen Gruppen und Gruppenprozessen erkennen und diskutieren,
* sich in die Rolle von Gruppenmitgliedern und von Außenstehenden versetzen und damit ihre Empathiefähigkeit erhöhen,
* die Definition, Ursachen und Auswirkungen von Mobbing (vor allem in der Schule) benennen,
* mögliche Maßnahmen gegen Mobbing in der Schule kennenlernen und kritisch erörtern.

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Material-Nr.: 57505

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