Würden Sie Organe spenden? Die Neuregelung des Transplantationsgesetzes.

Informationsrecherche, Sachtextanalyse, Streitgespräch

Blick ins Material

Würden Sie Organe spenden? Die Neuregelung des Transplantationsgesetzes.

Informationsrecherche, Sachtextanalyse, Streitgespräch

Typ:
Unterrichtseinheit
Umfang:
39 Seiten (4,7 MB)
Verlag:
RAABE Fachverlag für die Schule
Auflage:
(2013)
Fächer:
Deutsch
Klassen:
10-13
Schultyp:
Gymnasium

Nach dem Tod Organe zu spenden – die Mehrheit hält das für eine gute Idee. Einen Organspendeausweis besitzt allerdings kaum jemand. Um diesen Missstand zu beheben und die Spendebereitschaft zu erhöhen, wurde im vergangenen Jahr das Transplantationsgesetz reformiert. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich aus Anlass dieser Neuregelung mit der Frage auseinander, ob auch sie bereit wären, Organe zu spenden. Sie informieren sich mit Statistiken und Sachtexten über den Inhalt und die Auswirkung der Reformen und erörtern in Leserbriefen den voraussichtlichen Erfolg. Zum Abschluss verschaffen sie sich einen Überblick über die Argumente der Gegner und Befürworter der Neuregelung, trainieren das mündliche Argumentieren und führen mit verteilten Rollen ein Streitgespräch durch. Mit zahlreichen Zeitungsartikeln und Infografiken als Diskussionsgrundlage sowie einer Anleitung und Rollenkarten für die Durchführung des Streitgesprächs.

Das Wichtigste auf einen Blick:
  • Dauer: 7–9 Stunden + LEK
  • Kompetenzen:
    • Statistiken analysieren und auswerten
    • Karikaturen interpretieren
    • eine Umfrage konzipieren, durchführen und auswerten
    • einen Zeitungsartikel inhaltlich erschließen
    • einen Leserbrief verfassen und überarbeiten
    • ein Streitgespräch führen

Mit dem Wechsel zur „Entscheidungslösung“ zielt die vom Gesetzgeber beschlossene Neuregelung des TPG auf den mündigen Bürger und nimmt ihn in die (Mit-)Verantwortung – dies bereits ab einem Alter von 16 Jahren. Daher sollten Jugendliche möglichst früh für die Thematik sensibilisiert und differenziert an die zentralen Fragestellungen in diesem Zusammenhang herangeführt werden. Angesichts dieser gesamtgesellschaftlichen Relevanz kann die Schule, insbesondere der Deutschunterricht, dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Schülerinnen und Schüler trotz ihres jugendlichen Alters eine reflektierte und verantwortungsvolle Entscheidung für oder gegen eine Organspende treffen können. Hierauf zielt die folgende, für neun Unterrichtsstunden konzipierte Reihe.

Der thematische und emotionale Einstieg erfolgt zunächst über die Aktivierung von bereits vorhandenem Wissen zur Organspende. Dies bietet Gelegenheit, relativ unspezifisch auf für Schüler in diesem Zusammenhang Relevantes einzugehen und sich als Lehrender ein Bild von den Lernvoraussetzungen zu machen. Um dem Thema etwas von seinem abstrakten Charakter zu nehmen und um ein gewisses Maß an Betroffenheit herzustellen, werden die Schülerinnen und Schüler nachfolgend mit einem Fallbeispiel konfrontiert. Hierbei müssen sie sich in die Situation von Angehörigen eines für hirntot erklärten Patienten hineinversetzen und sich aus deren Blickwinkel mit der Frage einer möglichen Organspende auseinandersetzen.

Die zweite Phase der Unterrichtsreihe dient der Aneignung von Fakten- und Hintergrundwissen. Die Lernenden werden über die Situation der Organspende in Deutschland informiert. Anhand von Statistiken, die es zu erschließen gilt, erkennen sie die Diskrepanz, die zwischen der grundsätzlich positiven Einstellung und der viel zu geringen Spendebereitschaft der Deutschen besteht, und setzen sich mit möglichen Gründen auseinander, die dieses Phänomen erklären könnten. Außerdem lernen sie einen Organspendeausweis kennen, dessen inhaltliche und grafische Gestaltung sie beschreiben müssen. Darüber hinaus informieren sie sich über die Voraussetzungen und das Verfahren einer Organspende bzw. Transplantation in Deutschland.

In der dritten Phase setzen sich die Lernenden mit der Frage auseinander, ob auch sie bereit wären, Organe zu spenden oder nicht. Zunächst wird ihnen durch eine Karikatur die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung, die der human-ethischen Dimension der Thematik und der Mündigkeit eines Menschen gerecht wird, auf makabre Weise vor Augen geführt. Daran anschließend wird mithilfe selbst konzipierter Umfragen ein Meinungsbild innerhalb der Lerngruppe zum Thema Organspende eingeholt. Die ausgewerteten Umfrageergebnisse bieten für die Jugendlichen genügend Gesprächsimpulse, um sich mit dem eigenen Standpunkt und dem der Mitschülerinnen und Mitschüler auseinandersetzen zu können. Die Beweggründe, die den Einzelnen zu der jeweiligen Antwort bewogen haben, werden dann im Rahmen einer Kartenabfrage erhoben und an vorbereiteten Stellwänden fixiert. Diese Art der Veranschaulichung unterstützt den Prozess einer reflektierten Meinungsbildung und hilft den Schülerinnen und Schülern, sich bewusst entscheiden zu können.

In der vierten und letzten Phase der Unterrichtsreihe setzen sich die Lernenden kritisch mit der Reform des TPG auseinander. Ausgehend von einem Zeitungsartikel, der über die Ausgestaltung der gesetzlichen Neuregelung und deren Hintergründe informiert, sammeln sie im Rahmen einer Internetrecherche kritische Stimmen zu dieser Reform. Den auf dieser Grundlage entwickelten eigenen Standpunkt legen sie in einem Leserbrief erörternd dar. Die einzelnen Leserbriefe werden dann im Rahmen einer Schreibkonferenz in Kleingruppen selbstständig überarbeitet und korrigiert. Zur Vertiefung der inhaltlichen Auseinandersetzung und Argumentationsschulung wird im nächsten Schritt ein Streitgespräch zu der Fragestellung „Ist die Neuregelung des Transplantationsgesetzes eine effektive Maßnahme, die Zahl der Organspenden in Deutschland deutlich zu erhöhen?“ vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet.

Die im Verlauf der gesamten Reihe erarbeiteten inhaltlichen Aspekte und zusammengetragenen Argumente sowie die Schulung methodischer Fertigkeiten und Fähigkeiten bilden die Voraussetzung, um die für den Abschluss der Reihe konzipierte textbezogene Erörterung in Form eines Leserbriefes verfassen zu können.

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Material-Nr.: 56867

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