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Grundbegriffe
2000
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PAETEC Basiswissen und Dudenverlag

Es werden natürliche und künstliche Sprachen unterschieden. Natürliche Sprachen sind historisch gewachsen. Die menschlichen Sprachen sind Ausdruck menschlichen Denkens, Fühlens und Wollens. Sie weisen im Unterschied zu künstlichen Sprachen verschiedene Sprachschichten, Mehrdeutigkeiten im Wortschatz sowie grammatische Strukturen auf. Tierische Sprachen, die ebenfalls zu den natürlichen zählen, sollten aufgrund wesentlicher Unterschiede zur menschlichen Sprache als tierisches Kommunikationssystem bezeichnet werden. Künstliche Sprachen sind Zeichensysteme, die nur die Verständigung innerhalb eines begrenzten Fachgebietes regulieren oder sich nicht natürlich entwickelt haben.

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PAETEC Basiswissen und Dudenverlag

Sprache ist eine Besonderheit der Menschen. Sie ist ein komplex aufgebautes System, das Laute und Schriftzeichen verbindet, Wörter bildet, die sich zu größeren Einheiten, Sätzen, formieren. Durch die Aneinanderreihung vieler Sätze entstehen schließlich Texte.

Sprache ist ein sich stets weiterentwickelndes, komplexes System von Lauten und Zeichen zum Zwecke der Kommunikation. Jedem Zeichen des Systems wird eine feststehende Bedeutung zugeordnet.

Sprache wirkt im Prozess der Kommunikation als Medium zwischen dem Sender (Sprecher/Schreiber) und dem Empfänger (Hörer/Leser).

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Entscheidend für das Funktionieren der Sprache sind Grundkenntnisse des Zeichenbegriffs. Die Beziehung zwischen Zeichen und Bezeichnetem hängt von der jeweiligen Sprachgemeinschaft ab. Die Zeichen werden von jeder Sprachgemeinschaft der Wirklichkeit zugeordnet.

Dieselbe Wirklichkeit kann also unterschiedlich bezeichnet werden.

Der Wirklichkeit wird willkürlich ein Bedeutungsinhalt gegeben. Willkürlich (arbiträr) heißt, es besteht keine innere Notwendigkeit, die Dinge genau so zu bezeichnen.

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Sprachen werden nach der Art ihrer Wortbildung (Morphologie) klassifiziert. Es werden unterschieden:

analytische (auch isolierende) und ynthetische Sprachen.

Bei analytischen Sprachen spielen morphologische Veränderungen nur eine untergeordnete Rolle.

Synthetische Sprachen verschmelzen Wortstämme mit Hilfselementen, die keine eigene Bedeutung haben.

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Bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts las und schrieb im deutschen Sprachraum fast niemand. Die germanischen Stämme benutzten als Schriftzeichen Runen. Das althochdeutsch-gotische “runa” bedeutet “Geheimnis”; neuhochdeutsch bedeutet es “raunen”. Die Runen dienten vor allem kultischen Zwecken. Das Alphabet der Runenzeichen wird nach den ersten Buchstaben als Futhark bezeichnet.

Wahrscheinlich sind die Runen aus dem norditalienisch-gotischen Alphabet entlehnt und im Markomannenreich des Marbod im 1. Jahrhundert n. Chr. entstanden.

Über Herkunft und Entstehungszeit der Runen gibt es aber auch andere Auffassungen.

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Übersicht über die Teile:
  • Herkunft der Runen
  • Futhark – das Runenalphabet
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Die kleinste Einheit der gesprochenen Sprache ist der Laut. Neben den einzelnen Lauten gibt es in der deutschen Sprache die Diphthonge (Doppellaute) ai, au, äu, ei, eu und die Buchstabenkombinationen ck, sch und ch. Für einen Laut kann es verschiedene Zeichen (Grapheme) geben, wie Laut: ei; Graphem ai oder ei = Mai, Leim. Die Phonetik (Lautlehre) ist ein Teilgebiet der Sprachwissenschaft, das die gesprochene Sprache in ihrer kommunikativen Funktion untersucht. Sie geht davon aus, dass gesprochene Sprache durch messbare Signale, die physiologisch und artikulatorisch erzeugt werden, als Schall (akustisch) übermittelt und vom Hörer aufgenommen wird.

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Obwohl die Lautsprache gegenüber der Schriftsprache vorherrscht, unterliegt die geschriebene Sprache viel stärker gesellschaftlichen Regeln und Zwängen als die gesprochene Sprache. Das belegen die Regeln der deutschen Rechtschreibung oder die Regelungen bestimmter Formmerkmale bei Gebrauchstexten. Das hängt damit zusammen, dass die Schriftsprache der Speicherung dauerhafter Kommunikation dient und verbindlichen Charakter trägt. Die gesprochene Sprache dagegen funktioniert viel spontaner. Durch Codierung werden Sprache und Schrift vermittelt, allerdings nicht im Verhältnis von eins zu eins.

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Übersicht über die Teile:
  • Geschriebene und gesprochene Sprache
  • Vermittlung zwischen Lautsprache und Schriftsprache
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Die Sprachgesellschaften waren gelehrte Vereinigungen in Deutschland im 17./18. Jahrhundert. Sie waren gegründet zur Pflege und Förderung von Sprache und Dichtung nach dem Vorbild der Florentiner Accademia della Crusca. Die bekanntesten deutschen Sprachgesellschaften waren
  • die Fruchtbringende Gesellschaft
  • die Aufrichtige Gesellschaft von der Tanne
  • die Deutschgesinnte Genossenschaft
  • der Pegnesische Blumenorden

Der Pegnesische Blumenorden, in Nürnberg 1644 gegründet, ist der einzige, der heute noch besteht.

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Übersicht über die Teile:
  • Argumente für die Sprachkultivierung
  • Ziele der Sprachgesellschaften
  • Die Wörterbucharbeit
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Das Verfahren, die Zeichen nicht mehr nur auf den abgebildeten Gegenstand zu beziehen, sondern auf dessen phonetischen Klang, wird als Phonetisierung bezeichnet. Die phonetische Schrift heißt deshalb auch Lautschrift. Damit war eine Schrift zur Kennzeichnung der Aussprache von Wörtern entwickelt, die sich besonderer Zeichen bediente.

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Morphologie ist die Formenlehre der Sprache. Sie ist die Wissenschaft von den Formveränderungen, denen die Wörter durch Deklination und Konjugation unterliegen. Indem die Morphologie die Strukturen der Wörter und ihre Veränderungen untersucht, setzt sie diese in Beziehung zu den damit verbundenen Bedeutungen und Bedeutungsveränderungen. Das ist weder Gegenstand der Phonologie/Phonetik noch der Syntax. Morphologie ist die Theorie, die den Weg vom Morphem zum Wort beschreibt. Es gibt eine Hierarchie: Phonem – Morphem – Wort – Satz – Text.

Wichtige Grundbegriffe der Morphologie sind Morphem, Amorph, Morph, Allomorph, Lexem, Wort.

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Semantik (griech. semantikos = zum Zeichen gehörend, bezeichnend) ist die Lehre von der Bedeutung sprachlicher Zeichen. Die Begründung der Semantik als Bedeutungswissenschaft geht auf den französischen Philologen MICHEL JULES ALFRED BRÉAL zurück. In der Semantik gibt es einen philosophischen (reinen) und einen linguistischen (deskriptiven und theoretischen) Ansatz sowie einen, der als allgemeine Semantik bezeichnet wird. Diese semantischen Ansätze werden in verschiedenen Disziplinen genutzt.

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