Literarische Beiträge zur Schulpädagogik
Erzählte Begebenheiten sollten der grundlegende Stoff in einer Auseinandersetzung über die Schule sein:
Was ereignet sich tatsächlich – vorstellbar, sichtbar, hörbar – in der Entwicklung und Erziehung eines Menschen? Was tun sich Menschen dabei … – Gutes, Schlimmes, Notwendiges, Überflüssiges, nachhaltig Weiterwirkendes – an, jenseits oder diesseits ihrer Absichten? (von Hentig)
Gerade weil Pädagoginnen und Pädagogen in Erziehung und Selbsterziehung immer mit der eigenen Biographie zu tun haben, ist es sinnvoll, im Medium von Erzählungen über Erlebnisse von Kindern und Pädagoginnen und Pädagogen nachzudenken.
Literarische Texte verweisen auf die Genese von Konflikten im Binnenraum Schule. Sie ermöglichen eine Distanz zu den erzählten Geschichten, fordern aber zum sensiblen Wahrnehmen auf. Gerade weil von ihnen keine Rezepte für Handeln in der Schulpraxis erwartet wird, eröffnen sie einen Weg zum genauen Beobachten und zum Nachdenken; sie üben in eine Reflexionskultur ein und können somit zur Persönlichkeitsbildung beitragen.
Dieser Band versammelt literarische Aussagen über Lehrerinnen und Lehrer mit ihrem je unterschiedlichen Selbstverständnis; er zeigt sie in Krisen und Konflikten, in Prozessen der Selbsterfahrung und der Auseinandersetzung mit ihrem Berufsfeld; er konzentriert Aussagen von Dichterinnen und Dichtern über Beziehungen zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern und unter Gleichaltrigen, über die Sozialpsychologie der Schule, über den Schülerselbstmord und dokumentiert eine literarisch geführte Erziehungs- und Schulkritik. Er zeigt die Darstellung schulischer Phänomene in der Kinder- und Jugendliteratur.